Rosenheim – Zwei Freunde verloren, zwei Frauen mit „sauberem Hack’l“ und eine Fahndung, die an einer geradezu einzigartigen Personenbeschreibung scheiterte: Auch am zwölften Wiesntag hatte die Rosenheimer Wiesnwache wieder ihre ganz eigenen Begegnungen. Und ganz nebenbei gab es für die Beamten noch eine kleine Lektion in ausländischem Vokabular.
Der zweite Familientag auf dem Rosenheimer Herbstfest verlief am Mittwoch (9. September) zunächst noch bei tröpfelndem Regen. Am Abend ließ der Regen mehr und mehr nach. Nach den rund 30 Grad vom Vortag wurde es merklich kühler. Der Stimmung auf dem Festgelände tat das keinen Abbruch.
Erste nicht geklärte „Vermissung“
Die fast schon als Dogma geltende Wiesnwachen-Regel, dass Vermisstenfälle innerhalb von 15 Minuten geklärt werden, bekam am Mittwoch einen herben Dämpfer. Denn erstmals konnte eine „Vermissung“ nicht aufgeklärt werden.‘
Ein Festbesucher sprach eine Streife der Wiesnwache an: Er hatte seine beiden Freunde im Getümmel verloren. Gemeinsam wollten die drei anschließend noch das Nachtleben in der Rosenheimer Innenstadt unsicher machen. Nun stand der Besucher allein da und vermisste seine beiden Spezl. Die Beschreibung seiner Freunde war nach seiner Einschätzung geradezu einzigartig – ein Unikat, vielleicht sogar eine Premium-Eigenart. Die Fahndung blieb trotzdem erfolglos. Das entscheidende Merkmal: Beide hätten Haare auf dem Kopf und trügen eine Lederhose.😅👍 Da passte irgendwie der bekannte Spruch aus einer Falschfahrermeldung: „Nur einer? – Viele.“
Ob der Wiesnbesucher seine Freunde später wiedergefunden hat, ist der Polizei nicht bekannt. Vielleicht hätte ein weiteres Beschreibungsmerkmal geholfen. Denn denkbar wäre durchaus, dass die beiden Spezl Alkohol konsumiert haben. Aber auch das war im Nachtleben nach der Wiesn nicht unbedingt ein einzigartiges Detail.
„Hears’t, hob i an Hack’l“
Die Wiesnwache lernt während des Herbstfestes natürlich fleißig dazu. Nebenbei sammelt sie Erfahrung und erweitert ihr Wissen in ausländischer Grammatik und Vokabular.
Zwei Frauen aus Sölden wollten am Mittwoch wissen, wo man nach der Wiesn noch hingehen könne. Die Rosenheimer Innenstadt wurde als Tipp genannt und von den beiden dankend angenommen.
Dass die Damen zu diesem Zeitpunkt bereits sichtlich angetrunken waren, tat ihrem Eifer zum Weiterziehen keinen Abbruch. Ob sie allerdings noch lange durchgehalten haben, ließ sich nicht mehr ermitteln. Ihre bereits erfolgte „Vorab-Alkoholisierung“ durch gegorene Weingetränke beschrieben die beiden jedenfalls selbst so: „Hears’t, mia zwoa ham scho an sauberen Hack’l.“
Die Wiesnwache lernt also weiter. Und wer weiß, vielleicht gehört dieser Satz am Ende des Herbstfestes zum festen Wortschatz.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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