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Gen-Z-Demo in Rosenheim: Rund 80 Teilnehmer, viel Polizei und besorgte Blicke

Gen-Z-Demo. Fotomontage: Innpuls.me

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

1. November 2026

Lesezeit: 4 Minute(n)

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Rosenheim – Bilder von brennenden Autos, geplünderten Geschäften und gewaltsamen Auseinandersetzungen in Frankreich hatten auch in Rosenheim für Verunsicherung gesorgt. Am Samstagabend (31. Oktober) zog die Gen-Z-Demonstration durch die Innenstadt. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vertreten, manche Geschäfte schlossen früher. Innpuls.me machte sich vor Ort ein Bild der Lage. 
Gen-Z-Demo in Rosenheim am 31. Oktober 2026. Foto: Innpuls.me
Die Gen-Z-Demo in Rosenheim blieb von der Teilnehmerzahl her recht überschaubar. Dennoch war das Polizeiaufgebot groß. Fotos: Copyright Innpuls.me
Gegen 17 Uhr versammelten sich auf Höhe des Kaufhauses Galeria in der Münchener Straße rund 80 überwiegend junge Menschen. Im Vorfeld waren nach unserem Kenntnisstand etwa 40 Teilnehmer erwartet worden. Viele hatten Fahnen, Banner und Plakate dabei. Zahlreiche Polizeikräfte waren vor Ort und begleiteten die Versammlung.

Ein Redner machte bei der Auftaktkundgebung lautstark deutlich, wofür die Teilnehmer auf die Straße gingen. Es ging um mehr Geld für Schulen und bessere Bildung, aber auch um grundlegende gesellschaftliche Veränderungen. Gefordert wurde ein „besseres Leben für alle“ und dass die „Grundbedürfnisse aller Menschen abgesichert sind“. Der Sprecher warb für einen Weg hin zum Sozialismus statt zum Kapitalismus.
Scharfe Kritik richtete er an CSU, SPD und AfD sowie an die Polizeigewerkschaft. Auch die starke Polizeipräsenz sorgte bei den Teilnehmern für Unmut. Davon werde man sich jedoch nicht einschüchtern lassen, betonte der Redner: „Unser Kampf ist gerechtfertigt.“ Ein weiteres Thema war die Ablehnung von Wehrdienst und Kriegstreiberei.
Als sich der Demonstrationszug anschließend durch die Innenstadt in Bewegung setzte, skandierten die Teilnehmer: „Die Deutschen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft“.

Gen-Z-Demo in Rosenheim am 31. Oktober 2026. Foto: Innpuls.me
Dieses Geschäft in der Münchener Straße schloss aus Sicherheitsgründen bereits um 16.45 Uhr – also 15 Minuten vor Start der Demo.
Geschäfte schlossen früher – Halloween-Gäste unterwegs

Während die Demonstranten ihre Forderungen auf der Straße kundtaten, richteten sich am Rand der Route viele Blicke auf den Zug. Einige Geschäftsinhaber und Mitarbeiter standen vor ihren Läden und beobachteten das Geschehen mit besorgten Mienen.

Ein Geschäft hatte bereits um 16.45 Uhr geschlossen. An der Eingangstür hing ein Schild mit dem Hinweis, dass dies „aus Sicherheitsgründen“ geschehe. Wir beobachteten, wie ein Ehepaar davor stehen blieb. Die beiden wollten offenbar noch einkaufen und waren von der vorzeitigen Schließung überrascht. Sie fotografierten das Schild, schüttelten den Kopf und gingen schließlich weiter. „So was hätte man sich vor ein paar Jahren auch noch nicht vorstellen können“, meinte der Mann.

Gen-Z-Demo in Rosenheim am 31. Oktober 2026. Foto: Innpuls.me
Auslage eines Schmuckgeschäfts fast leer – auch eine Vorsichtsmaßnahme?
Bei einem Schmuckgeschäft fiel zudem auf, dass die Auslage nahezu vollständig schmucklos war. Ob dies ebenfalls eine Vorsichtsmaßnahme im Zusammenhang mit der Demonstration war, blieb offen.

Nicht alle, die an diesem Samstagabend in der Innenstadt unterwegs waren, interessierten sich allerdings für die Kundgebung. Viele waren auf dem Weg zu den verschiedenen Halloween-Veranstaltungen und wollten einfach einen fröhlichen Abend verbringen. So trafen die Demonstranten immer wieder auf Menschen in Gruselkostümen. Manche trugen schaurige Masken, andere hatten Kunstblut im Gesicht.
Was an Halloween ganz selbstverständlich dazugehört, wirkte in der angespannten Stimmung dieses Abends plötzlich ungewohnt: Die schaurig geschminkten und verkleideten Menschen bildeten einen eigenartigen Kontrast zum Demonstrationsgeschehen.

