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Brenner-Nordzulauf: Kein Planungsstopp – Bundestag soll Forderungen der Region prüfen

Gespräch zum Brennernordzulauf. Foto zeigt von links Landrat Otto Lederer, Staatssekretär Ulrich Lange, MdB Daniela Ludwig. Foto: Copyright Büro Ludwig

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

27. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Der Brenner-Nordzulauf bleibt ein umstrittenes Bahnprojekt, an dessen Planung die Region Rosenheim zahlreiche Forderungen knüpft. Einen Planungsstopp wird es nach Aussage des Parlamentarischen Staatssekretärs Ulrich Lange nicht geben. Stattdessen soll sich der Bundestag ausführlich mit dem Vorhaben befassen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretärin Daniela Ludwig hervor.

Bei einem nicht öffentlichen Gespräch im Landratsamt Rosenheim tauschten sich Lange, Ludwig, Landrat Otto Lederer, Oberbürgermeister Abuzar Erdogan und betroffene Bürgermeister über das weitere Vorgehen aus. Eingeladen hatten Ludwig und Lederer.

Anhörung und Entscheidung im Bundestag

Laut der Pressemitteilung befasst sich Verkehrsausschuss des Bundestags ausführlich und ergebnisoffen mit den Planungen. Auch der Haushaltsausschuss werde einbezogen, bevor das Parlament über das weitere Vorgehen entscheidet. Mindestens eine Anhörung sei vorgesehen, erklärte Lange demnach. Dabei sollen sowohl die Kernforderungen der Region als auch der Schienenverkehr über die Alpen insgesamt diskutiert werden. Welche Maßnahmen wann umgesetzt werden können, hänge anschließend auch von der Finanzierung ab, so Lange.

Ludwig erklärte, ihr sei es wichtig gewesen, den betroffenen Bürgermeistern einen direkten Austausch mit Lange zu ermöglichen. Die Anliegen aus der Region sollten in Berlin Gehör finden. Nach ihren Angaben steht sie dazu auch mit ihren Fraktionskollegen im Verkehrsausschuss in engem Kontakt. Insbesondere beim Flächenverbrauch habe sie die Kollegen für kritische Punkte sensibilisiert.
Zugleich verwies Ludwig auf Ergebnisse des bisherigen Planungsdialogs. Der hohe Tunnelanteil sei aus ihrer Sicht ein großer Erfolg für die Region. Sie und Lederer hätten sich zudem darüber gewundert, welcher Zeitdruck bei dem Projekt aufgebaut werde. Ludwig betonte: „Ein Durchwinken der Pläne der Deutschen Bahn kann es so nicht geben.“

Landrat sieht offene Fragen bei Landwirtschaft und Innquerung

Lederer warnte davor, dass wichtige Forderungen aus der Region wegen des Zeitdrucks unberücksichtigt bleiben könnten. Die Vorschläge seien konstruktiv und sollten bei der parlamentarischen Beratung berücksichtigt werden, erklärte er laut Pressemitteilung.
Als offene Frage nannte der Landrat die Auswirkungen auf landwirtschaftliche Betriebe. Im Inntal gefährde eine Verknüpfungsstelle nach seiner Darstellung die Existenz von knapp 20 landwirtschaftlichen Betrieben. Die Deutsche Bahn habe sich dazu bislang nicht geäußert, kritisierte Lederer. Auch die geplante Innquerung bereite ihm Sorgen. Große Brückenbauwerke in Verbindung mit Dammbauten auf Seeton brächten aus seiner Sicht erhebliche bauliche und finanzielle Risiken mit sich.
Lederer und Rosenheims Oberbürgermeister Erdogan forderten außerdem, dass der Personenverkehr bei einer Umsetzung des Brenner-Nordzulaufs nicht ausgedünnt werden dürfe. Stattdessen erwarten sie Verbesserungen.

Finanzierung und weitere Bahnprojekte spielen eine Rolle

Auch Lange sprach sich laut Pressemitteilung für eine ausführliche Beratung aus. „Das Thema ist vielschichtig. Wer hier mehr Tempo fordert, hat die Komplexität nicht verstanden“, wird der Staatssekretär zitiert. Die Region erwarte, dass die verschiedenen Aspekte ausführlich diskutiert werden.
Mit Blick auf die Finanzierung verwies Lange auf die Ausgaben des Bundes für die Schiene. Für die Sanierung des bestehenden Netzes stünden 2026 nach seinen Angaben 20 Milliarden Euro zur Verfügung. Für Aus- und Neubau seien es rund drei Milliarden Euro pro Jahr. Deshalb müsse der Bund mit den Projekten beginnen, die baureif seien, erklärte Lange.
Als vorrangig nannte er den Ausbau der ABS 38 über Mühldorf nach Freilassing sowie den Ausbau des Münchner Bahnknotens. Außerdem würden die Strecken München–Rosenheim–Salzburg und Rosenheim–Kufstein saniert.
Neben den Finanzmitteln müsse auch der gesamte Verkehr über die Alpen berücksichtigt werden. „Wir müssen das Thema im gesamten Raum Südostoberbayern betrachten. Deshalb spreche ich vom Alpenzulauf und führe Gespräche in Wien und Südtirol“, erklärte Lange laut Pressemitteilung.
(Quelle: Pressemitteilung von Daniela Ludwig, MdB / Beitragsbild: Büro Daniela Ludwig)

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