Rosenheim – Die Situation der öffentlichen Toiletten im Rosenheimer Stadtgebiet ist seit Jahren ein Reizthema. Jetzt richten die Grünen ihren Fokus auf die Badeseen: Sie fordern Verbesserungen der Anlagen und wünschen sich am Floriansee erstmals eine öffentliche Toilette.
Erst in der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im Jahr 2025 rückte das Thema erneut in den Fokus. Die Stadtverwaltung legte eine Übersicht über sämtliche öffentliche WC-Anlagen im Stadtgebiet vor, inklusive einer Zustandsbewertung nach Schulnoten von 1 bis 6. Insgesamt wurden zwölf Anlagen bewertet, darunter auch die Sanitäranlagen an den Rosenheimer Badeseen sowie am Friedhof im Stadtteil Aising. Vier dieser Anlagen wurden als in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand eingestuft. Die Toiletten am Happinger See erhielten ein „zufriedenstellend“, jene am Happinger-Ausee einen „guten Zustand“. Am Floriansee existiert bislang noch keine öffentliche Toilette (wir berichteten).
„Saubere Seen brauchen saubere Lösungen“.
Vor diesem Hintergrund hat die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen nun einen Antrag an Oberbürgermeister Andreas März gestellt, der die Toilettensituation an den Rosenheimer Badeseen bis zur Badesaison 2026 verbessern soll. Die Grünen fordern, dass die bestehenden Anlagen am Happinger See und Happinger-Ausee während der Badesaison vom 1. April bis 30. September regelmäßig kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass sie während der Öffnungszeiten von 10 bis 22 Uhr geöffnet und in einem hygienisch einwandfreien Zustand sind. Zudem möchten die Grünen, dass am Floriansee eine neue Toilettenanlage errichtet wird, mindestens in modularer Bauweise. Ein zentrales Anliegen ist außerdem die Einrichtung einer Meldestelle per Telefon, über die Badegäste während der Öffnungszeiten verschmutzte oder geschlossene Toiletten melden können
„Saubere Seen brauchen saubere Lösungen“, betont Peter Weigel, Stadtrat von Bündnis 90/Die Grünen. „Es kann nicht sein, dass Familien mit Kindern, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen vor verschlossenen Türen stehen oder auf unzumutbare Zustände stoßen. Das schadet nicht nur dem Erholungswert unserer Seen, sondern auch dem Image Rosenheims als lebenswerte Stadt.“
Die Fraktionsvorsitzenden Sonja Gintenreiter und Peter Rutz ergänzen, dass die bestehenden Anlagen den Anforderungen in der Vergangenheit nicht immer gerecht wurden. „Mit unserem Antrag wollen wir sicherstellen, dass die Badesaison 2026 für alle Bürger angenehm und würdevoll beginnt. Barrierefreiheit und Hygiene sind keine Luxusprobleme, sondern Grundvoraussetzungen für öffentliche Infrastruktur.“
Bereits in der Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung vor Weihnachten 2025 wurden mögliche Verbesserungen der WC-Situation diskutiert. So soll in diesem Jahr eine Asset-Tracking-Software eingeführt werden. Reinigungsfirmen müssen ihre Einsätze künftig per Barcode-Scan dokumentieren – inklusive Zeitangaben und Fotobelegen. Ziel ist es, entfallene Reinigungen zu reduzieren und eine engere Qualitätskontrolle bei gleichbleibendem Personaleinsatz zu ermöglichen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Information Bündnis 90/Die Grünen Rosenheim, Stadt Rosenheim / Beitragsbild: re)


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