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Martins Eisenbahn-Großanlage, Rosenheimer Herbstfest, 1954

Attraktion auf dem Rosenheimer Herbstfest 1954: Martins Eisenbahn-Großanlage. Foto: Archiv Herbert Borrmann-Foto Nickl

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

12. September 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1954. Auf unserer historischen Aufnahme ist eine besondere Attraktion auf dem Rosenheimer Herbstfest zu sehen: die „Martins Eisenbahn-Großanlage“. Vor der aufwendig gestalteten Fassade herrscht reges Treiben. Besucher sind unterwegs, Fahrräder werden zum Festplatz geschoben und auch die Tracht ist bei einigen der damaligen Gäste schon zu sehen.

Die Fassade der Eisenbahnanlage fällt sofort ins Auge. „Martins Eisenbahn GroßAnlage“ steht dort zu lesen. Darunter findet sich ein Satz, der aus heutiger Sicht besonders berührt: „Erbaut von einem Kriegsversehrten.“

Der Krieg war noch allgegenwärtig

1954 lag das Ende des Zweiten Weltkriegs erst neun Jahre zurück. Der Hinweis auf der Fassade erinnert daran, dass die Folgen des Krieges auch im Alltag der Menschen noch deutlich präsent waren. Ein Volksfest stand zwar für Vergnügen und ein Stück Normalität – gleichzeitig gehörten die Schicksale der Kriegsversehrten ganz selbstverständlich zur Gesellschaft der Nachkriegszeit.
Bei der Martins Eisenbahn-Großanlage wurde dieses persönliche Schicksal sogar öffentlich sichtbar gemacht. Der Hinweis „erbaut von einem Kriegsversehrten“ erzählt von einem Menschen, der sich trotz seiner Kriegsverletzung mit dem Bau einer solchen Schaustellerattraktion offenbar eine berufliche Existenz geschaffen hatte.

Eine Eisenbahn als große Attraktion

Solche großen Schauanlagen waren damals besondere Publikumsmagneten. Die Besucher konnten in eine künstlich geschaffene Welt rund um die Eisenbahn eintauchen. Gerade in den 1950er-Jahren, als Reisen für viele Menschen noch längst nicht selbstverständlich waren und das Fernsehen erst allmählich Einzug in die Wohnzimmer hielt, konnten solche Anlagen eine ganz eigene Faszination entfalten.

Die historische Aufnahme zeigt auch das Drumherum. Vor der Fassade stehen und gehen Besucher, Herren und Buben sind mit Fahrrädern unterwegs. Einige Frauen tragen Tracht. Direkt vor der Schaustelleranlage steht außerdem ein Wohnwagen. Auf ihm ist der Name eines Betriebs zu erkennen – möglicherweise gehörte er zum Schaustellerunternehmen und diente dessen Bewohnern während der Festplatzzeit als Zuhause.

Gerade solche kleinen Details machen das Foto heute besonders interessant. Es geht nicht nur um eine längst verschwundene Attraktion, sondern auch darum, wie ein Besuch auf dem Herbstfest vor mehr als 70 Jahren aussah.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann – Foto Nickl / Artikel: Karin Wunsam)

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