Bayern / Rosenheim – Rosen und Topfpflanzen gehören für viele Paare in Bayern fest zum Valentinstag. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) macht in diesem Zusammenhang auf ökologische Auswirkungen aufmerksam und empfiehlt heimische Sträucher als langfristige und umweltverträglichere Geschenkidee.
Am 14. Februar zeigen viele Menschen ihre Zuneigung mit Blumensträußen und Topfpflanzen. Für Umwelt und Klima ist das jedoch oft keine gute Nachricht. Ein großer Teil der in Bayern verkauften Schnittblumen wird aus Ländern wie Kenia oder Kolumbien importiert. Dort kommen häufig Pestizide zum Einsatz, bevor die Ware per Flugzeug oder Lkw nach Europa transportiert wird – verbunden mit CO₂-Emissionen.
Auch innerhalb Europas produzierte Blumen, etwa aus den Niederlanden, schneiden in Sachen Nachhaltigkeit nicht automatisch besser ab. Der hohe Energiebedarf für beheizte Gewächshäuser belastet die Klimabilanz zusätzlich.
Heimische Sträucher als nachhaltiges Valentinsgeschenk
Statt kurzlebiger Schnittblumen empfiehlt der bayerische Naturschutzverband, gemeinsam einen Wildstrauch zu pflanzen – im Garten oder auf dem Balkon. Bei frostfreiem Wetter ist das den ganzen Winter über möglich.
„Holunder, Schlehe und Kornelkirsche sind blütenreiche Sträucher, mit denen man nicht nur seinem Herzblatt, sondern auch der Natur eine Freude machen kann. Statt kurzlebige Schnittblumen zu verschenken, ist es ein viel schöneres Zeichen der Zuneigung, zum Valentinstag gemeinsam einen Strauch in den Garten oder auf den Balkon zu pflanzen. Das perfekte Symbol für jahrelange Liebe“, sagt die LBV-Bildungsreferentin Marie Radicke.
Besonders geeignet sind:
- Schlehe (Prunus spinosa) – Nahrungsquelle für Insekten und Vögel
- Holunder – beliebt bei zahlreichen Vogelarten, vielseitig verwendbar
- Kornelkirsche – frühe Blüten für Bienen im Frühjahr
- Felsenbirne – ideal für kleinere Gärten
- Weißdorn – Beeren für über 30 Vogelarten
- Salweide – wichtige Nektarquelle für Schmetterlinge wie Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge
Diese Gehölze bieten Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten für Vögel, Insekten und kleine Säugetiere. Gerade in Zeiten zunehmenden Artenverlusts sind naturnahe Gärten ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in Bayern, so der LBV.
Torf in Topfpflanzen belastet Moore
Auch viele Topfpflanzen, die rund um den Valentinstag verkauft werden, sind problematisch. Primeln oder Hyazinthen stehen häufig in torfhaltiger Erde. Für den Torfabbau werden Moore entwässert und zerstört – dabei speichern sie große Mengen Kohlenstoff und sind wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten.
„Diese Ökosysteme sind nicht nur wichtiger Lebensraum für gefährdete Arten, sondern speichern sehr große Mengen an Kohlenstoff. Das macht sie unverzichtbar in Zeiten der Klimakrise“, erläutert Marie Radicke.
Liebe geht durch den Magen
Wildsträucher punkten nicht nur ökologisch, sondern auch kulinarisch. Viele ihrer Früchte sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Im Spätsommer und Herbst lassen sich daraus Marmeladen, Sirup, Tees oder Liköre herstellen – etwa Holundersirup, Schlehenlikör oder Felsenbirnenmarmelade.
Ein gemeinsames Pflanzprojekt zum Valentinstag wird so zum langfristigen Symbol für Verbundenheit – und trägt gleichzeitig zur Artenvielfalt in Bayern bei.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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