Siegsdorf / Landkreis Traunstein – Bei einer großangelegten Einsatzübung im Gewerbegebiet Gastager Feld in Siegsdorf (Landkreis Traunstein) trainierten rund 180 Feuerwehrkräfte den Ernstfall eines schweren Verkehrsunfalls mit LKW und gefährlichem Säureaustritt.
Eine realitätsnahe Großübung mit rund 180 Einsatzkräften und 23 Fahrzeugen hat vor wenigen Tagen im Gewerbegebiet „Gastager Feld“ stattgefunden. Angenommen wurde ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei LKW und mehreren PKW, bei dem auch ein Gefahrstoff – Phosphorsäure – aus einem Tankauflieger austrat.
Das Szenario stellte die beteiligten Feuerwehren vor komplexe Herausforderungen in der technischen Hilfeleistung und im Gefahrguteinsatz. Insgesamt waren sechs Personen in den Fahrzeugen eingeklemmt und mussten unter schwierigen Bedingungen gerettet werden. Parallel dazu galt es, den Austritt der als ätzend gekennzeichneten Flüssigkeit zu stoppen und entsprechende Sicherungsmaßnahmen einzuleiten.
Parallele Rettungseinsätze unter erschwerten Bedingungen
„Wir haben heute ein sehr komplexes und anspruchsvolles Szenario vorgefunden, das durchaus auch in der Realität vorkommen kann“, betonte Kreisbrandinspektor Rupert Kink. Neben der Menschenrettung lag ein Schwerpunkt auf der Koordination der zahlreichen Einsatzkräfte sowie der Bildung mehrerer Einsatzabschnitte.
Die Rettungsmaßnahmen erfolgten gleichzeitig an verschiedenen Unfallstellen. Während bei einem Frontalzusammenstoß zwei Personen befreit wurden, mussten bei einem weiteren Abschnitt vier eingeklemmte Personen mit schwerem Gerät gerettet werden. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die Höhe der LKW-Fahrerkabine dar.
Gefahrguteinsatz im Fokus: Leckage, Dekontamination und wichtige Erkenntnisse
Im Gefahrgutbereich wurde ein Riss im Tank simuliert, aus dem kontinuierlich Flüssigkeit austrat. Neben dem Abdichten der Leckage kamen Chemikalienschutzanzüge zum Einsatz, zudem wurde eine Dekontaminationsstelle eingerichtet. „Gefahrguteinsätze sind für die Feuerwehren häufig sehr komplexe Einsatzlagen, die neben umfangreichem taktischem Wissen auch eine material- und personalintensive Herangehensweise erfordern“, erklärte Kink.
Die Übung wurde von der Feuerwehr Siegsdorf organisiert und durch zahlreiche Fachkräfte begleitet. Auch eine sogenannte TUIS-Abfrage zur Unterstützung durch die chemische Industrie wurde simuliert.
Insgesamt waren acht Feuerwehren aus der Region beteiligt. Zum Abschluss zogen die Verantwortlichen ein positives Fazit: Trotz kleinerer Optimierungspotenziale habe die Übung wichtige Erkenntnisse für zukünftige Einsätze geliefert. „Auch wenn nicht alle Abläufe vollständig reibungslos verliefen, konnten wichtige Verbesserungspotenziale identifiziert werden“, so Kink.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild, Fotos: Copyright Kreisfeuerwehrverband Traunstein)











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