Deutschland / Bayern / Rosenheim – Hunde beobachten ihre Menschen genau. Dabei achten sie nicht nur auf Worte oder Signale, sondern vor allem auf Körpersprache, Mimik und Tonfall. Eine Einladung zum Spielen, ein Lob oder eine beruhigende Geste können für einen Hund nonverbal oft aussagekräftiger sein als das gesprochene Wort.
In Jahrtausenden des Zusammenlebens mit Menschen haben Hunde gelernt, Veränderungen in der Körperhaltung wahrzunehmen. Sie können erkennen, ob ein Mensch entspannt oder angespannt ist, Kontakt aufnehmen möchte oder gerade abgelenkt ist.
„Hunde beobachten uns viel genauer, als es den meisten bewusst ist. Sie reagieren oft schon auf unsere Körpersprache, bevor wir überhaupt etwas sagen“, erklärt Hundetrainer Anton Fichtlmeier.
Gerade in aufregenden Situationen kann die eigene Körpersprache eine Rolle spielen. Bei der Begegnung mit einem anderen Hund orientieren sich Vierbeiner zunächst an ihren Bezugspersonen. Wer selbst hektisch wird, kann diese Unruhe auf seinen Hund übertragen. Eine ruhige Haltung kann dagegen dazu beitragen, dass auch der Hund gelassener reagiert.
„Worauf ich achten kann, um Ruhe auszustrahlen, sind zum Beispiel langsame Bewegungen, eine entspannte Körperhaltung und ein gleichmäßiger Tonfall“, sagt Fichtlmeier.
Zuneigung richtig zeigen
Auch beim Zeigen von Zuneigung kommt es auf die Signale und die individuellen Vorlieben des Hundes an. Was Menschen als liebevoll empfinden, muss für das Tier nicht automatisch angenehm sein.
Während manche Hunde engen Körperkontakt und ausgiebiges Streicheln genießen, können sich andere davon bedrängt fühlen.
Auch ein freundlicher Blick kann Vertrauen schaffen. Allerdings sollte auch hier das Maß stimmen.
„Grundsätzlich ja, aber auch hier kommt es wieder auf das Maß an. Ein intensiver, anhaltender Blickkontakt wird von vielen Tieren als unangenehm oder sogar als Herausforderung empfunden“, so der Hundetrainer.
Den eigenen Hund aufmerksam beobachten
Wie ein Hund auf menschliche Kontaktaufnahme reagiert, hängt unter anderem von seinen bisherigen Erfahrungen ab. Wurde ein Hund früh an Berührungen gewöhnt und hatte viel Kontakt zu anderen Hunden und verschiedenen Menschen, ist er häufig zugänglicher. Schlechte Erfahrungen können dagegen zu Zurückhaltung oder Misstrauen führen.
Deshalb kann es hilfreich sein, den eigenen Hund aufmerksam zu beobachten und auf seine Reaktionen zu achten.
„Wichtige Fragen sind etwa: Wendet er sich mir entspannt zu? Sucht er den Kontakt von sich aus? Oder weicht er aus oder versucht, sich aus der Situation zurückzuziehen?“, sagt Fichtlmeier.
„Wer diese Reaktionen wahrnimmt, kann sein eigenes Verhalten und seine Körpersprache besser daran anpassen.“
(Quelle: Pressemitteilung IVH / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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