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Bäuerinnen zwischen Hof, Familie und Büro: So sieht der Alltag von Betriebsleiterinnen aus

Katharina Kern (links) und Franca Linder auf der Alm. Foto: AELF Rosenheim

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

5. September 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Tiere versorgen, den Hof organisieren, Förderanträge bearbeiten, die Familie versorgen und nebenbei noch einem weiteren Beruf nachgehen: Der Alltag von Frauen, die einen landwirtschaftlichen Betrieb führen, ist vielfältig. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim hat anlässlich des Internationalen Jahres der Frau in der Landwirtschaft Betriebsleiterinnen aus der Region zu ihrem Arbeitsalltag befragt.

In Bayern sind rund 221.000 Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt. Knapp 82.000 davon sind Betriebsinhaber. Rund ein Drittel der Arbeitskräfte sind Frauen. Etwa jeder zehnte landwirtschaftliche Betrieb im Freistaat wird von einer Frau geführt – das entspricht rund 8.000 Betriebsleiterinnen.

Arbeit richtet sich nach Tieren, Wetter und Jahreszeit

Nach den Erfahrungen der vom AELF befragten Betriebsleiterinnen unterscheidet sich der Arbeitsalltag deutlich von einem klassischen Acht-Stunden-Tag. Besonders bei tierhaltenden Betrieben richtet sich die Arbeitszeit nicht allein nach der Uhr, sondern nach dem Bedarf der Tiere, dem Wetter und den Jahreszeiten.
Gerade für Frauen, die gleichzeitig einen Hof führen und eine Familie haben, kann das zu einer besonderen Herausforderung werden. Denn während Tiere täglich versorgt werden müssen, gibt es bei der Kinderbetreuung feste Zeiten und auch der übrige Familienalltag muss organisiert werden.

Viele Frauen führen ihren landwirtschaftlichen Betrieb zudem in Teilzeit. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig weniger Arbeit. Häufig gehen die Betriebsleiterinnen zusätzlich einer außerlandwirtschaftlichen Beschäftigung nach, ebenfalls in Teilzeit.
‚Eine besondere Situation ergibt sich für Betriebe mit Almwirtschaft. Während der Sommermonate pendeln manche Bäuerinnen zwischen Tal und Alm oder übernehmen zeitweise als Sennerin die Verantwortung für die Tiere auf dem Berg.

Zwischen Selbstbestimmung und ständiger Erreichbarkeit

Die Leitung eines eigenen Betriebs bietet den Frauen gleichzeitig viel Gestaltungsspielraum. Sie können Entscheidungen selbst treffen, eigene Ideen umsetzen und die Entwicklung des Hofes mitbestimmen.
Die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit können dabei allerdings leicht verschwimmen. Gerade weil der eigene Betrieb ständig im Kopf präsent ist, fällt es vielen Betriebsleiterinnen schwer, tatsächlich Feierabend zu machen. Das AELF weist deshalb darauf hin, dass feste Strukturen und regelmäßige Erholungszeiten wichtig sind.

Bei tierhaltenden Betrieben kann der Arbeitstag beispielsweise bereits gegen 6 Uhr beginnen und an einzelnen Tagen erst gegen 22 Uhr enden. Das gilt auch am Wochenende und an Feiertagen, da die Tiere täglich versorgt werden müssen.

Viel Arbeit, die auf den ersten Blick nicht sichtbar ist

Neben der Arbeit auf dem Hof nimmt auch die Organisation einen großen Teil des Alltags ein. Dazu gehören unter anderem Buchhaltung, Förderanträge, Bestellungen, Terminplanung und der Kontakt zu Behörden.
Hinzu kommt die Planung des Familienalltags und häufig die Organisation verschiedener Betriebszweige, etwa in der Direktvermarktung. Diese sogenannte mentale Arbeit sei im landwirtschaftlichen Alltag von außen oft weniger sichtbar, spiele für die Betriebsleiterinnen aber eine wichtige Rolle.

Gleichzeitig wirken nach Einschätzung des AELF weiterhin traditionelle Rollenbilder. Frauen übernehmen demnach häufig zusätzlich einen großen Teil der Aufgaben im Haushalt und in der Familie. Der Anspruch, gleichzeitig den Betrieb erfolgreich zu führen und Familie und Partnerschaft gerecht zu werden, kann zu einer hohen Belastung führen.

Hof und Familie an einem Ort

Als Vorteil ihres Lebens auf dem landwirtschaftlichen Betrieb nennen die befragten Bäuerinnen, dass Arbeitsplatz und Zuhause miteinander verbunden sind. Dadurch können auch Kinder in den Arbeitsalltag einbezogen werden.
Gerade die Arbeit mit Tieren oder gemeinsame Zeiten auf der Alm werden von den Frauen als prägende Erfahrungen für die Familie beschrieben. Eine der befragten Bäuerinnen bezeichnete diese gemeinsamen Erlebnisse als „Erholung für Körper und Geist“ und als „Kur für die Seele“.

Das AELF Rosenheim hat die Befragung im Rahmen des von den Vereinten Nationen ausgerufenen International Year of the Woman Farmer 2026 durchgeführt. Im Mittelpunkt standen dabei die Erfahrungen von Betriebsleiterinnen aus der Region und die unterschiedlichen Anforderungen, die mit der Führung eines landwirtschaftlichen Betriebs verbunden sind.
(Quelle: Pressemitteilung AELF / Beitragsbild: Copyright AELF)

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