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Erste Wiedehopfe in Bayern gesichtet

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

30. März 2022

Lesezeit: 2 Minute(n)

Hilpoltstein / BayernMit dem beginnenden Frühling kehrt auch der Vogel des Jahres 2022 aus seinem Winterquartier in Afrika nach Mitteleuropa zurück. Die ersten Meldungen von Wiedehopfen sind bereits beim bayerischen Naturschutzverband LBV eingegangen. In Bayern ist der etwa spechtgroße orangeschwarze Vogel mit der markanten Federhaube und dem langen Schnabel sehr selten und vom Aussterben bedroht. Trotzdem lassen sich durchziehende Wiedehopfe im April und Mai auch im Freistaat immer wieder beobachten. „Auf ihrem Zug durch Bayern in ihre Brutgebiete ist alles möglich. Der Wiedehopf kann derzeit auch völlig unerwartet eine kurze Pause in unseren Hausgärten einlegen“, sagt LBV-Biologe Torben Langer. Wer in den kommenden Wochen einen der markanten Vögel sieht, kann seine Beobachtungen melden unter www.lbv.de/wiedehopf-melden.

Bei den Meldungen interessieren die Vogelschützer  vor allem die fünf wichtigen „W“s: Wer hat wie viele Wiedehopfe wann und wo beobachtet und was haben die Vögel gemacht? „Für uns ist es wichtig zu wissen, ob der Wiedehopf ruft und eventuell länger als einen Tag am selben Ort verweilt. Denn nur wenn sich ein Wiedehopf in einem Lebensraum wohlfühlt, ertönt sein unverkennbar dumpfer ‚hup-hup-hup‘-Ruf, um ein Weibchen anzulocken“, erklärt Torben Langer.

2021 wurden dem LBV rund
600 Wiedehopf-Sichtungen gemeldet

Im letzten Jahr wurden dem LBV etwa 600 Wiedehopf-Sichtungen gemeldet, 2020 waren es sogar fast 1.000. „Auf ähnliche Zahlen hoffen wir natürlich auch in diesem Jahr, in dem der Wiedehopf als Vogel des Jahres ja sogar einen gewissen Prominentenstatus genießt“, sagt der LBV-Biologe. Ein Großteil der beobachteten Vögel wird bei uns allerdings nur eine kurze Rast einlegen und dann weiter in die Brutgebiete zum Beispiel in Sachsen-Anhalt und Brandenburg ziehen. In Bayern gibt es aktuell nur vereinzelte Bruten und keine stabile Population. Doch es gibt Hoffnung: „Wenn ein Wiedehopfpaar erst einmal bei uns gebrütet hat, stehen die Chancen gut, dass sie auch im Folgejahr wiederkommen“, so Torben Langer.

Mehrere hundert Nistkästen
für Wiedehopfe aufgebaut

für In den letzten Jahren häufen sich die Beobachtungen durchziehender Wiedehopfe. Um die Brutchancen zu erhöhen und einige der Vögel zum Bleiben zu überreden, haben LBV-Kreisgruppen mittlerweile mehrere hundert Nistkästen gebaut und aufgehängt. Schwerpunkte sind Mittel- und Mainfranken. Für das dauerhafte Überleben des Vogels des Jahres wird es darauf ankommen, dass das Zusammenspiel von Lebensraum und Nahrung, verbunden mit einem guten Höhlenangebot an störungsfreien Brutplätzen gelingt. „Ein idealer Lebensraum für den Wiedehopf ist zum Beispiel eine giftfreie, extensiv bewirtschaftete Streuobstwiese mit vielen, großen Insekten und einem guten Höhlenangebot, gerne auch in Form von Nistkästen“, sagt Torben Langer.
(Quelle: Pressemitteilung LBV Bayern / Beitragsbild: re)

Hier ein Video zum Vogel des Jahres:

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