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Straßennamen in Rosenheim: Altdorferstraße

Altdorferstraße Foto: Ai generiert

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

20. August 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Albrecht Altdorfer war Maler, Baumeister, Politiker – und nach allem, was historisch belegt ist, nie in Rosenheim. Trotzdem gibt es hier eine Straße, die seinen Namen trägt. Wie passt das zusammen? Die Antwort führt ins 16. Jahrhundert und rund 130 Kilometer weiter nördlich nach Regensburg.

Über 500 Straßen gibt es inzwischen im Rosenheimer Stadtgebiet. Viele dienen nicht nur der Orientierung, sondern erzählen auch Geschichten über Menschen, Orte und Ereignisse, die Rosenheim geprägt haben. In unserer Serie über die Straßennamen der Stadt werfen wir jeden Donnerstag einen Blick auf Herkunft und Bedeutung einer Straße. Heute geht es um die Altdorferstraße in Happing.

Ein Künstler, der Landschaften zu Hauptdarstellern machte

Albrecht Altdorfer wurde um 1480 geboren, vermutlich in Regensburg oder Amberg. Sein Leben und Wirken spielte sich vor allem in Regensburg ab. Dort besaß er ab 1505 das Bürgerrecht und brachte es zu einigem Wohlstand und Ansehen.
Altdorfer war allerdings weit mehr als ein Maler. Er war politisch aktiv, saß im Inneren Rat der Stadt und arbeitete ab 1526 sogar als städtischer Baumeister und Festungsbaumeister. 1528 wurde er zum Bürgermeister gewählt – doch Altdorfer lehnte das Amt ab. Der Grund klingt beinahe so, als hätte er seine Prioritäten etwas ungewöhnlich gesetzt: Er wollte lieber ein großes Kunstwerk fertigstellen.

Seinen Platz in der Kunstgeschichte hatte er da längst sicher. Altdorfer gilt als Hauptmeister der sogenannten Donauschule, einer Kunstrichtung an der Schwelle von Gotik und Renaissance. Besonders auffällig sind seine Landschaftsdarstellungen. Während die Natur in der Kunst seiner Zeit häufig eher als Kulisse für Menschen und religiöse Szenen diente, rückte Altdorfer sie selbst ins Zentrum.

Dichte Wälder, Berge und dramatische Landschaften wurden bei ihm zu den eigentlichen Hauptdarstellern. Damit gilt er kunsthistorisch als einer der Wegbereiter der eigenständigen Landschaftsmalerei in Europa.

Ein Meisterwerk mit einer Schlacht als Motiv

Zu seinen bekanntesten Werken gehört die „Alexanderschlacht“, die Altdorfer 1528 und 1529 schuf. Das monumentale Gemälde zeigt den Sieg Alexanders des Großen über den Perserkönig Darius.
Heute hängt das Bild in der Alten Pinakothek in München. Wer davorsteht, bekommt dabei nicht nur eine Schlacht zu sehen: Altdorfer verbindet die zahlreichen Figuren mit einer gewaltigen Landschaft und einem dramatischen Himmel. Die Natur ist dabei fast genauso wichtig wie das eigentliche Kampfgeschehen.

Sein künstlerisches Werk umfasst außerdem zahlreiche Holzschnitte, Druckgrafiken und weitere Tafelbilder. Altdorfer starb am 12. Februar 1538 in Regensburg.

Warum landet ein Regensburger Künstler als Straßennamen in Happing?

Eine persönliche Verbindung zwischen Altdorfer und Rosenheim gibt es nicht. Nach allem, was historisch bekannt ist, war er nie hier.
Dass die Rosenheimer Altdorferstraße trotzdem existiert, hat einen deutlich prosaischeren Grund: In Happing wurden Straßen nach bedeutenden Künstlern benannt. Direkt in der Nähe liegt beispielsweise die Albrecht-Dürer-Straße. Die Altdorferstraße gehört damit zu einem kleinen „Künstlerviertel“ im Stadtgebiet.
Das Prinzip ist nicht nur in Rosenheim verbreitet. In vielen deutschen Städten wurden und werden Wohngebiete nach bekannten Malern und Künstlern benannt. Auch Altdorfer hat dadurch mehrfach einen Platz im Straßenbild gefunden. In Deutschland gibt es schätzungsweise einige Dutzend Altdorfer- beziehungsweise Albrecht-Altdorfer-Straßen.

Für Rosenheim bedeutet das: Wer durch die Altdorferstraße fährt, bewegt sich zwar nicht auf den Spuren des Künstlers – erinnert wird dort aber an einen Mann, der die europäische Kunstgeschichte nachhaltig geprägt hat.
Und vielleicht passt die Wahl für Rosenheim sogar ganz gut: Altdorfer machte die Landschaft zum Hauptmotiv seiner Bilder. In Happing ist man schließlich auch nicht allzu weit von der Landschaft entfernt, die Rosenheim bis heute prägt.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: ai generiert)

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