Rosenheim – Auf dem Weg zum Busbahnhof in der Rosenheimer Stollstraße ist heute meist geschäftiges Kommen und Gehen. Doch wie sah es dort vor 70 Jahren aus? Unser Foto aus dem Jahr 1956 zeigt eine ganz andere Verkehrswelt: eine Reihe auffallend kleiner Busse, zahlreiche Männer mit Aktenkoffern und ein markantes rotes Schulhaus, das längst aus dem Stadtbild verschwunden ist.
Wer genauer hinsieht, entdeckt auf der Aufnahme einige interessante Details. Die Busse wirken im Vergleich zu den heutigen Fahrzeugen deutlich kleiner und kompakter. Was sie 1956 an diesem Ort zusammenführte und warum sich so viele Menschen dort aufhielten, lässt sich allerdings nicht mehr sagen. Einen offiziellen Busbahnhof gab es an dieser Stelle damals jedenfalls noch nicht.
Ein Schulhaus aus dem Jahr 1886
Besonders ins Auge fällt das rote Gebäude im Hintergrund. Es ist die ehemalige Stollschule, die 1886/87 errichtet wurde. Im Laufe ihrer Geschichte beherbergte sie verschiedene Schuleinrichtungen. Unter anderem waren dort Knabenklassen und die Höhere Töchterschule untergebracht. Später wurde sie als Knabenvolksschule genutzt.
1985 wurde das alte Schulhaus abgebrochen. Auch das benachbarte Mädchenschulhaus, später als Heilig-Geist-Schule bekannt, ist heute verschwunden. Es wurde im Jahr 2000 abgerissen. An seiner Stelle entstand der Neubau mit dem heutigen vhs-Zentrum und dem Parkhaus Mitte, der 2002 eröffnet wurde.
Der Stadtbus kam erst 1959
Auch verkehrsgeschichtlich ist das Foto interessant. Denn einen offiziellen Rosenheimer Stadtbusverkehr gab es 1956 noch nicht. Erst am 16. November 1959 gründete der Unternehmer Ludwig Kroiss den Stadtverkehr. Der Bereich an der Stollstraße entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem wichtigen Treffpunkt der Buslinien.
Was genau auf unserem Foto von 1956 zu sehen ist, bleibt offen. Vielleicht wissen ja unsere Leser mehr: Wer erinnert sich noch an das rote Schulhaus? Und kann jemand erklären, was damals die vielen Busse und Menschen in der Stollstraße zusammenführte?
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)


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