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Wiesn-Blaulicht: Von Liegestützten, zwei Promille und einem unfreiwilligen Spurensicherungsanzug

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

6. September 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim / Landkreis Rosenheim – Das Rosenheimer Herbstfest steuerte am Samstag (5. September) auf seinen Höhepunkt zu. War das Wetter am Nachmittag noch bedeckt und regnerisch, lachte später dann doch die Sonne vom Himmel. Bei diesem Wiesnwetter kamen zahlreiche Besucher aus Stadt und Land nach Rosenheim und nutzten die Gelegenheit, ausgiebig auf der Festwiese zu feiern. Im Laufe des Abends hatte die Wiesnwache allerdings wieder alle Hände voll zu tun. Die Polizei berichtet von mehreren Vorfällen und Wiesnverboten.

„Wasser marsch“ – jetzt wird aber gepumpt

Zum Dienstbeginn konnte die Wiesnwache in einem Grünstreifen am Festgelände acht junge Männer aus dem schönen Bundesland Tirol feststellen. Aufgereiht standen sie dort und packten gerade ihre Hemden in die teilweise noch geöffneten Latzhosen ihrer Lederhosen.
Offenbar hatten sie einiges an Gerstensaft zu sich genommen, der nun auf natürlichem Weg wieder den Körper verlassen wollte. Die kräftigen Männer zeigten sich einsichtig und taten noch vor Ort Buße: Niederliegend reihten sie sich auf und pumpten jeweils 20 Liegestütze vor der Wiesnwache.

2 x Gerlos, 1 x St. Johann

Nicht einmal 15 Minuten dauerte es, bis drei Österreicher an drei unterschiedlichen Bierbuden auftauchten. Vermutlich tranken sie dort nicht, sondern schütteten das hopfige Getränk direkt in sich hinein.
Ob sich die beiden Männer aus Gerlos kannten, konnte nicht mehr herausgefunden werden. Was aber alle drei gemeinsam hatten, waren ihre Alkoholwerte: Fast punktgenau hatte jeder von ihnen zwei Promille intus. Und noch etwas war ihnen gleich: Jeder der drei bekam ein Wiesnverbot.

„Ola Policia“ – dann war eine Grenze überschritten

„Ola Policia“ rief ein 39-jähriger Mann aus der Slowakei einer Beamtin der Wiesnwache zu. Bis dahin war alles noch soweit in Ordnung. Doch dann vergriff sich der Mann im wahrsten Sinne des Wortes: Er fasste der Beamtin an das Gesäß und kniff sie.
Damit war eine Grenze, eine rote Linie, überschritten. Der 39-Jährige wurde zur Wiesnwache gebracht und erhielt ein Wiesnverbot. Mit knapp zwei Promille war der Slowake deutlich angetrunken. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen sexueller Beleidigung eingeleitet.

Immerhin noch Socken und ein Hemd

Fast im Adamskostüm wurde ein 27-Jähriger aus Kufstein am Rand des Herbstfestes angetroffen. Als Bekleidung trug er lediglich noch Socken und ein Hemd, das er sich um die Hüfte gebunden hatte.
Hose, Schuhe und Weste seien irgendwo verstreut, erklärte der Mann. Doch auch für solche Fälle ist die Polizei gerüstet. Vielleicht modetechnisch nicht ganz en vogue, aber zweckmäßig, erhielt der 27-Jährige einen weißen polizeilichen Spurensicherungsanzug. Anschließend ging es mit dem Taxi ab nach Tirol.

Österreichische Verkehrspolizei im Einsatz

Die Wiesnwache wird während des Herbstfestes auch von Beamten aus Österreich unterstützt. Dass nun sogar die österreichische Verkehrspolizei Hilfe leistete, war allerdings neu.
An der Kreuzung vor der Rosenheimer Dienststelle stand plötzlich ein 18-Jähriger aus Tirol. Eifrig versuchte er, in seiner Lederhose den Verkehr zu lenken und wuchtete seine Arme kreuz und quer durch die Gegend.

So richtig funktionieren wollte das allerdings nicht. Keiner der Autofahrer nahm ihn ernst und ignorierte seine Zeichen und Weisungen. Auch die Polizei beendete das Trauerspiel. Der 18-Jährige wurde mit den polizeilichen Worten entlassen, künftig brav auf das grüne Fußgängersymbol an der Ampel – den Wiesntrommler – zu schauen und dann die Straße zu überqueren. Das Ergebnis: Als Angehöriger der Verkehrspolizei ist der 18-Jährige nicht geeignet.

Pannenfahrzeug auf der Fahrbahn

Was es nicht alles rund um das Herbstfest gibt: Sogar ein liegengebliebenes Fahrzeug, eine Art Pannenfahrzeug, beschäftigte die Polizei. Das Gefährt hatte bei seiner rasanten Fahrt wohl den einen oder anderen Reifen verloren und wurde anschließend vom Besitzer lieblos und achtlos zurückgelassen. Völlig allein stand der Eigenbau herum.

Erste polizeiliche Ermittlungen ergaben, dass damit offenbar für einen Junggesellenabschied flüssige Nahrung transportiert worden war.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Fotomontage: Hintergrund Innpuls.me, eingeblockt: Polizeiinspektion Rosenheim)

Wiesnblaulicht 2026. Pannenfahrzeug der anderen Art. Foto: Copyright Polizeiinspektion Innpuls.me

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