Nachrichten, Informationen und Geschichten aus Rosenheim

Rosenheim bekommt das Fahrrad-Gütesiegel – doch der Radentscheid ist nicht zufrieden

Fotomontage mit Motiven: Fahrradtraße, Zone 30, Abstand halten und Rosenheimer Rathaus. Fotomontage: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

4. November 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

Velkolepá autonehoda v Schliersee se stala známou mnoha hráčům online kasin. Podle policie k nehodě došlo kolem 00:40 ráno a podle dosavadních informací zůstali dva cestující bez zranění, přečtěte si také o nových českých online kasinech https://sancenavyhru.website3.me/. Také krátce před hasičskou zbrojnicí v Neuhausu zaparkovali dva hráči online kasina auto a nasedli do Passatu s poznávací značkou Tölzer, což nezůstalo bez povšimnutí pozorných přihlížejících.

Rosenheim – Jahrelang hat sich der Radentscheid dafür eingesetzt, dass Rosenheim fahrradfreundlicher wird. Nun ist die Stadt als „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ zertifiziert – doch statt zu feiern, übt die Initiative Kritik. Das sorgte auch in der jüngsten Sitzung des Rosenheimer Ausschusses für Verkehrsfragen und ÖPNV für deutliche Reaktionen.

Rosenheim Oberbürgermeister Abuzar Erdogan bezeichnete das Vorgehen des Radentscheids als „nicht kollegial“. Er könne die Kritik und deren Gründe nicht nachvollziehen. Eine „150-Prozent-Lösung“ für den Radverkehr werde es vermutlich nie geben. Entscheidend sei, dass Rosenheim auf einem guten Weg sei und diesen weitergehe.
Auch CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Wolfgang Bergmüller äußerte sich kritisch. Er hinterfragte die Legitimation des Fahrradbeirats und wollte wissen, wie dessen Mitglieder bestimmt werden. Außerdem brachte er eine mögliche regelmäßige Rotation der Vertreter ins Gespräch.

Kritik am Fahrradbeirat – gemeint war der Radentscheid

In der Ausschusssitzung richteten sich die kritischen Wortmeldungen gegen den Fahrradbeirat. Die Kritik an der Zertifizierung kam allerdings nicht von diesem Gremium, sondern vom Radentscheid. Das stellte Armin Stiegler im Gespräch mit Innpuls.me ausdrücklich klar: „Die Kritik kam nicht vom Fahrradbeirat sondern vom Radentscheid“, betonte er. Stiegler ist Hauptinitiator und Mitbegründer des Radentscheids Rosenheim und vertritt die Initiative auch im Fahrradbeirat.
Dass beide in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen, liegt an personellen Überschneidungen: Vertreter des Radentscheids sitzen auch im Fahrradbeirat. Dem Gremium gehören außerdem Vertreter des ADFC und des VCD sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltung an. Während der Radentscheid eine Bürgerinitiative ist, handelt es sich beim Fahrradbeirat um ein eigenes Beratungsgremium der Stadt.

Der Fahrradbeirat nahm seine Arbeit am 30. Juni 2020 auf, nachdem der Rosenheimer Stadtrat zuvor die Ziele des Radentscheids übernommen hatte. Er berät die Stadt in Fragen des Radverkehrs und begleitet die Weiterentwicklung der entsprechenden Angebote. Zu den Zielen gehören ein zusammenhängendes und sicheres Radwegenetz, ausreichend breite Radwege, sichere Kreuzungen und Ampelschaltungen sowie bessere und mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
Die von Bergmüller angesprochene Frage einer regelmäßigen Rotation der Mitglieder griff Innpuls.me ebenfalls bei Stiegler auf. Er erklärte, dass jede beteiligte Gruppe selbst entscheide, wen sie in den Fahrradbeirat entsendet. Das gelte für den Radentscheid ebenso wie für die anderen Vereine und Organisationen sowie die Stadtverwaltung.

„Rosenheim hat sich die Zertifizierung noch nicht verdient“

Doch nun zur eigentlichen Frage: Warum kritisiert ausgerechnet eine Initiative, die sich seit Jahren für eine fahrradfreundlichere Stadt starkmacht, eine Auszeichnung, die zunächst genau nach ihrem Ziel klingt? Innpuls.me hat bei Stiegler nachgehakt. Seine Antwort fällt deutlich aus: „Rosenheim hat sich die Zertifizierung noch nicht verdient.“
Aus Sicht des Radentscheids seien die Kriterien für eine solche Auszeichnung zu niedrig angesetzt. Als Beispiel nennt Stiegler das benachbarte Kolbermoor, das bereits seit einigen Jahren als „Fahrradfreundliche Kommune“ ausgezeichnet ist. Nach seiner Einschätzung konnten dort bereits geplante oder angekündigte fahrradfreundliche Projekte bei der Zertifizierung berücksichtigt werden, obwohl noch nicht alle umgesetzt waren.
Stiegler erkennt durchaus an, dass Rosenheim beim Radverkehr inzwischen deutlich besser dasteht als noch vor einigen Jahren. Dennoch sei der Weg zu einer wirklich fahrradfreundlichen Stadt noch lang. Er befürchtet, dass die Auszeichnung den weiteren Fortschritt bremsen könnte, wenn sich die Stadt dadurch bereits am Ziel wähnt und notwendige Verbesserungen nicht mit dem gleichen Nachdruck weiterverfolgt.

Was dem Radentscheid bei der Umsetzung fehlt

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die politische Umsetzung. Der Rosenheimer Stadtrat hatte 2020 die Ziele des Radentscheids übernommen. Das bedeutete aus Sicht der Initiative aber noch nicht, dass damit auch alle konkreten Maßnahmen verbindlich beschlossen und ihre Umsetzung gesichert waren.
Ein umfassendes Radverkehrskonzept für Rosenheim, erarbeitet vom Fachbüro Kaulen, wurde am Ende Juli 2026 im Ausschuss für Verkehrsfragen und ÖPNV vorgestellt. Für Stiegler reicht das allein nicht aus. Die Vorstellung oder Kenntnisnahme eines Konzepts sei noch keine Entscheidung darüber, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt und finanziert werden. Aus Sicht des Radentscheids braucht es dafür konkrete politische Beschlüsse, damit aus den vorgeschlagenen Verbesserungen auch tatsächlich Projekte werden.

Weiterer Lesestoff passend zum Thema: 
Wie es mit der Zertifizierung weitergeht

Die feierliche Übergabe des Rosenheimer Zertifikats ist für den 24. Februar 2027 in München geplant. Die Auszeichnung gilt für sieben Jahre. Dann steht die Rezertifizierung an, bei der die Stadt nachweisen muss, was sich in den vergangenen Jahren tatsächlich alles in Sachen „Fahrradverkehr“ verbessert hat.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Fotomontage Innpuls.me)

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.