Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1991. Drei postgelbe Telefonzellen stehen auf unserem Foto an der Münchener Straße vor dem Salingarten in Rosenheim. Ein vertrauter Anblick von damals – und aus heutiger Sicht fast schon eine andere Welt. Denn wer unterwegs telefonieren wollte, konnte nicht einfach zum Smartphone greifen. Er brauchte eine Telefonzelle, Kleingeld und manchmal auch etwas Geduld.
Als die Telefonzelle zum Alltag gehörte
Die gelben Häuschen waren über Jahrzehnte ein fester Bestandteil des Straßenbilds. Die Farbe Gelb prägte die öffentlichen Fernsprecher der Deutschen Bundespost seit der Nachkriegszeit. Ab Ende der 1970er-Jahre kamen Kunststoffmodelle auf, die älteren, schwereren Telefonzellen nach und nach ersetzten.
Wer von unterwegs telefonieren wollte, musste sich auf die Suche nach einem öffentlichen Fernsprecher machen. Und wenn gerade jemand telefonierte, hieß es warten. Heute, da das Smartphone fast überall griffbereit ist, wirkt dieser Alltag ziemlich weit entfernt.
Vom Postgelb zum endgültigen Aus
Mit dem Wandel der Post zur Deutschen Telekom änderte sich auch das Erscheinungsbild der öffentlichen Telefone. Ab Mitte der 1990er-Jahre wurden die gelben Häuschen nach und nach durch graue Modelle mit magentafarbenen Akzenten ersetzt.
Das letzte gelbe Telefonhäuschen Deutschlands stand in St. Bartholomä am Königssee. 2019 wurde es abgebaut. Die öffentlichen Telefone selbst verschwanden allerdings nicht sofort: Die Telekom stellte den Dienst erst Ende Januar 2023 endgültig ein. Danach begann der Abbau der verbliebenen Telefonzellen und -säulen.
Auch die drei Häuschen vor dem Salingarten gehören längst der Vergangenheit an. Wann genau die letzten gelben Telefonzellen aus Rosenheim verschwanden, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen.
Erinnert ihr euch noch an die Telefonzellen vor dem Salingarten? Habt ihr dort selbst einmal telefoniert, auf einen Anruf gewartet oder vielleicht sogar eine wichtige Nachricht übermittelt? Erzählt uns eure Erinnerungen in den Kommentaren!
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel : Karin Wunsam)


An diese drei kann ich mich nicht erinnern, jedoch an die vor der Stadtpost am Ludwigsplatz. Eines der Nachfolgemodelle steht immer noch in Kaltmühl und wurde als Bücherzelle umfunktioniert, eine gute Wiederverwendung! 😀 Es war wirklich eine andere Welt damals! Telefonieren war absolute Privatsache in der geschlossenen Zelle . Im Jetzt besprechen Menschen ihre privatesten Angelegenheiten, Erlebnisse und Vorhaben in aller Öffentlichkeit. Ob auf der Straße oder auch im Bus bekommt man Dinge zu hören . . . , puhh!