München – Ein schwerer Vorfall auf der S-Bahn-Strecke zwischen München-Neuaubing und München-Westkreuz hat am Samstagabend (14.3.2026) zu einem Einsatz der Bundespolizei geführt.
Gegen 21:20 Uhr legten bislang unbekannte Täter mehrere Betonplatten auf die Gleise. Eine stadteinwärts fahrende S-Bahn der Linie S8 überfuhr die Hindernisse mit rund 50 km/h. Der 45-jährige Triebfahrzeugführer spürte den Aufprall so heftig, dass die Räder des vorderen Drehgestells kurzzeitig abhoben. Er leitete umgehend eine Schnellbremsung ein und setzte einen Notruf ab.
Bei der anschließenden Kontrolle stellten Einsatzkräfte der Bundespolizeidirektion München Schäden am Triebfahrzeug fest, darunter ein abgerissenes Sandungsrohr und beschädigte Laufräder. Der Oberbau der Gleise blieb unbeschädigt. Der Sachschaden wird auf mindestens 10.000 Euro geschätzt.
Die rund 200 Reisenden im Zug blieben unverletzt. Mit Unterstützung der Feuerwehr wurden sie aus dem Zug evakuiert und setzten ihre Fahrt mit Ersatzbussen fort. Die Evakuierung war gegen 22:30 Uhr abgeschlossen.
Vor Ort fanden die Beamten insgesamt elf Betonplatten (ca. 50 x 40 cm, je rund 20 kg), die offenbar von einer Kabelschachtabdeckung entnommen und auf die Schienen gelegt worden waren.
Die Fahndung der Bundespolizei gemeinsam mit Streifen des Polizeipräsidiums München sowie einem Polizeihubschrauber verlief bislang ohne Erfolg. Die Bahnstrecke musste zwischen Westkreuz und Freiham von 21:26 Uhr bis 00:01 Uhr gesperrt werden, was zu 571 Verspätungsminuten bei vier Zügen und 13 Teilausfällen führte.
Die Bundespolizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr aufgenommen. Hinweise auf die Hintergründe der Tat liegen bisher nicht vor.
Zeugen, die am Samstagabend im Bereich der S-Bahn-Strecke zwischen Neuaubing und Westkreuz verdächtige Personen oder Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Bundespolizeiinspektion München unter Tel. 089 / 515550-0 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
(Quelle: Pressemitteilung Bundespolizeidirektion München / Beitragsbild: Symbolfoto: Bundespolizei)


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