Rosenheim – Matschige Schuhe, Schlaglöcher und immer wieder Ausbesserungsarbeiten: Der Weg auf dem Inndamm zwischen Langenpfunzen und dem Klinikum soll eine neue Oberfläche bekommen. SPD und FDP haben dafür eine Asphaltierung beantragt. Im Verkehrsausschuss gab es viel Zustimmung, aber auch Bedenken.
Wer mit dem Fahrrad auf dem Inndammweg unterwegs ist, kennt die Unebenheiten. Besonders bei Regen wird die Fahrt auf dem Schotterbelag schnell zur schmutzigen Angelegenheit. Das führen auch die Antragsteller von SPD und FDP in ihrer Begründung an: Bei Nässe werde Schmutz hochgespritzt und Kleidung sowie Schuhe würden stark verschmutzt. Wer mit dem Rad zur Arbeit oder zu einem offiziellen Termin fahre, könne den Weg deshalb kaum nutzen.
Doch nicht nur der Komfort spielt eine Rolle. Es geht auch um mehr Sicherheit: Immer wieder müssen Schlaglöcher aufgefüllt und Unebenheiten beseitigt werden. Eine Asphaltdecke soll künftig für eine dauerhaft ebene und besser befahrbare Strecke sorgen.
Asphalt statt Schotter: Was die Stadt vorhat
Derzeit besteht die Oberfläche aus einer sogenannten wassergebundenen Decke. Dahinter verbirgt sich ein verdichteter Kies- und Schotterbelag, durch den Regenwasser versickern kann. Anders als bei Asphalt bleibt der Weg damit wasserdurchlässig. Allerdings ist die Oberfläche laut Stadtverwaltung sehr unterhaltsaufwendig. Immer wieder entstehen Unebenheiten, die gerade bei nasser Witterung die Befahrbarkeit einschränken.
Die Verwaltung will deshalb die Asphaltierung des stadtseitigen Inndammwegs zwischen Langenpfunzen und dem Klinikum vorbereiten und Angebote einholen. Die erste Kostenschätzung für eine einlagige Asphaltdecke liegt bei rund 175.000 Euro. Die erforderlichen Mittel sollen für den Finanzhaushalt 2027 angemeldet werden. Als Zeitpunkt für die Umsetzung wird das Frühjahr 2027 angestrebt.
Viel Zustimmung – aber auch Bedenken
Über den Antrag wurde im jüngsten Verkehrsausschuss beraten. Grundsätzlich fand die Idee über die Fraktionsgrenzen hinweg viel Zustimmung. „Das ist eine gute Idee“, meinte Andreas Kohlberger von der AfD. Auch Christine Degenhart von den Freien Wählern/UP begrüßte den Vorstoß ausdrücklich: „Ich finde den Antrag richtig gut.“ Sie gab allerdings zu bedenken, dass mit der Asphaltierung auch eine zusätzliche Flächenversiegelung verbunden ist.
Oberbürgermeister Abuzar Erdogan sieht die Notwendigkeit einer Befestigung als gegeben. Ihn hätten dazu viele Zuschriften erreicht. SPD-Stadtrat Robert Metzger verwies zudem auf den touristischen Nutzen, den ein besser befahrbarer Inndammweg haben könnte.
Ein Thema beschäftigte gleich mehrere Ausschussmitglieder: Wie wirkt sich die neue Oberfläche auf das Miteinander von Radfahrern und Fußgängern aus? CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Wolfgang Bergmüller begrüßte die Asphaltierung zwar ausdrücklich, befürchtet aber, dass Radfahrer und Rollerblader auf dem glatten Belag künftig noch schneller unterwegs sein könnten. „Die werden dann noch schneller fahren“, sagte er. Auch Kohlberger äußerte in dieser Hinsicht Bedenken: „Grundsätzlich finde ich die Idee sehr gut, aber wo ich Bauchweh habe ist, dass die Radler und Rollerblader dann dort noch schneller unterwegs sind.“
Um Konflikte auf dem gemeinsam genutzten Weg zu vermeiden, sieht der Antrag deshalb auch Hinweise oder Markierungen vor, die Radfahrer und Fußgänger zu mehr Rücksichtnahme auffordern sollen.
Warum Brigitte Klein-Weigel dagegen stimmte
Die einzige Gegenstimme kam von Brigitte Klein-Weigel von den Grünen. „Unter dem Aspekt Komfort halte ich das für eine gute Idee“, sagte sie. Für sie stelle sich allerdings die Frage nach der Notwendigkeit. Schließlich sei auch eine Nord-Süd-Fahrradachse in Planung, die auf den Forderungen des Radentscheids Rosenheim beruhe. Diese Verbindung habe für sie Vorrang.
Schlaglöcher werden zunächst noch einmal ausgebessert
Bis eine mögliche Asphaltierung umgesetzt wird, sollen die Schlaglöcher zunächst noch einmal ausgebessert werden. Oberbürgermeister Abuzar Erdogan hatte dies bereits in einem Instagram-Video angekündigt. Im November sollen die Unebenheiten aufgefüllt werden, damit der Inndammweg bis zu einer möglichen grundlegenden Sanierung besser befahrbar ist.
Die Verwaltung soll nun die Asphaltierung vorbereiten und Angebote einholen. Die erforderlichen Mittel von rund 175.000 Euro sollen für den Finanzhaushalt 2027 angemeldet werden. Auch Oberbürgermeister Abuzar Erdogan zeigte sich nach der Ausschusssitzung zuversichtlich, dass die Maßnahme umgesetzt wird. Bei einem positiven weiteren Verlauf könnten die Arbeiten bereits im Frühjahr 2027 beginnen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)


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