Traunstein – Am morgigen Mittwoch steht der Jahreswechsel bevor – und wer kann da nicht ein bisschen Glück gebrauchen? Traditionell sollen Kaminkehrer genau das bringen – und diese Aufgabe nahmen die Schornsteinfeger aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein beim Neujahrsaktionstag auf dem Traunsteiner Maxplatz besonders ernst. Hunderte Passanten bekamen schwarze Nasen, viele lächelnde Gesichter entstanden, und gleichzeitig sammelten die Kaminkehrer Spenden für zwei Familien in Not. Unterstützung kam von der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung Pape & Co., die 3.000 Euro beisteuerte.
Ein kleiner Rußfleck als Neujahrsgruß. Fotos: Hubert Hobmaier
Die „Glücksbringer-Neujahrsaktion“ gibt es inzwischen seit 25 Jahren. Rund 50 Kaminkehrer waren vor Ort, verzierten Gesichter und Nasen mit Ruß und wünschten den Menschen ein glückliches neues Jahr. „Manche kommen mittlerweile extra wegen der schwarzen Nase zu unserer Aktion in die Stadt“, schmunzelt Siegfried Waak aus Unterwössen, alias „Da Ruaß“. Seine Frau bastelte zudem kleine Kaminkehrer aus Ton, die gegen eine Spende mitgenommen werden konnten.
Neben dem Brauch stand die Hilfe für Familien im Mittelpunkt. Am Glühweinstand und an den Spendenbehältern sammelten die Kaminkehrer Gelder für zwei Kinder, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind. Die Mutter, deren dreijährige Tochter Helena ein Therapierad benötigt, sagte: „Solche Geräte kosten bis zu 10.000 Euro. Wir sind für diese großzügige Unterstützung mehr als dankbar. Eine andere Mutter aus Laufen ergänzte: „Wir benötigen für meinen Sohn Benedikt dringend ein behindertengerechtes Fahrzeug. Sowohl die Anschaffung des Autos als auch der notwendige Umbau für den Rollstuhltransport verursachen hohe Kosten.“
Kaminkehrer als Glücksbringer
Bezirkskaminkehrermeister Michael Haase betonte: „Kaminkehrer gelten seit jeher als Glücksbringer. Deshalb sehe ich es als unsere Pflicht, Menschen zu helfen und ihnen ein Stück Glück zu schenken.“ Die Vertreter von Pape & Co. überreichten zwei Spendenschecks über jeweils 1.500 Euro. Insgesamt konnten die Familien jeweils 3.000 Euro erhalten. „Gibt es etwas Schöneres, als anderen zu helfen?“, sagte Thaddäus Mußner aus Freilassing.
Am Rande des Aktionstags informierte Michael Haase zudem über den Berufsstand: In beiden Landkreisen gibt es rund 80 Kaminkehrer, zwölf Lehrlinge werden derzeit ausgebildet, und die Frauenquote sei „gut bis sehr gut“. Viele junge Kaminkehrer unterstützten die Aktion – ein positives Zeichen für die Zukunft des Berufsstandes und der traditionellen Neujahrsaktion.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild, Foto: Karin Wunsam)



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