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Rosenheim 1906: Wo die Heilig-Geist-Straße plötzlich ins Grüne führte

Heilig-Geist-Straße im Jahr 1906. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

31. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Wo heute die Rosenheimer Innenstadt dicht bebaut ist, lagen vor 120 Jahren noch Wiesen und Gärten. Ein Blick von oben auf die Heilig-Geist-Straße zeigt, wie deutlich sich die Stadtgrenze damals im Straßenbild abzeichnete. Zwischen der Heilig-Geist-Kirche, alten Geschäften und einzelnen Marktständen begann schon bald das freie Land.

Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1906. Die Aufnahme eröffnet einen Blick auf die Heilig-Geist-Straße, der aus heutiger Sicht ungewohnt ist. Zwar stehen entlang der Straße bereits zahlreiche Häuser, doch in Richtung des damaligen Stadtrands endet die geschlossene Bebauung überraschend schnell. Dahinter erstreckt sich eine grüne Landschaft. Rechts im Hintergrund ist der damalige Friedhof zu erkennen.

Bäckerei, Hotel und ein Brunnen

Im Straßenbild fallen mehrere Gebäude auf, die mit Rosenheimer Stadtgeschichte verbunden sind. Auf der rechten Seite befindet sich die Kirmaier’sche Bäckerei. Das Geschäft wechselte 1936 den Besitzer und wurde von Josef Bergmeister übernommen. Daraus entwickelte sich die bis heute bekannte Bäckerei Bergmeister.
Direkt daneben lag damals das Hotel „Bayerischer Hof“. An dieser Stelle befindet sich heute das Herren-Bekleidungshaus Adlmaier. Auch der Nepomukbrunnen ist auf der historischen Aufnahme zu sehen. Dazu kommen einzelne Marktstände, die daran erinnern, dass die Straße nicht nur Verkehrsweg war, sondern auch zum geschäftigen Leben der Stadt gehörte.

Vom alten Marktkern hinaus aufs Land

Ihren Namen verdankt die Heilig-Geist-Straße der gleichnamigen Kirche. Der wohlhabende Rosenheimer Bürger Hans Stier stiftete sie 1449. Der Straßenbereich wurde früher auch „Marktgasse“ genannt. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts war die alte Heilig-Geist-Straße am Marktgraben durch ein Tor mit einer offenen Einfahrt abgeschlossen, die als „Schwarze Brücke“ bekannt war.

Der weiter nach außen führende Straßenabschnitt bis zur heutigen Prinzregentenstraße hieß lange Zeit Haustätterstraße – benannt nach dem Haustätter Gut. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war dieser Bereich nur spärlich mit niedrigen Häusern bebaut. Erst nach und nach wuchs die Stadt über ihren alten Kern hinaus. 1965 wurde die Haustätterstraße schließlich in die Heilig-Geist-Straße eingegliedert.
Das Foto von 1906 hält damit einen Abschnitt der Rosenheimer Stadtentwicklung fest: Die Innenstadt4 war längst ein geschäftiger Ort, doch am Ende der Straße begann noch eine Landschaft, die wenig später zunehmend bebaut werden sollte.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

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