Endorfer Au / Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1902. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist das E-Werk-Stüberl in der Endorfer Au (Stadt Rosenheim) Zu dieser Zeit war es bereits eine Gaststätte – ursprünglich aber hatte das Gebäude mit Biergarten und Wirtshaus nichts zu tun: Es wurde als Bauernhof errichtet.
Das Anwesen entstand im Jahr 1862 als landwirtschaftlicher Betrieb. Die Flächen rund um das Gebäude wurden damals unter anderem für den Gemüseanbau und zur Selbstversorgung genutzt. Auch ein Backhaus gehörte zum Hof. Es ist auf der linken Seite unserer historischen Aufnahme noch zu erkennen. Bereits ein Jahr nach dem Foto, 1903, wurde es abgerissen.
Gaststätte „Zum Elektrizitätswerk“
Seinen Wandel erlebte der Hof im Zusammenhang mit dem Bau des Rosenheimer Elektrizitätswerks. Das Anwesen ging in den Besitz der Stadt über. Bereits 1901 eröffnete dort die Gaststätte „Zum Elektrizitätswerk“ mit Gaststube und Nebenzimmer.
1902 gab es auch das bereits angebaute Salettl – eine offene Halle, die vor allem im Sommer genutzt wurde. Einige Jahre später wurde das Gebäude weiter ausgebaut. 1909 kam ein Eiskeller hinzu, der unter anderem zur Kühlung der Getränke diente.
Im Laufe der Zeit setzte sich für die Gaststätte der Name „E-Werk-Stüberl“ durch. Über viele Jahrzehnte blieb sie ein beliebter Treffpunkt im Viertel.
Heute Bürgerhaus
Vom Bauernhof über das E-Werk-Stüberl zum Bürgerhaus: Das Gebäude hat inzwischen erneut seine Funktion verändert. Nachdem die Gaststätte geschlossen hatte und das Haus von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GRWS erworben worden war, wurde es für eine neue Nutzung umgebaut.
Seit 2004/2005 ist das ehemalige E-Werk-Stüberl das Bürgerhaus E-Werk der Sozialen Stadt Rosenheim und dient als Treffpunkt für die Stadtteile Endorfer Au und Oberwöhr. Im vergangenen Jahr konnte dort bereits das 20-jährige Bestehen als Bürgerhaus gefeiert werden.
Ein Gebäude also, das in mehr als 160 Jahren einiges erlebt hat – vom Bauernhof über die Gaststätte bis zum heutigen Bürgerhaus.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)


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