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Erntedank 2026: Trockenheit setzt Bayerns Landwirtschaft zu

Erntedank 2026. Fotos: Innpuls.me

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

1. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Bayern – Das Erntejahr 2026 war für viele bayerische Landwirte schwierig: Trockenheit und Hitze haben die Erträge bei mehreren Kulturen gedrückt. Zum Erntedankfest am kommenden Sonntag weist der Bayerische Bauernverband (BBV) deshalb auf die Folgen der Witterung hin und verbindet das mit Forderungen an die Politik. Auch die amtliche Statistik zeigt bei Getreide deutliche Einbußen.

Getreideernte fällt deutlich kleiner aus

Nach Schätzungen des Bayerischen Landesamts für Statistik werden 2026 in Bayern rund 5,6 Millionen Tonnen Getreide geerntet. Das sind 12,7 Prozent weniger als im Vorjahr und 8,6 Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025. Damit liegt die erwartete Erntemenge auf dem drittschlechtesten Stand seit 1996. Nur 2003 und 2024 wurden noch geringere Mengen eingefahren.
Besonders beim Winterweizen fallen die Einbußen auf: Der durchschnittliche Ertrag wird auf 70,1 Dezitonnen je Hektar geschätzt und liegt damit 9,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch bei der Sommergerste wird mit einem deutlichen Rückgang gerechnet. Anders sieht es beim Winterraps aus: Hier wird trotz eines niedrigeren Hektarertrags wegen der größeren Anbaufläche eine etwa gleich große Erntemenge wie 2025 erwartet.

Das Landesamt führt die Entwicklung unter anderem auf ein trockenes Frühjahr sowie ausgeprägte Hitze- und Trockenphasen zurück. Die Getreideernte begann in vielen Regionen deshalb früher als üblich.

BBV fordert bessere Rahmenbedingungen

Der Bayerische Bauernverband sieht die Entwicklung als Zeichen dafür, wie abhängig die Landwirtschaft von den Wetterbedingungen ist. BBV-Präsident Günther Felßner fordert deshalb verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Betriebe. „Bayerns Bauernfamilien arbeiten täglich hart daran, Landwirtschaft zukunftsfest zu machen“, sagt Felßner. „Gleichzeitig ist es aber auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen und zu erhalten.“

Der Verband fordert unter anderem weitere Investitionen in Agrarforschung und Pflanzenzüchtung sowie eine bessere Absicherung gegen unterschiedliche Wetterrisiken. Nach Angaben des BBV haben für 2026 mehr als 7.000 Betriebe Unterstützung für eine Mehrgefahrenversicherung beantragt.

Auch beim Thema Wasser sieht der BBV Handlungsbedarf. Der sogenannte Wassercent wird in Bayern seit dem 1. Juli 2026 erhoben. Das Wasserentnahmeentgelt beträgt 10 Cent je entnommenem Kubikmeter Grundwasser. Wegen eines Freibetrags wird es allerdings erst ab einer Entnahmemenge von mehr als 5.000 Kubikmetern pro Jahr fällig.
Der BBV lehnt die Abgabe ab. Nach Ansicht des Verbands belaste sie landwirtschaftliche Betriebe zusätzlich, ohne ausreichend Anreize für einen sparsameren Umgang mit Wasser zu schaffen. Stattdessen müssten die Einnahmen aus dem Wassercent nach Auffassung des BBV gezielt in Wasserrückhalt, Grundwasserneubildung und eine bessere Wasserbewirtschaftung fließen.

Die bayerische Staatsregierung verfolgt beim Wassercent dagegen das Ziel, mit den Einnahmen Maßnahmen zum Wasserschutz und für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung zu finanzieren.

Hoffnung auf mehr Regen

Für die kommenden Monate hofft der BBV auf ausreichend Niederschlag, damit sich die Wasserspeicher wieder auffüllen können. Der Verband warnt davor, dass sich die Trockenheit auch auf die nächste Anbausaison auswirken könnte, wenn die Wasservorräte nicht ausreichend aufgefüllt werden.

Zum Erntedankfest verbindet Felßner seinen Appell deshalb mit dem Wunsch nach mehr Wertschätzung für heimische Lebensmittel und Landwirtschaft. „Die aktuellen geopolitischen und klimatischen Veränderungen zeigen uns ganz deutlich, wie wichtig Ernährungssicherung und Versorgungssouveränität für Bayern, Deutschland und Europa sind“, sagt der BBV-Präsident. „Ganz besonders an Erntedank ist die Zeit, mit Dankbarkeit auf das zu blicken, was wir haben – aber auch im Alltag durch Ihren Einkauf und Ihre Wertschätzung zu zeigen, was uns die heimische Landwirtschaft wert ist.“
(Quelle: Pressemitteilung BBV / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

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