Rosenheim / Bayern – Heute ist Gründonnerstag, der Donnerstag vor dem Karfreitag – und ein ganz besonderer Tag in der Osterwoche. Für viele ist er ein fester Moment im Jahreskalender, doch was genau steckt eigentlich dahinter? Wer Lust hat, kann den Tag traditionell auch kulinarisch feiern: Wir haben einen passenden Rezepttipp mit frischen Kräutern und grünem Gemüse vorbereitet – perfekt für den Gründonnerstag!
Was feiern wir am Gründonnerstag?
Der Gründonnerstag ist kein gesetzlicher Feiertag, aber ein bedeutender Tag im kirchlichen Kalender. Christen weltweit erinnern sich heute an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern, bei dem Brot und Wein geteilt wurden – der Ursprung des christlichen Abendmahls oder der Eucharistie.
Bei der sogenannten Fußwaschung wäscht der Priester symbolisch die Füße von Gläubigen – als Zeichen von Demut und Nächstenliebe, wie Jesus es einst getan haben soll.
Rezepttipp: Sieben-Kräuter-Suppe 🍵
Zutaten (für 4 Personen):
- Frische Kräuter (Bärlauch, Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Dill, Estragon) – insgesamt ca. 250–300 g
- Spinat (frisch) – ca. 100 g
- 1 Zwiebel,
- 1 Kartoffel
- 1 Liter Gemüsebrühe
- Salz, Pfeffer, etwas Butter oder Öl
- Optional: ein Schuss Sahne oder ein pochiertes Ei pro Portion
Zubereitung:
- Zwiebel fein würfeln und in etwas Butter glasig dünsten.
- Die gewürfelte Kartoffel kurz mitdünsten, dann mit der Gemüsebrühe ablöschen und weich kochen.
- Spinat und Kräuter grob zupfen, kurz blanchieren und in die Suppe geben.
- Alles pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und – wer möchte – mit Sahne oder Ei servieren.
Frisch, grün und aromatisch – so wird der Gründonnerstag nicht nur besinnlich, sondern auch lecker! 🌿
Und woher kommt der Name „Gründonnerstag“? 🌱
Die erste Vermutung vieler: „Grün“ wie die Farbe. Tatsächlich hat der Name aber vermutlich nichts mit der Farbe grün zu tun. Sprachwissenschaftler führen ihn auf das althochdeutsche Wort grunen zurück, das so viel bedeutet wie „weinen“ oder „klagen“ – passend zur ernsten Stimmung dieser Tage.
Im Laufe der Zeit hat sich jedoch der Brauch entwickelt, grüne Speisen zu essen – vor allem frische Kräuter oder Gemüse – und so wurde die Farbe „grün“ schließlich doch zum festen Bestandteil der heutigen Tradition.
Seit wann gibt es diesen Tag? 📜
Schon im 4. Jahrhundert nach Christus finden sich Hinweise auf eine spezielle Feier des Donnerstag vor Ostern. Frühchristliche Schriften des Nordafrikanischen Konzils von Hippo erwähnen einen Gottesdienst an diesem Tag, der sich im Lauf der Jahrhunderte weiter entwickelte.
Warum fällt der Gründonnerstag jedes Jahr auf ein anderes Datum? 🗓️
Gründonnerstag steht immer am Donnerstag vor Ostern. Das Osterdatum richtet sich nach dem Mond: Ostern ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling – daher variiert der Termin zwischen dem 22. März und dem 25. April.
Traditionen rund um den Gründonnerstag
- Nach dem Gloria in der Messe schweigen Orgel und Glocken. Stattdessen kommen oft Ratschen zum Einsatz, mit denen der Karfreitag und Karsamstag überbrückt werden.
- Viele Familien färben heute Ostereier – ein bunter Vorbote der bevorstehenden Feiertage.
- Und natürlich: grüne Speisen genießen – frisches Gemüse oder Kräuter stehen traditionell auf dem Tisch (siehe unser Rezepttipp).
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto ai generiert)


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