Bad Reichenhall / Bayern – Vom heutigen Mittwoch (18.3.2026) bis Freitag (20.3.2026) findet in Bad Reichenhall die Agrarministerkonferenz 2026 statt. Der Bayerischer Bauernverband fordert anlässlich der Konferenz gemeinsam mit weiteren Verbänden klare politische Weichenstellungen für die Land- und Forstwirtschaft.
Nach Angaben des Verbandes wurde dazu ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet. Dieses wird neben dem Bauernverband auch von der Bayerische Jungbauernschaft e.V., dem Landesverband Familienbetriebe Land und Forst – Bayern e.V. sowie dem Bayerischer Waldbesitzerverband e.V. unterstützt.
Forderungen an die Politik
BBV-Präsident Günther Felßner erklärte, die aktuellen geopolitischen Entwicklungen würden die Bedeutung von Ernährungssicherung und Versorgungssouveränität deutlich machen. „Die geopolitischen Veränderungen und die aktuellen Konflikte zeigen deutlich, wie wichtig Ernährungssicherung und Versorgungssouveränität für Europa sind. Landwirtschaft und Forstwirtschaft sind dafür unverzichtbare Grundlagen“, so Felßner.
Mit Blick auf die Lage im Nahen Osten erklärte er weiter: „Die Kämpfe im Iran verschärfen die Situation an den Energiemärkten spürbar. Steigende Kosten für Treibstoffe, Energie und Düngemittel treffen unsere Betriebe unmittelbar – bei gleichzeitig unter Druck stehenden Erzeugerpreisen. Diese Entwicklung zeigt, wie dringend wir stabile politische Rahmenbedingungen und mehr Unabhängigkeit brauchen.“
Die beteiligten Verbände richten laut Mitteilung mehrere zentrale Anliegen an die Agrarminister von Bund und Ländern. Dazu zählen unter anderem:
- eine aus Sicht der Verbände starke EU-Agrarpolitik mit einem Budget von mindestens 500 Milliarden Euro für die Förderperiode 2028 bis 2034
- der Abbau von Bürokratie und eine Vereinfachung von Förderregelungen
- die Stärkung bäuerlicher Strukturen, etwa durch bestehende Förderprogramme
- eine Weiterentwicklung des Düngerechts hin zu praxistauglichen Regelungen
- verlässliche Rahmenbedingungen für die Nutztierhaltung
- faire Handelsbedingungen und die Einhaltung europäischer Standards auch bei Importen
- Vereinfachungen bei verschiedenen EU-Regelungen, etwa im Umwelt- und Agrarbereich
- Verbesserungen beim Pflanzenschutz sowie bei der Erntesicherung
- die Fortführung bestehender Regelungen zur Schadnagerbekämpfung
- eine Überarbeitung der Tierhaltungskennzeichnung
- sowie Maßnahmen zur Stärkung erneuerbarer Energien in der Landwirtschaft
„Verlässliche Rahmenbedingungen notwendig“
Felßner betonte laut Mitteilung zudem die Rolle der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe für Versorgung und Wertschöpfung im ländlichen Raum: „Diebäuerlichen Familienbetriebe und Waldbesitzer leisten einen zentralen Beitrag zur Versorgung mit Lebensmitteln, zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und zur Wertschöpfung im ländlichen Raum. Damit sie diese Aufgaben auch künftig erfüllen können, braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen“, so Felßner.
(Quelle: Pressemitteilung BBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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