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IHK Rosenheim fordert Augenmaß bei Gewerbesteuer

Luftaufnahme Rosenheim. Foto: Archiv Innpuls.me

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

5. September 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Sechs Kommunen im Landkreis Rosenheim haben im vergangenen Jahr ihre Gewerbesteuerhebesätze erhöht. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der IHK für München und Oberbayern hervor. Die IHK spricht sich angesichts der Entwicklung für Augenmaß bei der Gewerbesteuer aus. Nach ihrer Einschätzung können höhere Hebesätze die Kosten für Unternehmen erhöhen und Investitionen erschweren.

Am stärksten angehoben wurde der Hebesatz in Breitbrunn am Chiemsee. Dort stieg er um 35 Prozentpunkte auf 365 Prozent. In der Gemeinde Chiemsee wurde der Hebesatz um 20 Prozentpunkte erhöht. Amerang, Großkarolinenfeld, Schechen und Vogtareuth erhöhten jeweils um 10 Prozentpunkte.

Senkungen gab es im Landkreis Rosenheim nach Angaben der IHK nicht. Der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz stieg dadurch um zwei Prozentpunkte auf 344 Prozent. Damit liegt er knapp über dem Durchschnitt aller 500 oberbayerischen Kommunen, der bei 343 Prozent liegt. Der Hebesatz der Stadt Rosenheim blieb unverändert bei 400 Prozent.

201 Millionen Euro Gewerbesteuer im Landkreis

Die Kommunen im Landkreis Rosenheim nahmen 2025 insgesamt rund 201 Millionen Euro Gewerbesteuer ein. Das waren etwa 1 Million Euro mehr als im Jahr zuvor. Von den Einnahmen müssen die Kommunen eine Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder abführen. Diese belief sich im vergangenen Jahr nach Angaben der IHK auf fast 23 Millionen Euro.
Nach Abzug der Umlage machten die Gewerbesteuereinnahmen rund 39 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis aus.

In der Stadt Rosenheim stiegen die Gewerbesteuereinnahmen 2025 nach Angaben der IHK um 23 Prozent auf 71 Millionen Euro. Davon entfielen 6,5 Millionen Euro auf die Gewerbesteuerumlage.

IHK warnt vor Belastungen für Unternehmen

Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim, bewertet die Entwicklung aus Sicht der Wirtschaft kritisch. „Augenmaß bei den Gewerbesteuern bleibt das A und O einer soliden Finanz- und Wirtschaftspolitik in den Gemeinden. Steigende Hebesätze erhöhen die Kosten für die Unternehmen und können Investitionen erschweren. In der aktuellen Dauerkrise mit ohnehin schon zahllosen Belastungen für die Unternehmen wäre das langfristig umso schädlicher für die Wirtschaft vor Ort“, sagt Bensegger.

Gleichzeitig räumt Bensegger ein, dass die Kommunen angesichts steigender Ausgaben finanziell unter Druck stehen. Aus Sicht der IHK müssten deshalb sowohl die Handlungsfähigkeit der Kommunen als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen berücksichtigt werden.
„Dass viele Gemeinden und Städte durch immer höhere Ausgaben finanziell unter Druck stehen, ist nachvollziehbar. Die Kommunen stehen vor einem schwierigen Spagat: Sie müssen ihre wachsenden Aufgaben finanzieren und gleichzeitig attraktive Standortbedingungen für Unternehmen sichern. Aus Sicht der IHK braucht es deshalb Lösungen, die sowohl die Handlungsfähigkeit der Kommunen als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Die Haushaltslöcher dürfen aber nicht auf dem Rücken der heimischen Unternehmen gestopft werden“, sagt Bensegger.

München mit höchstem Hebesatz in Oberbayern

Beim Gewerbesteuerhebesatz liegt die Landeshauptstadt München mit 490 Prozent an der Spitze Oberbayerns. Danach folgen Kirchberg im Landkreis Erding mit 430 Prozent sowie Berglern, Langenpreising und Kösching mit jeweils 420 Prozent.
Den niedrigsten Hebesatz hat nach der IHK-Auswertung die Gemeinde Baierbrunn im Landkreis München mit 230 Prozent. Jeweils 240 Prozent gelten in Grünwald und Pöcking sowie in Stammham und Bad Wiessee.

Bundesweit beträgt der gesetzlich vorgeschriebene Mindesthebesatz derzeit 200 Prozent. Nach Angaben der IHK steigt dieser Mindestwert ab 2027 auf 280 Prozent. Nach aktuellem Stand wären davon 13 Kommunen in Oberbayern betroffen. Im Landkreis Rosenheim liegt keine Kommune unter diesem Wert.

Grundlage der IHK-Auswertung sind die vom Bayerischen Landesamt für Statistik bereitgestellten Gewerbesteuerhebesätze für das Jahr 2025.
(Quelle: Pressemitteilung IHK Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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