Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1940. Unser Bild zeigt die Färberstraße in Rosenheim während eines verheerenden Hochwassers. Ein Bub und ein Mann waten kniehoch durch die Wassermassen. Zwei Lastwagen sind in den Fluten gestrandet und wirken, als wären sie mitten auf der Straße einfach liegen geblieben.
Das Foto erinnert an eines der schwersten Hochwasser, die Rosenheim im vergangenen Jahrhundert erlebt hat. Ende Mai 1940 kam es zu einer außergewöhnlichen Kombination: Die Schneeschmelze in den Alpen und anhaltender Starkregen ließen Inn und Mangfall stark anschwellen. Über rund 40 Stunden regnete es nahezu ununterbrochen.
Am Pegel Rosenheim stieg der Inn am 30. Mai innerhalb weniger Stunden von 3,10 auf 4,27 Meter. Am Abend des 31. Mai 1940 brach schließlich an der Mangfall beim Betonwerk Bernrieder ein Damm. Große Wassermengen ergossen sich daraufhin in tiefer gelegene Gebiete der Stadt.
Auch weite Teile der Rosenheimer Innenstadt wurden überflutet. Besonders betroffen waren unter anderem die Färberstraße und die umliegenden Gassen. Die Wassermassen machten viele Straßen unpassierbar. Menschen mussten sich zu Fuß oder, wo möglich, mit Booten durch die überfluteten Bereiche bewegen.
Wie dramatisch die Situation damals war, lässt sich auf unserem Foto erahnen. Der Bub und der Mann waten durch das Wasser, während die beiden Lastwagen von den Fluten eingeschlossen sind. Ein ungewöhnlicher Anblick mitten in Rosenheim – und zugleich ein eindrückliches Zeugnis davon, welche Ausmaße das Hochwasser 1940 hatte.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)


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