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Hans-Klepper-Hallenbad wird saniert: Warum es kein Erlebnisbad werden soll

Hans-Klepper-Hallenbad. Foto: re. Pressetermin mit Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan, Rosenheims Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig und Heiko Peckmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Rosenheim. Foto: Innpuls.me

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

29. September 2026

Lesezeit: 4 Minute(n)

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Rosenheim – Das Hans-Klepper-Hallenbad in Rosenheim soll umfassend saniert werden. Wer dabei allerdings auf ein Erlebnisbad mit neuen Attraktionen hofft, dürfte enttäuscht sein: Bei den geplanten Arbeiten geht es vor allem um die Bausubstanz, Energieeffizienz und Technik. Das Bad soll auch künftig das bleiben, was es seit Jahrzehnten ist – ein zweckmäßiges, klassisches Schwimmbad für Schulen, Vereine und die Bevölkerung. 720.000 Euro aus einem einmaligen Bundesförderprogramm machen die Sanierung nun möglich.

Hans-Klepper-Hallenbad. Foto: re

Das Rosenheimer Hallenbad wurde 1970 eröffnet. Jetzt stehen Sanierungsmaßnahmen bevor. Fotos: Josefa Staudhammer

Die Freude darüber war beim Vor-Ort-Termin am Dienstagvormittag (29. September) deutlich zu spüren. Rosenheims Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig (CSU), Oberbürgermeister Abuzar Erdogan und Stadtwerke-Leiter Heiko Peckmann trafen sich im Hans-Klepper-Hallenbad, um über die geplanten Arbeiten und die Bedeutung der Bundesförderung zu informieren.

Für die Badegäste, die währenddessen zum Schwimmen kamen, war der ungewohnte Rummel im Foyer zunächst etwas irritierend. „Wir begrüßen Sie jetzt täglich persönlich“, scherzte Oberbürgermeister Abuzar Erdogan in Richtung der verdutzten Besucher. Nach dem Anziehen von Einweg-Überschuhen ging es anschließend gemeinsam in die Schwimmhalle.

Hans-Klepper-Hallenbad. Foto: re

Auch im Technikbereich besteht Sanierungsbedarf.

Ein Bad mit Geschichte

Das Hans-Klepper-Hallenbad feiert heuer seinen 56. Geburtstag. Eröffnet wurde es 1970. Seinen Namen verdankt es dem Rosenheimer Unternehmer Hans Klepper, dem Gründer der bekannten Klepper-Faltbootwerft. Klepper hatte sich zeitlebens für den Bau eines modernen Hallenbads in seiner Heimatstadt eingesetzt. Die Eröffnung erlebte er allerdings nicht mehr – er starb bereits 1967.
1993 übernahmen die Stadtwerke Rosenheim den Betrieb. Seitdem wurde immer wieder in die Technik und den Erhalt der Anlage investiert. „Wir hegen und pflegen das Bad, wie wir nur können“, sagte Stadtwerke-Leiter Heiko Peckmann.

Zum Faktor „Erlebnis“: Seit vielen Jahren gibt es einen Saunabereich mit finnischer Sauna. 2014 kam eine Bio-Sauna hinzu, außerdem stehen zwei Infrarotkabinen zur Verfügung. Das eigentliche Konzept blieb aber immer dasselbe. „Das städtische Hallenbad ist kein Erlebnisbad, sondern ein klassisches Schwimmbad, wo auch Vereine trainieren können“, sagte Daniela Ludwig. Und genau dieses Konzept soll auch nach der Sanierung erhalten bleiben. Im Mittelpunkt stehen diesmal nicht zusätzliche Attraktionen, sondern die Dinge, die für den Betrieb eines Schwimmbads entscheidend sind.

Hans-Klepper-Hallenbad. Foto: re

Hier tropft das Wasser durch die Decke.

Wo der Zahn der Zeit nagt

„Mit 56 Jahren gibt es jetzt notwendige Sanierungsmaßnahmen“, machte Peckmann beim Rundgang deutlich. Ein Schwerpunkt ist die Gebäudehülle. In einigen Bereichen bröckelt der Beton. Auch die große Glasfront entspricht energetisch nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Hans-Klepper-Hallenbad. Foto: re

Lagecheck beim Vor-Ort-Termin auch im Schwimmbereich mit Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan, Rosenheims Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig und Stadtwerke-Geschäftsführer Heiko Peckmann.

