Hilpoltstein / Bayern – Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027. Bei der öffentlichen Wahl des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und seines bundesweiten Partners NABU erhielt sie 67.050 Stimmen. Das entspricht 45,2 Prozent. Insgesamt beteiligten sich mehr als 148.000 Menschen an der Wahl, darunter über 21.000 aus Bayern.
Auf Platz zwei landete der Trauerschnäpper mit 33.181 Stimmen (22,3 Prozent), gefolgt vom Kolkraben mit 22.587 Stimmen (15,2 Prozent) und der Wasseramsel mit 16.074 Stimmen (10,8 Prozent). Der Kranich kam mit 9.614 Stimmen und 6,5 Prozent auf den letzten Platz.
Ein Sommergast mit Problemen
Die rund 14 Zentimeter große Mehlschwalbe verbringt den Sommer in Dörfern und Städten. Ihr Name geht auf die weiße Unterseite und den weißen Bürzel zurück, während Kopf und Rücken metallisch blau glänzen. Die geselligen Vögel brüten in Kolonien und bauen ihre nahezu geschlossenen Lehmnester bevorzugt unter Dach- und Fassadenvorsprüngen. Dafür sammeln sie Lehmkügelchen in Pfützen. Ihre Nahrung fangen sie im Flug, häufig in großer Höhe.
Derzeit überwintern Mehlschwalben in Afrika südlich der Sahara. Erst Anfang April kehren sie zum Brüten zurück. Als Vorboten der warmen Jahreszeit sind sie vielen Menschen bekannt. Doch die Bestände stehen unter Druck: Mehlschwalben gelten deutschlandweit und in Bayern als gefährdete Art. Zu ihren Problemen zählen fehlende Nistmöglichkeiten an modernen Gebäuden, unerlaubt entfernte Nester und der Rückgang der Fluginsekten.
„Die Mehlschwalbe lebt seit Jahrhunderten ganz selbstverständlich mit uns Menschen unter einem Dach. Doch genau dort wird es für sie zunehmend schwierig: Nester werden unerlaubt entfernt und an modernen Gebäuden fehlen geeignete Nistplätze“, erklärt Franziska Back, Sprecherin des LBV.
So lässt sich der Jahresvogel unterstützen
Unter dem Motto „Auf gute Nachbarschaft“ soll das Jahr der Mehlschwalbe auf die Bedürfnisse der Tiere aufmerksam machen. Wer helfen möchte, kann die Nester am eigenen Haus dulden. Lehmpfützen im Hof oder Garten liefern Baumaterial für den Nestbau. Ein insektenfreundlicher Garten kann außerdem das Nahrungsangebot verbessern.
„Wer Mehlschwalben willkommen heißt, kann vom LBV die Plakette ,Schwalbenfreundliches Haus‘ erhalten“, rät Franziska Back.
Die Mehlschwalbe folgt auf das Rebhuhn, das 2026 den Titel Vogel des Jahres trägt. Die Auszeichnung wird in Deutschland seit 1971 vergeben. Seit 2021 wird der Jahresvogel durch eine öffentliche Wahl bestimmt.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitrasgbild: Symbolfoto re)


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