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Lebkuchen Ende August: Wer kauft die eigentlich schon?

Aufgestapelte Lebkuchenverpackungen in einem Rosenheimer Supermarkt Ende August 2026. Foto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

27. August 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim / Deutschland – In Rosenheim stehen die ersten Lebkuchen, Spekulatius und andere Weihnachtssüßigkeiten wieder in den Regalen. Dabei fühlt sich der August eigentlich noch nach Sommer an. Wer greift jetzt schon zu – und wann beginnt die große Zeit für Lebkuchen und Co. tatsächlich? Ein Blick auf die Zahlen zeigt Überraschendes.

Kaum neigt sich der Sommer dem Ende zu, beginnt in den Supermärkten die Weihnachtszeit. Lebkuchen, Spekulatius, Dominosteine und andere saisonale Süßigkeiten sind bereits Ende August vielerorts erhältlich. Für viele Verbraucher fühlt sich das erstaunlich früh an. Doch die Verkaufszahlen zeigen: Die große Lebkuchenzeit ist im August noch längst nicht erreicht.

Nur wenige kaufen schon im August

Nach einer YouGov-Befragung aus dem Jahr 2025 kaufen gerade einmal 4 Prozent der Deutschen Weihnachtsgebäck bereits im August. 5 Prozent beginnen im September damit, 15 Prozent im Oktober. Die größte Gruppe wartet bis November: 45 Prozent gaben an, ab diesem Monat Weihnachtsgebäck zu kaufen. Weitere 20 Prozent beginnen erst im Dezember.
Für die Untersuchung wurden vom 29. August bis 1. September 2025 insgesamt 2.021 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland befragt. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert.

Das bedeutet: Auch wenn die Lebkuchen Ende August bereits prominent in den Regalen liegen, gehört nur eine kleine Minderheit zu den frühen Käufern.

November und Dezember sind die stärksten Monate

Noch deutlicher wird es beim Blick auf tatsächliche Einkaufsdaten. Das YouGov Shopper Panel wertete die Käufe von Weihnachts-Saisongebäck für die Jahre 2019 bis 2024 aus. Im Durchschnitt entfielen dabei 38 Prozent des Jahresabsatzes auf den November und 36 Prozent auf den Dezember. Der Oktober kam auf 18 Prozent.
Auch die konkreten Zahlen für 2024 zeigen, wann die Nachfrage ihren Höhepunkt erreicht: Im November wurden laut YouGov rund 177 Millionen Packungen Weihnachts-Saisongebäck gekauft, im Dezember waren es weitere 159 Millionen Packungen.
Beim Umsatz war ebenfalls der November der stärkste Monat. Hier wurden rund 477 Millionen Euro mit Weihnachts-Saisongebäck umgesetzt, im Dezember waren es 368 Millionen Euro.

Der August spielt dagegen beim tatsächlichen Weihnachtsgebäck-Konsum nur eine sehr kleine Rolle.

Im Herbst nimmt die Nachfrage zu

Ganz ohne Käufer bleiben Lebkuchen und Co. im Spätsommer allerdings nicht. Die YouGov-Auswertung zeigt, dass September und Oktober inzwischen durchaus wichtige Monate für das saisonale Geschäft sind.
Zwischen 2019 und 2024 stieg die Zahl der Käufer von Weihnachtsgebäck im September um 10,3 Prozent auf 10,8 Millionen Menschen. Im Oktober waren es 2024 rund 19,9 Millionen Käufer – 7,3 Prozent mehr als 2019.

Die eigentliche Weihnachtsgebäck-Saison beginnt also langsam im Herbst, ihren Schwerpunkt hat sie aber erst deutlich später.

Wird Weihnachten immer früher?

Der Eindruck, dass Lebkuchen jedes Jahr früher in den Regalen auftauchen, ist offenbar nicht so eindeutig, wie es angesichts der sommerlichen Temperaturen scheint. YouGov berichtete bereits 2021 davon, dass Weihnachtsgebäck teilweise schon Ende August beziehungsweise Anfang September angeboten wird. Auch in den folgenden Untersuchungen wird dieser Zeitraum als üblicher Saisonstart genannt.

Dass uns die Lebkuchen Ende August trotzdem besonders früh vorkommen, könnte auch daran liegen, dass sich der Verkaufsstart mit einer Zeit überschneidet, in der draußen häufig noch sommerliche Temperaturen herrschen. Weihnachtsmänner und Lebkuchen wirken zwischen Badehose und Freibadbesuch eben auffälliger als im November.

Produziert wird für Weihnachten schon im Sommer

Dass die Ware bereits Ende August in den Regalen liegt, hat zudem einen ganz praktischen Grund. Die Produktion läuft lange vorher an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2024 rund 81.000 Tonnen Lebkuchen in Deutschland produziert. 32 Prozent der Jahresproduktion entfielen dabei bereits auf die Monate Juli bis September.
Die Hersteller fahren ihre Produktion im dritten Quartal entsprechend hoch, damit die Ware rechtzeitig für die Saison im Handel zur Verfügung steht.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: re)

1 Kommentar

  1. Dachte ich es mir doch, das ist ein Nebenjob vom Osterhasen!
    Womöglich Schwarzarbeit!
    Seine Restposten warten vielleicht noch auf die wundersame Verwandlung
    zum NIKOLAUS ? 😉

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