Happing / Rosenheim – Ein langer Weg, der die Feuerwehr Happing und die Politik über drei Jahrzehnte beschäftigte, zeichnet nun ein Ende ab: In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Rosenheim wurde das Grundstück für das künftige Feuerwehrgerätehaus offiziell vorgestellt. Die Freude über den Fortschritt war groß – gleichzeitig sorgte der noch lange Zeitplan für Diskussionen.
Für die Feuerwehrleute, die zahlreich zur Sitzung erschienen waren, war der Moment spürbar emotional. „Und, freust Du dich?“, fragte ein Kamerad nach der Sitzung. „Und wie! Aber ich hoffe, dass der Bau nicht so lange dauert, wie es in der Sitzung hieß“, antwortete sein Kollege.
Der Grund für diese Besorgnis: Der Zeitplan für das neue Feuerwehrgerätehaus sorgte bei der Sitzung für Diskussionen. Laut Grobterminplan könnte der Baubeginn witterungsabhängig frühestens Ende Winter 2027/2028 erfolgen, die Nutzung ist dann für Sommer 2029 vorgesehen. SPD-Fraktionssprecher Abuzar Erdogan konnte nicht nachvollziehen, warum sich die Planungen noch einmal so lange hinziehen. Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März begründete die lange Planungszeit damit, dass der Schnitt des betreffenden Grundstücks schwierig sei.
Grundstück steht fest
Das neue Areal liegt an der Heilig-Blut-Straße 1 und umfasst eine Fläche von 2.431 Quadratmetern. Es ist derzeit mit einem Mehrfamilienhaus bebaut, das bei einer Realisierung erhalten bleibt – ebenso die vorhandenen acht Pkw-Stellplätze. Ein Nebengebäude, das aktuell die Heizungsversorgung beherbergt, soll abgerissen werden. Künftig soll die Versorgung das Feuerwehrgerätehaus selbst übernehmen.
Grund für den Neubau ist der schlechte Zustand des bisherigen Feuerwehrhauses in Happing: Zu klein, nicht mehr zeitgemäß, Einsatzfahrzeuge können derzeit nur hintereinander geparkt werden, was schnelle Ausrückezeiten behindert. Laut Sitzungsvorlage sind neue Kapazitäten für bis zu 70 aktive Feuerwehrkräfte geplant – inklusive der Jugendfeuerwehr. Außerdem sollen Räume für Vereinsleben und Jugendarbeit geschaffen werden.
Die Baukosten für das neue Feuerwehrgerätehaus mit 830 Quadratmetern werden auf rund 6,4 Millionen Euro geschätzt, inklusive eines Risikopuffers von zehn Prozent. Noch nicht berücksichtigt sind Kosten für Ausstattung, Mobiliar, EDV und Umbau des Bestandsgebäudes, etwa für die Wärmeversorgung oder direkte Anbauten. Die Stadt Rosenheim rechnet mit Fördergeldern des Freistaats Bayern.
Freude trotz langer Wartezeit
Trotz der Diskussionen überwog bei den Stadträten die Freude über die lange ersehnte Entscheidung. „Wir freuen uns, dass es endlich auf den Weg geht“, sagte Robert Multrus, Fraktionssprecher von UP / Freie Wähler. „Ich hoffe, dass das beschleunigt werden kann“, fügte er hinzu. Herbert Borrmann von der Rosenheimer CSU freute sich ebenfalls – wenngleich ihm der Quadratmeterpreis von 7.700 Euro hoch vorkam. Auch Peter Rutz von Bündnis 90 / Die Grünen wollte am Ende keine Negativität stehen lassen: „Die Freude darüber, dass es nun endlich weitergeht, ist einfach zu groß.“
Die endgültige Entscheidung über die konkrete Umsetzung des Neubaus des Feuerwehrgerätehauses an der Heilig-Blut-Straße 1 fällt in der Stadtratssitzung am 25. Februar. Danach kann die Umsetzung offiziell gestartet werden.
Für die Feuerwehr Happing rückt damit endlich ein modernes, funktionales Zuhause in greifbare Nähe, in dem die Einsatzkräfte künftig sicher und effizient arbeiten können.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto ai generiert)


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