Rosenheim – Sie sehen ein bisschen so aus, als wären gerade mehrere kleine Ufos auf der Wiese gegenüber der Klosterkirche gelandet. Bei genauerem Hinsehen wird allerdings schnell klar: Mit außerirdischer Technologie haben die futuristisch anmutenden grauen Konstruktionen nichts zu tun. Sie sollen vielmehr ein sehr irdisches Wiesn-Problem in den Griff bekommen: die Wildbiesler.
Während des Rosenheimer Herbstfests stehen die mobilen Urinale an mehreren Stellen rund um das Festgelände. Unter anderem finden sich solche Stationen am Klosterweg und auf dem Wiesenstück neben dem Herbstfesteingang an der Loretokapelle. Dort sollen sie verhindern, dass sich Festbesucher in Vorgärten, Grünanlagen oder an Hauswänden erleichtern. Die Stadt setzt dabei schon seit mehreren Jahren auf die mobilen Anlagen und bezeichnet sie als bewährt.
Die Idee dahinter ist simpel: Wer dringend muss, soll eine Möglichkeit haben, sich schnell und unkompliziert zu erleichtern – und zwar dort, wo es auch vorgesehen ist. Wer trotzdem wild uriniert und dabei erwischt wird, muss mit 100 Euro Bußgeld und zusätzlich 25 Euro Verwaltungsgebühr rechnen.
Nicht jeder findet die Lösung gelungen
Doch so praktisch die Urinale für manchen Wiesnbesucher sein mögen: Bei allen kommen sie nicht gut an. Ein Kritikpunkt ist der fehlende Sichtschutz. Die Anlagen sind bewusst offen gestaltet. Wer daran vorbeigeht, kann also durchaus einen direkten Blick auf Männer beim Urinieren erhaschen. Genau das sorgte in Rosenheim bereits in früheren Jahren für Beschwerden. Besucher kritisierten damals, dass auch Frauen und Kinder beim Vorbeigehen zwangsläufig mit dem Anblick konfrontiert würden.
Die Stadt sieht einen möglichen Sichtschutz allerdings ebenfalls kritisch. Die offenen Urinale sollen möglichst auffällig sein, damit sie von den Wiesnbesuchern auch tatsächlich genutzt werden. Eine Abschirmung könnte diesen Zweck beeinträchtigen, so die damalige Argumentation der Stadt.
In dieser Herbstfest-Saison kommt nun ein weiterer Kritikpunkt hinzu: der Geruch. Gerade bei den sommerlichen Temperaturen war rund um einzelne Stationen ein deutlicher Uringeruch wahrnehmbar. Einige Anwohner haben uns darauf angesprochen. Die mobilen Anlagen werden zwar regelmäßig geleert und gereinigt – bei einem Volksfest mit vielen Besuchern und warmen Temperaturen bleibt die Geruchsbelastung offenbar dennoch ein Thema.
Ein Wiesn-Problem mit langer Geschichte
Das Wildbieseln beschäftigt die Stadt schon seit vielen Jahren. Neben den mobilen Männer-Urinalen gibt es deshalb auch WC-Container im Umfeld der Loretowiese. In diesem Jahr stehen sie unter anderem in der Herbststraße/Ecke Klosterweg und in der Kaiserstraße auf Höhe der Polizei.
Ganz verschwunden ist das Problem dadurch allerdings nicht. Die Polizei ertappt immer wieder mal einen „Wildbiesler“.
Und so entpuppen sich die vermeintlichen Ufos am Ende als ganz irdische Problemlöser.😅😉
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Karin Wunsam)


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