Traunstein – Bei den Kommandantendienstversammlungen der Feuerwehren im Landkreis Traunstein wurde deutlich, dass sich das ehrenamtliche Feuerwehrwesen aktuell in einem umfassenden Wandel befindet. An vier Abenden informierten Kreisbrandrat Christof Grundner sowie mehrere Fach-Kreisbrandmeister die 181 Kommandanten und ihre Stellvertreter der 80 Feuerwehren über laufende Entwicklungen.
Die Bandbreite reichte von Klimawandel und Digitalisierung bis hin zu Ausbildung und Nachwuchsarbeit. Trotz steigender Anforderungen zeigen sich die Feuerwehren im Landkreis gut aufgestellt.
Große Themenvielfalt in den Dienstversammlungen
Neben den Jahresrückblicken aus den einzelnen Inspektionsbereichen standen zahlreiche Fachthemen auf der Agenda. Der Klimawandel mit zunehmenden Extremwetterlagen, die fortschreitende Digitalisierung sowie der Ausbildungsbetrieb beschäftigen die Feuerwehren derzeit besonders. Die Sachstandsberichte wurden bei allen vier Versammlungen in Unterwössen, Petting, Heiligkreuz und Stein vorgestellt.
Sammelbeschaffungen und neue Fahrzeuge
Ein zentrales Thema war die geplante Sammelbeschaffung von Löschgruppenfahrzeugen (LF 10) durch den Freistaat Bayern und den Landesfeuerwehrverband. Künftig sollen diese Fahrzeuge gemeinsam ausgeschrieben werden, was für die Kommunen weniger Verwaltungsaufwand und geringere Kosten bedeutet. Die Fahrzeuge werden einheitlich ausgestattet und erfüllen landesweit die Anforderungen an ein LF 10.
Darüber hinaus ist der Leitstellenbereich Traunstein Pilotregion bei der Modernisierung der Ölwehrausstattung des Freistaats. Der Landkreis Traunstein erhält unter anderem neue Führungskomponenten. So wurde in Lampoding bereits ein Kommandowagen in Dienst gestellt, in Seeon wird ein Einsatzleitfahrzeug erwartet. Aus Bundesmitteln kommt zudem ein ABC-Erkundungskraftwagen, der bei der Feuerwehr Traunreut stationiert wird.
Digitalisierung und Führungsunterstützung
Im Bereich EDV wächst das KFV-Portal kontinuierlich. In der landkreisweiten Datenbank sind inzwischen rund 7.300 Feuerwehrangehörige, 2.400 Lehrgänge und mehr als 16.000 Dokumente erfasst. Auch die Einsatzleitsoftware wurde erweitert, unter anderem durch eine digitale Lagekarte und das schrittweise Ausrollen eines Fahrzeug-Trackings.
Ein weiteres Zukunftsprojekt ist die Führungsunterstützung. Speziell ausgebildete Einsatzkräfte sollen künftig mit Einsatzleit- oder Mehrzweckfahrzeugen die Einsatzleitungen vor Ort unterstützen. Die Pilotphase startet im Frühjahr, der flächendeckende Einsatz ist für das kommende Jahr geplant.
Starke Nachwuchsarbeit bei Jugend- und Kinderfeuerwehren
Positiv entwickelte sich die Nachwuchsarbeit. Rund 400 Jugendliche nahmen am Tag der Jugendfeuerwehr in Pietling teil. Zudem wurden sieben neue Kinderfeuerwehren gegründet, eine weitere in Tittmoning ist in Vorbereitung. Ein Höhepunkt steht bereits fest: Vom 17. bis 19. Juli 2026 findet der Tag der Jugendfeuerwehr mit Zeltlager im Strandbad Taching statt.
Ausbildung weiter im Fokus
Auch das Ausbildungswesen bleibt ein Schwerpunkt. Online-Winterschulungen für Führungskräfte, neue Ausbildungskonzepte und ein überarbeiteter Lehrgangskatalog sollen die Feuerwehren unterstützen. Auf Landkreisebene werden im kommenden Jahr 53 Lehrgangstypen mit mehr als 2.300 Lehrgangsplätzen angeboten. Eine neue Restplatzbörse erleichtert zudem den Zugang zu freien Lehrgangsplätzen an den Feuerwehrschulen.
Insgesamt zeigen die Berichte aus den Dienstversammlungen: Trotz wachsender Herausforderungen sind die Feuerwehren im Landkreis Traunstein auf einem guten Weg, die Anforderungen der Zeit erfolgreich zu meistern.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Copyright Kreisfeuerwehrverband Traunstein)


0 Kommentare