Vor 133 Jahren gegründet, startete der Verein einst mit 120 Mitgliedern. Heute zählt er gut 2.400 Mitglieder, wovon etwa 1.400 aktiv sind. Zur Versammlung waren 286 Mitglieder gekommen. In den vergangenen Jahren seien es deutlich mehr gewesen, merkte Vorstand Rainer Schäfer bei der Begrüßung an. Unter den Gästen waren auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Verbänden.
Rosenheims Landrat Otto Lederer hob in seinen Grußworten besonders das Engagement des Vereins für die Jugend hervor. Aktuell zählt der Kreisfischereiverein 153 Jungfischer. „Sie lernen nicht nur das Angeln, sondern auch einen respektvollen Umgang mit der Natur, Rücksichtnahme, Disziplin und soziales Miteinander“, betonte Lederer. „Andere reden über Naturschutz, sie praktizieren Naturschutz.“
Das Interesse an diesem Hobby ist nach wie vor sehr hoch. Seit fünf Jahren gilt daher ein Aufnahmestopp. Wer Mitglied werden möchte, muss aktuell etwa vier Jahre auf eine Aufnahme warten.
Auch ein Fachvortrag stand auf der Tagesordnung. Fotos: Innpuls.me
Aktuelle Herausforderungen für die Fischer
Axel Bartels, Präsident des Bayerischen Landesfischereiverbandes, ging in seiner Rede auf zahlreiche Probleme ein, mit denen sich die Fischer aktuell auseinandersetzen müssen. Der Fischotter dezimiere den Fischbestand in der Region erheblich. „Vor einem Jahr war der Fischotter auch Thema beim Landesfischereitag. Uns was hat sich seitdem verändert? Nichts. Wir stehen weiter schutz- und wehrlos da“, erklärte Bartels. Gleichzeitig stellte er klar: „Wir wollen den Fischotter nicht ausrotten, wir wollen nur einen Artenschutz auf gleicher Ebene.“
Axel Bartels, Präsident des Bayerischen Landesfischereiverbandes sprach in seiner Rede aktuelle Herausforderungen an.
Bartels sprach außerdem über die Diskussion um Ortungsgeräte, mit denen Fische auch in großen Tiefen aufgespürt werden könnten. „Die Tiefe und Dunkelheit ist der einzige Schutz für die Fische“, erläuterte er. Die besonders intelligenten Fische könnten sich dort zu kapitalen Exemplaren entwickeln – diese Möglichkeit müsse erhalten bleiben. Es gehe dabei auch um den Respekt vor den Fischen und darum, dass beim Fischen nicht der die kapitalsten Fische fange mit der teuersten Ausrüstung sondern der mit dem größten Können.
Maximilian Voit, Präsident des Fischereiverbands Oberbayern, lobte in seiner Rede insbesondere den Zusammenhalt im Kreisfischereiverein. Außerdem wies er auf die zunehmende Digitalisierung hin: Ab etwa 2027 soll ein zentrales Fischereiregister eingerichtet werden, in dem alle Fischereischeine erfasst werden. Das soll künftig auch helfen, illegale Scheine einfacher zu identifizieren.
Umwelt und invasive Arten
Die Tätigkeitsberichte des Vereins zeigten weitere ökologische Probleme auf, darunter Gänsesäger und Kormoran. Ein besonderes Thema ist die Quagga-Muschel, die sich insbesondere im Chiemsee rasant ausbreitet. Während für die Gewässer der Region keine extreme Gefahr gesehen wird, könne dies in tieferen Seen wie dem Königsee tatsächlich ein ökologisches Desaster nach sich ziehen, warnte der Verein..
Auch zwei Betrugsfälle beschäftigen den Verein. In einem Fall wurde eine Lieferrechnung gefälscht, der entstandene Schaden liegt bei rund 8.000 Euro.
Immer einer der Höhepunkte der Versammlung: Die Ehrung langjähriger Mitglieder….
….allen voran Ludwig Winkler, der von Vorstand Rainer Schäfer für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde.
Ehrungen und Anerkennung
Ein weitaus erfreulicheres Thema war die Ehrung langjähriger Mitglieder. Einer der treuesten Vereinsmitglieder war dabei Ludwig Winkler, der für 70 Jahre Vereinszugehörigkeit gewürdigt wurde.
Fachvortrag zum Abschluss
Den Abschluss der Jahreshauptversammlung bildete ein Fachvortrag von Dr. Christoffer Nagel über das Monitoring der Fischpopulation im Inn.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Karin Wunsam)






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