Gen-Z-Demo in Rosenheim am 31. Oktober 2026. Foto: Innpuls.me
Begleitet von der Polizei zog der Demozug durch die Innenstadt.
Der Demo-Aufruf beschäftigte schon den Stadtrat

Die Demonstration hatte in Rosenheim bereits im Vorfeld für politische Diskussionen gesorgt. Auslöser war der Aufruf des Instagram-Accounts „Gen Z regelt das – Rosenheim“ unter dem Slogan „Auf die Straße wie Frankreich“. Das dazugehörige Plakat zeigte eine gewaltsame Konfrontation zwischen Demonstranten und Polizei.

Am 21. Oktober brachte der Zweite Bürgermeister Daniel Artmann (CSU) das Thema im Stadtrat zur Sprache. Er kritisierte die Bildsprache des Aufrufs und erklärte: „Wir sollten hier in Rosenheim den Riegel vorschieben.“ Oberbürgermeister Abuzar Erdogan berichtete von seinem Kontakt mit der Polizei. Gewalt werde nicht zugelassen, betonte er. (Wir berichteten.)

Fünf Tage vor der Demonstration äußerte sich auch Erdogan auf seinem Instagram-Account. Er betonte das Recht junger Menschen, für ihre Anliegen auf die Straße zu gehen, machte aber ebenso deutlich: „Gewalt und Straftaten haben aber keinen Platz“. Nach eigenen Angaben hatte er sich im Vorfeld mit der Polizei über die bevorstehende Versammlung ausgetauscht.
Die Reaktionen auf seinen Beitrag fielen unterschiedlich aus. Während einige Nutzer angesichts der Bilder aus Frankreich ihre Sorge vor möglichen Ausschreitungen in Rosenheim äußerten, hielten andere die Warnungen im Vorfeld für überzogen. Sie mahnten, friedlich demonstrierende junge Menschen nicht bereits vorab unter einen Generalverdacht zu stellen.

In anderen Städten kam es zu Ausschreitungen

Dass die Befürchtungen vor dem Demonstrationssamstag nicht nur Rosenheim beschäftigten, zeigte sich auch andernorts. Bundesweit waren am 31. Oktober in mehr als 30 Städten Aktionen der Initiative „Gen Z regelt“ angekündigt. Während viele Kundgebungen friedlich verliefen, kam es in mehreren Städten zu teils erheblichen Auseinandersetzungen.

In Bayern war insbesondere Nürnberg betroffen. Dort nahmen nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken in der Spitze rund 2.000 Menschen an einer Demonstration teil. Im Verlauf des Aufzugs warfen einzelne Teilnehmer Flaschen, Steine und Böller in Richtung der Einsatzkräfte. Ein Teilnehmer wurde durch einen Böllerwurf verletzt. Im weiteren Verlauf setzte die Polizei mehrere Personengruppen vorläufig fest. Insgesamt stellten die Beamten bei mehr als 200 Menschen die Identität fest. Auch Sachbeschädigungen wurden gemeldet.

In Frankfurt kam es nach zunächst weitgehend friedlichem Verlauf der Demonstration am Abend in der Innenstadt zu Ausschreitungen. Im Bereich der Einkaufsstraße Zeil wurden Schaufensterscheiben eingeschlagen und Geschäfte geplündert. Außerdem kam es zu Angriffen auf Polizeibeamte.‘
Auch in Hamburg musste die Polizei wiederholt eingreifen. Dort wurden Einsatzkräfte mit Steinen, Pyrotechnik und anderen Gegenständen beworfen. Nach dem vorzeitigen Ende der Demonstration kam es im Umfeld des Hauptbahnhofs zu weiteren Störungen. Die Polizei setzte bei Räumungen auch einen Wasserwerfer ein.

Die Ereignisse in den verschiedenen Städten zeigten ein unterschiedliches Bild der bundesweiten Proteste: Neben zahlreichen friedlichen Kundgebungen gab es auch Gruppen, aus denen heraus es zu Angriffen, Sachbeschädigungen und Plünderungen kam. In Rosenheim blieb es nach den bisherigen Beobachtungen von Innpuls.me bei einer friedlichen Demonstration.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Josefa Staudhammer)

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