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Straßennamen in Rosenheim: Alzstraße

Straßenname Symbolfoto Alzstraße ai generiert

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

3. September 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Die Alz fließt nicht durch Rosenheim. Trotzdem ist ihr in Happing eine Straße gewidmet. Warum? Tatsächlich hat der Fluss mehr mit unserer Stadt zu tun, als man zunächst vermuten könnte. Denn die Alz beginnt am Chiemsee und endet im Inn – und damit bei genau jenem Fluss, der durch Rosenheim fließt.

Über 500 Straßen gibt es inzwischen im Rosenheimer Stadtgebiet. Ihre Namen erinnern an Persönlichkeiten, Orte, Landschaften oder historische Ereignisse. Manche führen aber auch geografisch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Alzstraße gehört zu dieser Gruppe.

Sie liegt im Stadtteil Happing und ist heute eine ruhige Wohnstraße. Wer dort unterwegs ist, dürfte beim Blick auf das Straßenschild kaum an einen Fluss denken. Dabei steckt hinter dem Namen eine interessante Verbindung zur Gewässerlandschaft der Region.

18 Rosenheimer Straßen erinnern an Gewässer

Die Alzstraße ist nicht die einzige Straße in Rosenheim, deren Name auf ein Gewässer außerhalb des Stadtgebiets verweist. Insgesamt gibt es 18 solcher Straßennamen. Dazu gehören unter anderem die Chiemseestraße und der Salzachring.
Die Alzstraße befindet sich dabei in einer Umgebung, in der weitere Straßennamen auf Flüsse der Region verweisen. So liegen beispielsweise die Leitzachstraße und die Isarstraße in der Nähe. Doch wo genau verläuft eigentlich die Alz?

Vom Chiemsee Richtung Inn

Die Antwort führt nach Seebruck. Dort verlässt der Chiemsee an seinem nördlichsten Punkt das Seewasser als Alz. Der Fluss zieht anschließend rund 63 Kilometer durch die Landkreise Traunstein und Altötting, bevor er bei Marktl in den Inn mündet.
Damit gehört die Alz zum Flusssystem des Inns. Für Rosenheim ist das der entscheidende geografische Zusammenhang: Der Inn, in den die Alz mündet, fließt mitten durch die Stadt.

Die Alz selbst lässt sich dabei in zwei Abschnitte teilen. Die Obere Alz reicht vom Chiemsee bis Altenmarkt. Dort befindet sich auch ein rund zwei Meter hoher natürlicher Wasserfall. Von Altenmarkt bis zur Mündung in den Inn wird der Fluss als Untere Alz bezeichnet.

Natur und Industriegeschichte

Die Alz hat auf ihrem Weg unterschiedliche Landschaften zu bieten. Gleichzeitig ist vor allem ihr Unterlauf stark von menschlicher Nutzung geprägt. Dort befindet sich auch das bayerische Chemiedreieck.
Die Geschichte der Nutzung reicht weit zurück. Im 19. Jahrhundert wurde die Alz zunehmend reguliert und begradigt. Ab 1916 wurde der Alzkanal zur Energiegewinnung genutzt. Die Wasserkraft spielte später eine wichtige Rolle bei der Ansiedlung der chemischen Industrie in der Region.

Heute geht es an vielen Stellen wieder darum, dem Fluss mehr Raum und natürliche Strukturen zu geben. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein setzt deshalb verschiedene Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung der Alz um.

Ein Straßenschild mit weiter Reise

Warum die Rosenheimer Straße einst genau diesen Namen erhielt, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen nicht eindeutig nachvollziehen. Sicher ist aber: Die Alzstraße gehört zu einer Reihe von Rosenheimer Straßennamen, die auf die Gewässerlandschaft der weiteren Region verweisen.

Und so steckt in dem unscheinbaren Straßenschild in Happing tatsächlich eine kleine geografische Reise. Sie beginnt am Chiemsee, führt 63 Kilometer durch das Voralpenland und endet schließlich im Inn.
Die Alz fließt also nicht durch Rosenheim. Aber ihr Wasser landet irgendwann in genau dem Fluss, der unsere Stadt durchquert.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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