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Friedhöfe als grüne Inseln: Was dort für die Natur wächst und lebt

Friedhof Rosenheim. Foto: Archiv Innpuls.me

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

18. September 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Am 19. und 20. September finden die Tage des Friedhofs statt. Der LBV nimmt sie zum Anlass, auf eine Seite von Friedhöfen aufmerksam zu machen, die beim Besuch meist nicht im Vordergrund steht: Sie können wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen sein. Auch ein Spaziergang über einen Rosenheimer Friedhof lässt sich deshalb einmal mit einem anderen Blick verbinden.

Friedhöfe sind Orte der Erinnerung und des Gedenkens. Gleichzeitig können sie mitten in der Stadt grüne Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen sein. Darauf weist der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) anlässlich der diesjährigen Tage des Friedhofs hin, die am Samstag und Sonntag, 19. und 20. September, stattfinden.

Alte Bäume, Hecken, Wiesen und Mauern können Vögeln, Insekten, Fledermäusen und anderen Tieren Nahrung, Nistplätze und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Nach Angaben des LBV profitieren unter anderem Spechte, Meisen und Amseln davon, aber auch Igel, Eichhörnchen und zahlreiche Insektenarten.

Alte Bäume sind besonders wertvoll

Gerade alte Friedhöfe können laut LBV über Jahrzehnte gewachsene grüne Inseln sein. Baumhöhlen werden beispielsweise von Waldkäuzen als Brutplätze oder Tagesverstecke genutzt. Im Spätherbst und Winter suchen Waldohreulen demnach teilweise hohe Bäume auf Friedhöfen als Schlafplätze auf. Dort können sich laut LBV auch größere Gruppen von bis zu 20 oder 30 Tieren versammeln. „Vor allem alte Friedhöfe sind wahre Hochburgen der Artenvielfalt. Diese besonderen Lebensräume gilt es zu erhalten und naturnah zu gestalten“, sagt Dr. Angelika Nelson, Biologin beim LBV.

Gleichzeitig beobachtet der Naturschutzverband nach eigenen Angaben eine zunehmend naturferne Gestaltung von Friedhofsflächen. Dazu zählt der LBV insbesondere Schotterflächen und den Einsatz weniger oder exotischer Pflanzen. Wo heimische Pflanzen fehlen, gehe auch Nahrung für viele Insekten verloren – und damit eine wichtige Grundlage für Vögel und andere Tiere.

Zwischen Grabpflege und Naturschutz

Dabei müsse ein gepflegtes Grab nach Ansicht des LBV nicht automatisch naturarm sein. Heimische Pflanzen, offene Bodenflächen und mehr Grün könnten miteinander verbunden werden. Auch weniger häufig gemähte Bereiche, Totholz und der Verzicht auf Pestizide könnten Tieren Lebensraum bieten. „Naturschutz und Pflege schließen sich nicht aus“, so Nelson.

Auch für das Stadtklima können begrünte Friedhöfe nach Angaben des LBV eine Rolle spielen. Pflanzen und offene Böden speichern Wasser, spenden Schatten und tragen zur Kühlung bei. Stein- und Schotterflächen heizen sich dagegen an sonnigen Tagen deutlich auf.

Ein anderer Blick beim Friedhofsbesuch

Die Tage des Friedhofs am kommenden Wochenende bieten damit auch einen Anlass, Friedhöfe einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Wer in Rosenheim einen Friedhof besucht, kann neben Gräbern und Gedenkorten beispielsweise auch darauf achten, welche alten Bäume dort stehen, welche Vögel zu beobachten sind oder wo Wildblumen und andere Pflanzen wachsen.
Der LBV plädiert dafür, vorhandene Strukturen wie alte Bäume und Hecken möglichst zu erhalten und unnötige Versiegelungen zu vermeiden. Friedhöfe könnten so beides bleiben: Orte der Erinnerung und zugleich Lebensräume für die Natur.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

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