Landkreis Rosenheim – Während die meisten Menschen die kalten Wintertage in beheizten Räumen verbringen, herrscht in den verborgenen Tiefen unserer Region Hochbetrieb – oder besser gesagt: tiefste Ruhe. Der Rosenheimer Fledermausbegeisterte und Artenschützer Bernhard Baron Boneberg begab sich gemeinsam mit Dr. Andreas Zahn, Experte der Koordinierungsstelle für Fledermausschutz Südbayern, auf eine Expedition in einen bislang unbekannten Eiskeller im nördlichen Landkreis Rosenheim. Ziel der Begehung war die Suche nach überwinternden Fledermäusen.
Warum Eiskeller überlebenswichtig sind
Für Fledermäuse ist die Wahl des richtigen Winterquartiers eine Überlebensfrage. Im Alpenvorland sind natürliche Höhlen selten, weshalb vom Menschen geschaffene Strukturen wie alte Eiskeller, Stollen oder tiefgelegene Gewölbe eine Ersatzfunktion übernehmen. Diese Orte bieten Frostfreiheit, eine konstante Temperatur zwischen 3 und 8 Grad Celsius sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Letztere ist entscheidend, damit die empfindlichen Flughäute der Tiere während des Winterschlafs nicht austrocknen.
Experten im Einsatz für den Fledermausschutz
Die Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern, die im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt arbeitet, betont die Schutzwürdigkeit solcher Quartiere. Dr. Andreas Zahn und viele Ehrenamtliche erfassen diese Standorte akribisch, da viele historische Keller durch Sanierungen, Verfüllungen oder den Verlust von Einflugsöffnungen bedroht sind. „Jeder neu entdeckte Keller ist ein potenzieller Rettungsanker für Arten wie die Kleine Hufeisennase oder die Mopsfledermaus“, so Zahn während der Begehung.
Naturschutz als aktive Aufgabe
Die Begehung zeigt: Naturschutz findet nicht nur am Schreibtisch statt, sondern erfordert Entdeckergeist und fachliche Expertise. Für den Erhalt der Artenvielfalt in Oberbayern ist es unerlässlich, diese „stillen Zeugen“ der Vergangenheit zu bewahren. Effektiver Fledermausschutz bedeutet auch, historische Bausubstanz als wertvollen Lebensraum zu begreifen. Im Voralpenland dienen Kirchen, Schlösser und Stadel Dachräume als Sommerquartier für Arten wie das Mausohr oder die Wimperfledermaus.
Nur wenn diese Rückzugsorte bekannt und geschützt werden, können Fledermäuse weiterhin über Wiesen und Wälder ziehen und ihre Rolle als fliegende Insektenjäger erfüllen.
Eure Mithilfe ist gefragt
Wer Hinweise auf alte Eiskeller, tiefe Gewölbe oder ungenutzte Stollen im Landkreis Rosenheim hat oder weiß, wo Fledermäuse an oder in Gebäuden leben, kann diese direkt an die Experten der Koordinationsstelle melden. Jeder Hinweis hilft, das Netzwerk schützenswerter Quartiere zu vervollständigen.
Kontakt: andreas.zahn@iiv.de
(Quelle: Artikel: Bernhard Baron Boneberg und Dr. Andreas Zahn / Beitragsbild: Copyright BBB)


Im Winter verstehe ich das.
Da ist es schön gleichbleibend kühl und frostfrei in solchen Kellern und Stollen.
Was mich aber interessieren würde:
Nutzen Fledermäuse solche Stollen auch im Sommer?
Im Fernsehen meine ich sowas schon gesehen zu haben.