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Ein Baum mit Mission: Hungerbaum in Stephanskirchen

Hungerbaum vor einem Wohnhaus in Stephanskirchen. Foto: Ferdinand Staudhammer

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich fĂŒr die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.
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9. April 2026

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Lesezeit: 2 Minute(n)

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Stephanskirchen / Landkreis Rosenheim Mit dem FrĂŒhling erwacht nicht nur die Natur zu neuem Leben – in manchen GĂ€rten sprießt dann auch ein ganz besonderes „GewĂ€chs“: der Hungabam. Skurril geschmĂŒckt und kaum zu ĂŒbersehen, sorgt er bei Autofahrern und SpaziergĂ€ngern fĂŒr neugierige Blicke. Doch was steckt hinter diesem Brauch – und warum hat der Baum eine ziemlich eindeutige Botschaft fĂŒr ein Paar?

Wenn der FrĂŒhling kommt, sprießen nicht nur Blumen und BĂ€ume – manchmal wĂ€chst auch ein sehr eigentĂŒmliches „GewĂ€chs“ in den VorgĂ€rten: der Hungerbaum, auf Bairisch Hungabam.

So geschehen aktuell in Stephanskirchen im Landkreis Rosenheim. Direkt an einer vielbefahrenen Straße sorgt ein besonders auffĂ€lliges Exemplar aktuell fĂŒr viele  neugierige Blicke von Autofahrern und SpaziergĂ€ngern. Wer daran vorbeikommt, kann kaum wegsehen – und genau das ist wohl auch gewollt.

Ein Kunstwerk aus Krempel – mit Botschaft

Der Hungabam in Stephanskirchen ist alles andere als dezent. „Gepflanzt“ wurde er in zwei alten Bulldogreifen, die als Fundament in einem Sandbeet dienen. Direkt auf dem Sand in einem der Reifen thront eine ausrangierte KloschĂŒssel – ein skurriles Zentrum des Kunstwerks. Daneben ragt ein krummer, eher kĂŒmmerlicher Baumstamm in die Höhe – geschmĂŒckt mit allem, was die „Schenker“ finden konnten.

Baumelnde alte Puppe, ein platter HĂŒpfball, ein einzelner Schuh, ein Fahrradreifen – und allerlei weiterer kurioser Krempel verwandeln das BĂ€umchen in ein richtiges Kuriosum-Kabinett. Nach Einbruch der Dunkelheit setzt eine Lichterkette das schrĂ€ge Gebilde noch einmal besonders in Szene.

Und auch ein leeres Biertragerl darf natĂŒrlich nicht fehlen – ein kleiner, aber deutlicher Hinweis darauf, dass die „Schenker“ durchaus etwas erwarten.

Ein Zaunpfahl mit Augenzwinkern

Denn ein Hungabam ist alles andere als gewöhnlicher Gartenschmuck. Er ist ein augenzwinkernder Denkzettel: Aufgestellt wird er traditionell, wenn ein Paar schon lĂ€nger zusammen ist – klassischerweise sieben Jahre – aber noch nicht geheiratet hat. Freunde, Verwandte oder Bekannte „pflanzen“ dann heimlich dieses besondere Exemplar. Möglichst auffĂ€llig, aber immer mit einem schelmischen LĂ€cheln.
Die Botschaft ist klar: Jetzt wird’s Zeit!

Brotzeit als Bezahlung

So spöttisch der Brauch auf den ersten Blick wirken mag, er ist in erster Linie humorvoll gemeint. Die „Beschenkten“ reagieren in der Regel nicht verĂ€rgert, sondern nehmen es mit einem Augenzwinkern.

Die ĂŒbliche Reaktion: eine Einladung zur Brotzeit mit GetrĂ€nken fĂŒr diejenigen, die den Hungabam aufgestellt haben.

Woher kommt der Brauch?

Ganz eindeutig geklĂ€rt ist das nicht. Oft wird erzĂ€hlt, der Hungabam gehe auf Zeiten zurĂŒck, als Hochzeiten in der Landwirtschaft eng mit der HofĂŒbergabe verbunden waren – und sich diese mitunter jahrelang verzögerte. Ob diese ErklĂ€rung historisch belegbar ist, ist jedoch fraglich.

Viele Hinweise deuten darauf hin, dass es sich eher um einen jĂŒngeren Brauch handelt, der aus der bayerischen Tradition der Hochzeitsgaudi und des liebevollen „Anschubsens“ entstanden ist. Inzwischen ist der Hungabam aber immer öfter zu beobachten – ĂŒberwiegend im lĂ€ndlichen Bereich, aber zunehmend auch in StĂ€dten.

Ende offen – mit Feier

Üblicherweise bleibt der Hungabam so lange stehen, bis tatsĂ€chlich eine Hochzeit gefeiert wird. Danach wird der Baum gemeinsam abgebaut – natĂŒrlich nicht ohne eine kleine Feier zur Abrundung dieses besonderen Brauchs.

Allerdings gibt es auch FĂ€lle, in denen sich der Baum ganz ohne Hochzeit erledigt hat: Vielleicht, weil ein Paar heute einfach nicht mehr heiraten möchte, irgendwann die Nase von dem ganzen Treiben voll hatte – oder weil der Hungabam irgendwann von selbst umfiel.

So oder so bleibt der Baum ein augenzwinkernder Hinweis, ein Kuriosum-Kabinett und ein kleines StĂŒck bayerischer Tradition – humorvoll, bildhaft und mit einer klaren Botschaft: Dieser Baum hat eine Mission.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Ferdinand Staudhammer)

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