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Heimisches Obst unter Druck: Bayerische Bauern fordern bessere Bedingungen

Obstteller. Foto re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

21. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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München / Bayern – Nur etwa ein Fünftel des in Deutschland verzehrten Obstes stammt aus heimischem Anbau. In Bayern ist es laut Bayerischem Bauernverband (BBV) sogar nur jedes zehnte Stück. Der Verband sieht steigende Kosten, Bürokratie und den Wettbewerb mit günstigeren Importen als zentrale Probleme für die Obstbaubetriebe. Mit einer bundesweiten Aktion wollen die Branchenverbände auf die schwierige wirtschaftliche Lage aufmerksam machen.

Symbol der Kampagne „Ein Fünftel ist nicht genug“ sind fünf Obstkisten, von denen vier leer und eine gefüllt ist. Der BBV und der Bayerische Erwerbsobstbau-Verband beteiligen sich an der Aktion der Bundesfachgruppe Obstbau. In Bayern richteten sie ihren Appell an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Bei einer Aktion am vergangenen Wochenende in Herrsching schilderten sie die Herausforderungen für die heimischen Betriebe.
„Die Kunden wollen unsere Produkte, die Märkte wollen unsere Ware“, sagt der Obstbauer Marinus Niederthanner aus Nußdorf. Aus seiner Sicht fehlt es nicht an Nachfrage, sondern an fairen Wettbewerbsbedingungen. Steigende Kosten und die geltenden Rahmenbedingungen erschwerten es den Betrieben, sich wirtschaftlich weiterzuentwickeln.

Wettbewerb mit günstigeren Importen

Bayerische Obstbauern müssten hohe Umwelt-, Sozial- und Qualitätsstandards erfüllen und zugleich mit Importware aus Ländern konkurrieren, in denen die Produktionskosten deutlich niedriger seien, argumentiert der BBV. Besonders betroffen seien arbeitsintensive Kulturen, bei denen sich die Ernte kaum automatisieren lasse.
Nach Angaben des Verbands wird in Bayern auf mehr als 5.000 Hektar Obst angebaut. Dazu gehören unter anderem Äpfel, Kirschen, Zwetschgen, Erdbeeren und andere Beeren. Bundesweit gebe inzwischen jeden zweiten Tag ein Obstbaubetrieb auf, heißt es in der Mitteilung. Mit jedem aufgegebenen Betrieb gingen Arbeitsplätze, Fachwissen und regionale Wertschöpfung verloren. Auch gerodete Obstanlagen ließen sich nicht kurzfristig ersetzen.

Diese Änderungen fordert der Bauernverband

Der BBV und der Bayerische Erwerbsobstbau-Verband verlangen von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Betriebe. Dazu zählen Sonderregelungen beim Mindestlohn für Saisonarbeit, steuerliche Erleichterungen für besonders arbeitsintensive Betriebe und eine sogenannte Risikoausgleichsrücklage. Außerdem fordern die Verbände praxistauglichere Regeln für Saisonarbeitskräfte aus Drittstaaten sowie mehr Rechtssicherheit bei der sozialversicherungsfreien Beschäftigung.
Karl-Ludwig Rostock, Präsident des Bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes, verweist auf das im Koalitionsvertrag formulierte Ziel, den Selbstversorgungsgrad bei Obst und Gemüse zu erhöhen. „Jetzt muss die Bundesregierung Taten folgen lassen!“, fordert Rostock. Er kritisiert zudem, dass Regionalität zwar häufig betont werde, daraus aber aus seiner Sicht noch nicht die notwendigen politischen Konsequenzen folgten. „Wer heimisches Obst will, muss dafür sorgen, dass es hier bei uns wirtschaftlich erzeugt werden kann!“, sagt Rostock.

Mit der Aktion wollen die Verbände deshalb auch eine grundsätzliche Frage aufwerfen: Wie wichtig ist heimisches Obst – und welche politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen braucht es, damit es weiterhin in Bayern angebaut werden kann?
(Quelle: Pressemitteilung BBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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