Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die Zeit um 1906. Auf unserer historischen Aufnahme ist das Kurz- und Schnittwarengeschäft Birkmaier in der Münchener Straße 22 in Rosenheim zu sehen.
Das Gebäude war zu diesem Zeitpunkt noch keine 50 Jahre alt. Es wurde 1863/64 von Baumeister Simon Lutz errichtet – als Doppelhaus gemeinsam mit dem Nachbaranwesen Münchener Straße 24. Beide Haushälften waren ursprünglich identisch gestaltet.
Im Erdgeschoss wurde bereits 1876 der erste Laden eingerichtet. Der Nadlermeister Josef Leidl hatte das Haus gekauft und dort sein Geschäft eröffnet. 1889 kam ein zweiter Laden hinzu. Die Münchener Straße hatte nach der Verlegung des Bahnhofs an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen und wurde zunehmend zu einer wichtigen Geschäftsstraße.
Aus zwei Läden wird ein großes Geschäft
Um 1906 übernahm der Kurz- und Schnittwarenhändler Willibald Birkmaier die beiden Geschäfte. Er ließ sie zu einem großen, einheitlichen Laden zusammenlegen. Auf unserem Foto ist dieses Geschäft zu sehen.
Schnittwaren waren textile Stoffe, die als Meterware von der Rolle verkauft wurden. Der Begriff dürfte heute vor allem noch älteren Rosenheimern etwas sagen. Damals gehörten Stoffe, Bänder und andere Waren dieser Art zum Sortiment von Fachgeschäften wie dem von Birkmaier.
Spickenreuther folgt auf Birkmaier
Lange blieb das Haus allerdings nicht im Besitz von Birkmaier. Bereits 1908 erwarb der Hafnermeister Josef Spickenreuther das Anwesen.
Unter seinem Namen wurde das Geschäft später vielen Rosenheimern ein Begriff: Spickenreuther betrieb hier ein Haushalts- und Spielwarengeschäft. Damit begann für das Haus eine neue Geschäftsgeschichte.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


Spikenreuther ist meiner Kinderseele noch in guter Erinnerung! 😀 Zu einem Geburtstag habe ich einen Kreisel bekommen, den ich sehr oft im Geschäft bewundert habe! Ein Blechkreisel, ca 20cm Durchmesser, hat auch noch eine Melodie gespielt 😀.
Eine schöne Erinnerung!