Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die 1970er Jahre. Auf der historischen Aufnahme ist Karstadt Rosenheim zu sehen. Davor und daneben herrscht reges Treiben: Zahlreiche Passanten sind unterwegs, auf der Münchener Straße reiht sich Auto an Auto. Mittendrin steht das damalige Karstadt-Gebäude mit seiner markanten Waschbetonfassade.
Früher war alles schöner? Diese Frage darf sich beim Betrachten des Fotos jeder selbst beantworten. Fest steht: Das Rosenheim, das diese Aufnahme zeigt, wirkt heute in vielen Bereichen ungewohnt. Die Münchener Straße war eine stark befahrene Verkehrsader mitten durch die Innenstadt. Autos, Fußgänger und Geschäfte bestimmten das Straßenbild – ein regelrechtes Gewusel.
Auch Karstadt dürfte dabei vielen Rosenheimern besonders ins Auge fallen. Das Kaufhaus mit seiner Waschbetonfassade wurde am 16. April 1970 eröffnet. Die Architektur war damals zeitgemäß, wurde aber auch kontrovers diskutiert und prägt die Aufnahme deutlich.
Ein Foto mit zeitlichen Anhaltspunkten
Eine genaue Jahreszahl ist auf dem Foto nicht angegeben. Einige Details helfen jedoch dabei, den Entstehungszeitraum einzugrenzen. Gegenüber von Karstadt ist die Bayerische Staatsbank zu sehen. Das Gebäude stand dort noch in seiner ursprünglichen Form. Es wurde 1979 abgerissen. Das Foto muss deshalb vor diesem Zeitpunkt entstanden sein. Da Karstadt wiederum erst im April 1970 eröffnet wurde, lässt sich die Aufnahme auf die Zeit zwischen 1970 und 1979 eingrenzen.
Auch das Café Buchecker an der Münchener Straße 14 ist auf dem historischen Stadtbild ein weiterer Anhaltspunkt. Das Café war seit seiner Eröffnung 1965 Teil des Rosenheimer Innenstadtlebens.
So erzählt das Foto nicht nur von einem Karstadt, den es in dieser Form heute nicht mehr gibt. Es zeigt auch eine Innenstadt, in der sich das Leben auf der Straße abspielte – mit dichtem Autoverkehr, zahlreichen Passanten und Gebäuden, die inzwischen längst verschwunden oder verändert sind.
Und ob dieses Rosenheim nun schöner war als das heutige? Das bleibt dem Betrachter dieses historischen Fotos überlassen.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)


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