Rosenheim – Wer sein Elektroauto in Rosenheim nicht zu Hause laden kann, ist auf öffentliche Ladestationen angewiesen. Doch gerade in Wohngebieten gibt es nach Ansicht der Grünen noch zu wenige Möglichkeiten. Das soll sich ändern: Der Haupt- und Finanzausschuss hat am Dienstagabend einstimmig beschlossen, dass die Stadtwerke Rosenheim in enger Abstimmung mit der Stadt ein Konzept für den weiteren Ausbau erarbeiten sollen.
„Die Stadt Rosenheim muss im Bereich der E-Mobilität nachziehen“, sagt Sonja Gintenreiter, Fraktionssprecherin der Grünen im Stadtrat. Vor allem in den Wohngebieten gebe es noch viel Luft nach oben. Die Grünen hatten deshalb gemeinsam mit Stadträten von ÖDP und FDP einen Antrag gestellt, der am 22. September 2025 eingereicht wurde.
Die Idee dahinter: Es soll nicht einfach irgendwo eine weitere Ladestation entstehen. Vielmehr geht es darum, wo sie tatsächlich gebraucht wird – gerade dort, wo Bewohner keine eigene Garage oder keinen privaten Stellplatz mit Lademöglichkeit haben. Auch größere Parkplätze wie die Loretowiese sowie Schulen, Sportstätten und städtische Einrichtungen sollen dabei in den Blick genommen werden.
19 weitere Ladepunkte im Blick
Ganz bei null steht Rosenheim allerdings nicht. Nach Angaben der Stadtwerke gibt es derzeit 26 bestehende Ladepunkte. Darüber hinaus haben die Stadtwerke 19 weitere Ladepunkte an zehn Standorten für einen möglichen Ausbau identifiziert. Drei Standorte sind noch für 2026 vorgesehen: das Hallenbad in der Stemplingerstraße, der Parkplatz P12 am Bahnhof Nord und der Parkplatz P5 auf der Loretowiese.
Dabei muss man genau hinschauen: Nicht jeder Ladepunkt ist für die Allgemeinheit gedacht. Manche sind für städtische Dienstfahrzeuge reserviert. Ein umfassendes Konzept für die E-Mobilität in Rosenheim gibt es bislang noch nicht. Stadt, Stadtwerke und weitere städtische Gesellschaften stimmen sich nach Angaben der Verwaltung aber bereits miteinander ab.
Auch das Stromnetz kann zum Problem werden
Oberbürgermeister Abuzar Erdogan unterstützt den Ausbau öffentlicher Ladestationen. Zugleich machte er deutlich, dass sich nicht alle Probleme einfach lösen lassen. Bei großen privaten Wohnanlagen etwa liege die Verantwortung bei den Eigentümern. Oft müssten mehrere Beteiligte zustimmen – und das mache die Umsetzung nicht leichter. Im öffentlichen Bereich rechnet Erdogan dagegen in den kommenden zwei Jahren mit deutlichen Fortschritten beim Ausbau.
Doch selbst wenn ein Standort geeignet wäre, ist damit noch nicht gesagt, dass dort beliebig viele Ladestationen entstehen können. Auch die verfügbare Stromleistung spielt eine Rolle. „Ich habe gehört, dass sogar in einem Gewerbegebiet nicht so viele Ladepunkte wie gewünscht eingerichtet werden konnten, weil die Leistung dafür nicht ausgereicht hätte“, gab Anna Rutz von den Grünen zu bedenken.
Ein anderer Stadtrat berichtete von Fällen in Wohngebieten, in denen private Wallboxen wegen ausgeschöpfter Kapazitäten nicht mehr genehmigt worden seien. Der Ausbau der Elektromobilität hängt also nicht allein davon ab, wo Autofahrer gerne laden würden, sondern auch davon, was technisch möglich ist.
Mit dem einstimmigen Beschluss ist nun der nächste Schritt vereinbart: Die Stadtwerke sollen gemeinsam mit der Stadt ein Konzept für den weiteren Ausbau erarbeiten. Gegenstimmen gab es im Ausschuss nicht.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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