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Glückshafen und Riesenrad, Rosenheim, 1973

Rosenheimer Herbstfest mit Glückshafen und Riesenrad im Fokus im Jahr 1973. Foto: Archiv Herbert Borrmann - Foto Krämer

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

2. September 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1973. Auf der historischen Aufnahme ist der Rosenheimer Glückshafen auf der Loretowiese zu sehen.

Die Aufnahme entstand in der Dämmerung, während die Sonne gerade unterging. Dadurch kommt der Schriftzug „Glückshafen“ besonders schön zur Geltung: Er leuchtet dem Betrachter förmlich entgegen. Auch das Riesenrad im Hintergrund ist noch gut zu erkennen. Es steht bis heute an dieser Stelle auf der Loretowiese – allerdings hat sich auch hier im Laufe der Jahrzehnte einiges verändert.

Ein Glückshafen mit bewegter Geschichte

Der Rosenheimer Glückshafen hat eine lange Tradition. Auch heute können Besucher dort während des Herbstfestes Lose für den guten Zweck kaufen und auf einen Gewinn hoffen. Außerhalb der Wiesnzeit wird das Erdgeschoss des Gebäudes als Bäckerei genutzt. Der saisonale Umbau ist architektonisch so gelöst, dass sich der Pavillon für beide Nutzungen einsetzen lässt.

Auf dem Foto von 1973 steht allerdings noch der Vorgängerbau des heutigen Glückshafens. Der markante Pavillon mit seinen drei Spitzen wurde 1958 errichtet und war mit seinem geschwungenen Dach ein echter Hingucker. Die ungewöhnliche Konstruktion überspannte eine große Fläche ohne störende Säulen und verlieh dem Gebäude sein futuristisches Aussehen.
Mehr als vier Jahrzehnte stand der Glückshafen auf der Loretowiese, bevor seine Geschichte ein überraschendes Ende nahm: Im Spätherbst 1999 hielt die Dachkonstruktion den schweren Schneemassen nicht mehr stand. Das Dach brach unter der Last zusammen.

Für den Losverkauf musste schnell eine Lösung gefunden werden. Beim Herbstfest 2000 half man sich zunächst mit einer provisorischen Container- und Zeltlösung. Schon im Jahr darauf konnte dann der heutige feste Pavillon eingeweiht werden – ebenfalls an der vertrauten Stelle mitten auf der Loretowiese.

Auch das Riesenrad erzählt Geschichte

Wer auf der historischen Aufnahme genauer hinsieht, entdeckt noch ein interessantes Detail: Die Gondeln des Riesenrads sind offen. Das war auf deutschen Volksfesten damals noch ganz normal. Die Fahrgäste saßen mit freiem Blick nach allen Seiten und lediglich durch einen einfachen Sicherheitsbügel oder eine Kette gesichert hoch über dem Festplatz.

Das heute bekannte Willenborg-Riesenrad gab es 1973 noch nicht. Es wurde erst 1979 gebaut und steht seitdem regelmäßig auf der Rosenheimer Loretowiese. Mit seinen geschlossenen Gondeln gehört es heute längst zum vertrauten Bild des Herbstfestes.
So hält dieses Foto gleich zwei Stücke Rosenheimer Volksfestgeschichte fest: den damaligen Glückshafen, der längst einem neuen Bau gewichen ist, und ein Riesenrad aus einer Zeit, in der eine Fahrt in luftiger Höhe noch deutlich mehr freien Blick auf den Himmel und den Fahrtwind bot.

Ein schönes Detail am Rande: Der Glückshafen ist damit bis heute seinem ursprünglichen Standort treu geblieben. Was sich verändert hat, ist vor allem das Gebäude – die Tradition, Lose für den guten Zweck zu verkaufen und dabei auf das große Glück zu hoffen, ist geblieben.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann – Foto Krämer / Artikel: Karin Wunsam)

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