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Feuerwerk fällt wieder aus

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

27. Dezember 2021

Lesezeit: 2 Minute(n)

Rosenheim / Landkreis – Kein Verkauf von Feuerwerksartikeln. Böllern an Silvester fällt also wieder flach. Das haben Bund und Länder beschlossen. Begründung: in Zeiten der Corona-Pandemie sollen die Notfallstationen der Kliniken nicht zuätzlich beslastet werden. Bei Geschäften, die normalerweise Feuerwerkskörper verkaufen, bedeutet dies ein kräftiges Umsatzminus. Unmut regt sich.

 

Im Waffengeschäft Daurer in Rosenheim werden schon seit vielen Jahrzehnten beim Jahreswechsel Feuerwerkskörper jeglicher Art verkauft. Im zweiten Jahr in Folge in dies nun nicht möglich. „Das war lange Zeit in unserem Geschäft ein großer Posten beim Umsatz“, erzählt Geschäftsinhaber Anton Daurer senior.  Nachdem in jüngerer Zeit auch viele Discounter auf diesen Zug aufgesprungen sind, war die Nachfrage nach Feuerwerkskörpern in den vergangenen Jahren in dem Rosenheimer Fachgeschäft aber eh schon rückläufig und man hat sich aus diesen Grund neu orientiert. Das erneute Verkaufsverbot trifft das Unternehmen deshalb nicht mehr so hart.
Nachvollziehen kann Anton Daurer die Entscheidung von Bund und Ländern dennoch nicht gänzlich. „Feuerwerk in der Nähe von Kliniken, Altenheimen etc. zu verbieten macht sicher Sinn und auch auf belebten Plätzen. Aber im ländlichen Bereich innerhalb einer Familie verstehe ich es nicht“, sagt er.
Zum Glück habe er heuer erst gar kein Feuerwerk geordert. „Da hatte ich wohl einen 7. Sinn“, meint er. Ansonsten wäre er ein weiteres Mal auf der Ware sitzengeblieben.
Für alle Hobby-Pyromanen gibt es aber derzeit noch ein kleines „Schlupfloch“: Feuerwerk mittels Schreckschusswaffen. Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr dürfen diese legal ohne waffenrechtliche Besitzerlaubnis erwerben. Die speziellen Feuerwerksköprer dafür werden ganzjährig verkauft und sind somit auch nicht von dem Corona-Feuerwerksverbot betroffen. „Da wird schon jetzt schon immer wieder mal nachgefragt. Insbesondere diejenigen, die eh schon eine Schreckschusswaffe besitzen, kaufen sich nun eben die dazugehörige Feuerwerksmunition“, so der Experte.
Daurer hält es für gut möglich, dass es das Silvesterfeuerwerk, so wie es vor Corona praktiziert wurde, in Zukunft überhaupt nie mehr geben wird: „Ich befürchte, da werden wir uns wohl dauerhaft auf weitere Beschränken einstellen müssen.“

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