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Wiesntor, Rosenheimer Herbstfest, 1955

Wiesntor im Jahr 1955. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

13. September 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1955. Das Wiesntor sah damals nicht nur ganz anders aus als heute – es stand sogar an einem anderen Platz.

Zu sehen ist eine aufwendig gestaltete Kulisse aus Holz und Leinwand mit einem Turm und einer Uhr. Als Vorbild diente das Rosenheimer Mittertor. Auch die Fenster gehörten zur gemalten Fassade der Kulisse.

Das Tor stand 1955 am südwestlichen Eingang der Loretowiese, dort, wo die Kaiserstraße auf das damalige Festgelände traf. Von der Altstadt aus gelangten die Besucher durch diesen Eingang auf die Wiesn. Grund: Dort, wo heute der Haupteingang war, war es zu dieser Zeit auf dem Gelände auf sehr matschig. 

Ein Kirchturm im Hintergrund

Spannend ist auch der Blick hinter das Tor. Zwischen den Bäumen ist ein Kirchturm zu erkennen. Nach der Perspektive der Aufnahme dürfte es sich um die Rosenheimer Klosterkirche handeln.

Mutter, Kind und eine geschlossene „Braterei“

Auf dem Foto sind außerdem eine Mutter und ihr Kind zu sehen. Die Wiesn hat offenbar noch nicht geöffnet. Die Stände warten auf die ersten Besucher. An einem ist deutlich das Wort „Braterei“ zu lesen.
Vieles wirkt noch kleiner und einfacher als auf der heutigen Wiesn. Gerade solche Details machen den Blick zurück interessant: Das Herbstfest von damals hatte mit der heutigen großen Wiesn noch einiges weniger gemeinsam.

Eine lange Geschichte

Auch das Wiesntor selbst hat eine wechselvolle Geschichte. Das historische Wiesntor war ein ehemaliger Stadteingang an der früheren Wiesngasse, der heutigen Kaiserstraße. Es wurde 1877 abgebrochen. Das heutige Wiesntor greift die Erinnerung an diesen historischen Stadteingang auf.
Das Tor auf unserem Foto von 1955 war dagegen eine Festkulisse, die sich am Mittertor orientierte. Es war also nicht das Wiesntor, das wir heute kennen – und es stand damals auch nicht dort, wo wir heute durch das Wiesntor auf die Wiesn gehen.

Mit diesem Foto endet unsere historische Wiesn-Zeitreise für dieses Jahr. Vielleicht ist es gerade deshalb ein schöner Abschluss: Es zeigt, wie sehr sich die Rosenheimer Wiesn im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.
Hättet Ihr auf Anhieb erkannt, dass dieses Tor einmal der Eingang zur Rosenheimer Wiesn war?
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

5 Kommentare

  1. Ich darf Euch beim letzten Herbstfesteintrag korrigieren. Lange Jahre habe ich als Kind nebenan am Kapuzinerweg gewohnt, deshalb eine realistische Erinnerung.
    Das Wiesentor war der verkleidete Eingang zur Auerbräuhalle. Links davon ein kleiner Biergarten, der vom Vorplatz der Kapuzinerkirche durch den damals noch offenen Herderbach abgegrenzt wurde.
    Mein eigenes Foto stammt von 1961, hier nur anders der Kinderwagen links und das Leiterwagerl rechts vom Eingang, sowie Mutter mit Kind. Ansonsten sind die Bilder fast identisch. ( Beweisfoto separat) Für uns Kinder damals ein echtes Highlight, haben wir doch das Herbstfest vom Auf- bis zum Abbau voll miterlebt.
    Es ist immer wieder herrlich, wenn Ihr mit den Bildern meine eigene Erinnerung auffrischt! 😉 😀 Dankeschön!

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  2. Die gute alte Zeit – ohne Merkel-Poller und Security. Ob es das irgendwann wieder einmal gibt?

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    • Was haben die Poller mit Merkel zu tun? Wer politische Propaganda machen will, sollte das mit offenenem Visier machen und nicht unterschwellig – und am besten nicht hier.

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  3. Vielen Dank für die nostalgische und sehr interessante Zeitreise zum „Herbstfest“ vergangener Jahre. Auch die dazu geschrieben Artikel haben mich inspiriert und zum Nachdenken über Zeit und Menschen angeregt.

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  4. Also das Bild zeigt ganz eindeutig den Nachbau des Mittertors, nach meiner Erinnerung stand das auch nie am Eingang bei der Kaiserstraße, sondern bildete immer den Eingang zum Auerbräu, so wie auch hier. 1955 gab’s übrigens noch keine Inntalhalle, sondern ein (blau-weiß-gestreiftes) Auerbräu-Festzelt. Am Herbstfest-Eingang bei der Kaiserstraße steht zumindest seit der Nachkriegszeit seit jeher eine Nachbildung des Inntors. Aber auch das Wiesentor ist auf der „Wies’n“ verewigt: Jahrzehntelang (oder auch heute noch?) konnte oder kann man es auf einer Abbildung im Inneren des Flötzingerzelts bewundern.

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