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Habt ihr heute schon an der Uhr gedreht? Was die Zeitumstellung mit uns macht

Taschenuhr. Foto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

25. Oktober 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Eine Stunde länger schlafen oder abends länger draußen sitzen können: Die Zeitumstellung sorgt zweimal im Jahr für unterschiedliche Reaktionen. In der Nacht auf Sonntag, 25. Oktober, wurden die Uhren von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit ist die Sommerzeit vorbei. Doch warum gibt es diese Umstellung überhaupt, seit wann drehen wir an der Uhr und welche Variante macht unserem Körper mehr zu schaffen?

Wer heute noch nicht alle Uhren überprüft hat, sollte einen Blick auf die Geräte werfen. Smartphones und die meisten Computer stellen sich automatisch um. Bei klassischen Wanduhren, Armbanduhren oder manchen Küchengeräten muss dagegen oft von Hand nachgeholfen werden.

Die Zeitumstellung gibt es seit mehr als 100 Jahren

Die Geschichte der Sommerzeit reicht bis in den Ersten Weltkrieg zurück. 1916 führten das Deutsche Kaiserreich und Österreich-Ungarn sie erstmals ein. Das Ziel: Durch die bessere Nutzung des Tageslichts sollte Energie gespart werden, vor allem Kohle für die Beleuchtung. Nach dem Krieg wurde die Regelung in Deutschland wieder abgeschafft.
Im Zweiten Weltkrieg kam die Sommerzeit erneut zum Einsatz. Danach folgte eine längere Pause. Erst 1980 wurden die Uhren in der Bundesrepublik und der DDR wieder saisonal umgestellt. Hintergrund war unter anderem die Ölkrise der 1970er-Jahre und die Hoffnung, Energie zu sparen.
Seit 1996 gelten in der Europäischen Union einheitliche Termine: Am letzten Sonntag im März werden die Uhren eine Stunde vorgestellt, am letzten Sonntag im Oktober geht es eine Stunde zurück.

Was belastet den Körper mehr?

Die Umstellung im Frühjahr gilt für viele Menschen als die schwierigere. Dann wird die Uhr vorgestellt und die Nacht ist eine Stunde kürzer. Der Körper muss sich darauf einstellen, früher aufzustehen, obwohl die innere Uhr möglicherweise noch auf die bisherige Zeit eingestellt ist. Weil es morgens zunächst länger dunkel bleibt, fehlt zudem oft das natürliche Licht, das uns beim Wachwerden hilft.
Im Herbst ist die Umstellung meist leichter zu verkraften: Die Nacht ist eine Stunde länger und morgens wird es nach der Uhrzeit früher hell. Trotzdem kann auch dieser Wechsel den Schlafrhythmus durcheinanderbringen. Manche Menschen werden abends früher müde oder wachen morgens ungewohnt früh auf.

Wie stark sich die Zeitumstellung bemerkbar macht, ist individuell verschieden. Untersuchungen bringen vor allem den Wechsel im Frühjahr mit Schlafproblemen und kurzfristigen Belastungen für den Körper in Verbindung. Die Auswirkungen sind jedoch nicht bei jedem gleich und lassen sich nicht pauschal vorhersagen.

Was hilft, sich an die neue Zeit zu gewöhnen?

Wer sich heute etwas müde oder aus dem gewohnten Takt fühlt, muss nicht gleich etwas unternehmen. Häufig reichen ein paar Tage, bis sich der Körper an die neue Uhrzeit angepasst hat.
Hilfreich ist Tageslicht – am besten bei einem Spaziergang am Morgen oder im Laufe des Tages. Auch regelmäßige Schlafenszeiten unterstützen den Biorhythmus. Wer abends früher müde wird, kann versuchen, den gewohnten Tagesablauf schrittweise wiederzufinden, statt sich krampfhaft wach zu halten.

Am Abend kann es helfen, grelles Licht zu reduzieren und vor dem Schlafengehen zur Ruhe zu kommen. Wer schlecht schläft, sollte außerdem mit Kaffee am späten Nachmittag vorsichtig sein. Und nicht zuletzt: Die Umstellung muss nicht für jeden zum Problem werden. Manche merken sie kaum, andere brauchen ein wenig länger.

Wird die Zeitumstellung irgendwann abgeschafft?

Die Diskussion darüber läuft schon seit Jahren. 2018 schlug die Europäische Kommission vor, die halbjährliche Zeitumstellung zu beenden. Im März 2019 sprach sich auch das Europäische Parlament dafür aus. Eine endgültige Einigung mit den Mitgliedstaaten kam bislang jedoch nicht zustande.

Ein Knackpunkt ist die Frage, welche Zeit dauerhaft gelten soll: die Sommerzeit oder die Normalzeit, die umgangssprachlich oft Winterzeit genannt wird. Die Länder müssten sich abstimmen, damit nicht unterschiedliche Regelungen den grenzüberschreitenden Verkehr und den Alltag erschweren.
Deshalb bleibt es vorerst beim zweimaligen Uhrendrehen im Jahr. Die nächste Zeitumstellung steht am 28. März 2027 an. Dann werden die Uhren wieder eine Stunde vorgestellt.

Und jetzt seid ihr gefragt: Was ist euch lieber – die Umstellung im Herbst, wenn die Uhr zurückgestellt wird, oder die im Frühjahr, wenn es abends länger hell bleibt? Oder sollte die Zeitumstellung endlich ganz abgeschafft werden? Und falls ja: Welche Zeit würdet ihr dauerhaft bevorzugen? Schreibt uns gerne Eure Meinung unter dem Artikel in den Kommentaren. 
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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