Im Inneren gibt es ebenfalls einiges zu tun. Wasser, das über den Beckenrand schwappt, gelangt durch die Decke in den darunterliegenden Technikraum. Die Kellerwände sollen saniert werden, ebenso Beleuchtung und Duschen.
Daneben geht es um die Energieeffizienz. Das Bad soll künftig weniger Energie, Wasser und Chemikalien verbrauchen. Auch die Barrierefreiheit soll bei den Arbeiten stärker berücksichtigt werden.
Damit sind viele der geplanten Veränderungen für Badegäste zunächst gar nicht spektakulär sichtbar. Sie sollen aber dafür sorgen, dass das Hallenbad auch langfristig zuverlässig betrieben werden kann.

Hans-Klepper-Hallenbad. Foto: re

Die Glasfront ist aus energetischer Sicht nicht mehr zeitgemäß.

720.000 Euro aus einem einmaligen Programm

Dass die Sanierung nun einen entscheidenden Schritt weiterkommt, hat vor allem mit der Bundesförderung zu tun. Die Stadtwerke hatten die Kosten für die geplanten Maßnahmen bereits im Juni auf rund 1,64 Millionen Euro beziffert. Damals war noch offen, ob Rosenheim bei dem Förderprogramm zum Zug kommen würde.
Jetzt steht fest: Der Bund übernimmt 720.000 Euro. Das Geld kommt aus dem Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbad“ (SKS), für das bundesweit einmalig 250 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Wie begehrt die Förderung war, zeigen die Zahlen: Rund 960 Projektskizzen mit einem Gesamtvolumen von etwa 3,2 Milliarden Euro wurden eingereicht. Dass das Rosenheimer Hallenbad nun zu den ausgewählten Projekten gehört, ist deshalb keine Selbstverständlichkeit. Daniela Ludwig zeigte sich entsprechend erfreut. Auch Oberbürgermeister Erdogan machte keinen Hehl aus seiner Dankbarkeit: „Dieses Geld hilft uns, unsere Hausaufgaben zu erledigen.“

Die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Victoria Broßart (Grüne) begrüßte die Förderung ebenfalls. In ihrer bereits vor dem Vor-Ort-Termin veröffentlichten Stellungnahme verwies sie zugleich darauf, dass das einmalige Programm den grundsätzlichen Sanierungsbedarf bei kommunalen Schwimmbädern nicht lösen könne. Sie fordert deshalb darüber hinaus eine verlässliche kommunale Finanzierungsgrundlage.

Badebetrieb soll weiterlaufen

Für die Badegäste gibt es eine weitere gute Nachricht: Das Hallenbad soll nicht für längere Zeit komplett geschlossen werden. „Wir werden die Arbeiten abschnittsweise angehen, vor allem in den Sommerpausen“, kündigte Peckmann an. Dadurch dürfte sich die Sanierung über mehrere Jahre ziehen. Zunächst müssen die einzelnen Maßnahmen detailliert ausgearbeitet und die Bauabschnitte geplant werden.

Einzelne Einschränkungen während der Arbeiten sind damit zwar nicht ausgeschlossen. Der normale Badebetrieb soll aber grundsätzlich weiterlaufen.
Das ist auch deshalb wichtig, weil das Hans-Klepper-Hallenbad intensiv genutzt wird. Gut 100.000 Besucher kommen jährlich. Neben privaten Badegästen sind es vor allem Schulen und Vereine, die die Schwimmhalle regelmäßig nutzen. Die Lage mitten in Rosenheim ist dabei ein großer Vorteil. „Und auch Schulen von Kolbermoor und Bad Aibling nutzen es“, weiß Daniela Ludwig. Für den Schwimmunterricht ist das Bad damit über die Stadtgrenzen hinaus von Bedeutung.

Auch andere Bäder brauchen Aufmerksamkeit

Das Hans-Klepper-Hallenbad ist eines von vier Lehrschwimmbecken im Stadtgebiet. Hinzu kommen die Becken in Aising und Westerndorf St. Peter sowie das derzeit neu entstehende Lehrschwimmbecken am Nörreut.
Bei den beiden älteren Becken in Aising und Westerndorf St. Peter ist der Sanierungsbedarf ebenfalls ein Thema. „Der Stadtrat wird sich da in den kommenden zwei bis drei Jahren Gedanken machen müssen, wie es damit weitergeht“, sagte Erdogan.
Am Nörreut wird dagegen bereits gebaut. Dort entsteht ein modernes, barrierefreies Bad mit einem 25-Meter-Becken und einem verstellbaren Hubboden, der auch das Tauchen ermöglicht. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen.

Für das Hans-Klepper-Hallenbad geht es nun erst einmal an die Detailplanung. Welche Arbeiten wann und in welchen Bauabschnitten umgesetzt werden können, soll in den kommenden Monaten konkretisiert werden. Fest steht schon jetzt: Die Sanierung wird nicht über Nacht passieren, sondern das Hallenbad über mehrere Jahre begleiten – während der Badebetrieb möglichst weiterläuft.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Josefa Staudhammer)

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