Rosenheim / Landkreis – Die Kommunalwahl am Sonntag (8.3.2026) hat die politische Landschaft in der Stadt und im Landkreis Rosenheim verändert. Die CSU bleibt zwar stärkste Kraft im Rosenheimer Stadtrat, muss aber zwei Sitze abgeben. SPD und AfD gewinnen Sitze hinzu, und die Linke zieht erstmals als eigene Fraktion in den Stadtrat ein. In Stadt und Landkreis stehen zudem zwei Stichwahlen an: um das Amt des Oberbürgermeisters und des Landrats.
Stadtrat Rosenheim: CSU verliert Mandate, SPD und AfD gewinnen, Linke erstmals vertreten
Das vorläufige amtliche Ergebnis der Stadtratswahl in Rosenheim zeigt folgende Sitzverteilung (von insgesamt 44 Sitzen):
- CSU: 14 Sitze
- Grüne: 9 Sitze
- SPD: 8 Sitze
- AfD: 5 Sitze
- Freie Wähler / UP: 3 Sitze
- Die Linke: 3 Sitze
- FDP: 1 Sitz
- ÖDP: 1 Sitz
Vergleich zu 2020:
- CSU: 16 → 14 Sitze (−2)
- Grüne: 11 → 9 Sitze (−2)
- SPD: 5 → 8 Sitze (+3)
- AfD: 3 → 5 Sitze (+2)
- Freie Wähler / UP: 5 → 3 Sitze (−2)
- Linke: erstmals vertreten, 3 Sitze
- FDP und ÖDP: unverändert 1 Sitz
Damit bleibt die CSU stärkste Kraft, verliert aber Mandate. Und auch die Stimmung bei den Freien Wählern dürfte getrübt sein. Sie büßen gegenüber 2020 2 Sitze ein. SPD und AfD können ihr Mandatskontingent deutlich ausbauen, und die Linke zieht erstmals in den Stadtrat ein.
Stimmung vom Wahlabend: Überraschungen und erste Trends
Die ersten ausgezählten Ergebnisse aus dem Stadtteil Aising ließen die AfD gleichauf mit der CSU erscheinen. Mit fortschreitender Auszählung relativierten sich diese Zahlen jedoch, besonders durch die Briefwahl. Bei den Freien Wählern war die Stimmung gedämpft, Vertreter verließen das Rathaus früh, lange bevor das Endergebnis feststand. Die SPD dagegen konnte den Abend mit einem erfreulichen Ergebnis feiern – auch dank des starken Abschneidens ihres Oberbürgermeisterkandidaten.
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Oberbürgermeisterwahl in Rosenheim: Stichwahl zwischen März und Erdogan
Amtsinhaber Andreas März (CSU) erzielte 39,1 % der Stimmen, Herausforderer Abuzar Erdogan (SPD) 26,6 %. Da keiner die absolute Mehrheit erreichte, kommt es am 22. März zur Stichwahl.
Erdogan zeigte sich nach Bekanntgabe überrascht und dankbar. März betonte, dass die CSU mit Blick auf die Stichwahl weiterhin engagiert arbeiten werde.
Wahlbeteiligung: leicht gestiegen
Die Wahlbeteiligung in der Stadt Rosenheim lag bei 53,2 %, leicht über dem Niveau von 2020 (47,5 %). Der Vergleich ist jedoch eingeschränkt, da die Wahl 2020 mitten in die beginnende Corona-Pandemie fiel.
Blick auf den Landkreis: Landrat und Kreistag
Im Landkreis Rosenheim lag die Wahlbeteiligung bei 65,3 %. Amtsinhaber Otto Lederer (CSU) erreichte 45,1 %, Herausforderer Sepp Hofer (Freie Wähler) 18 % – auch hier wird es eine Stichwahl geben.
Bei der Kreistagswahl sind noch nicht alle Stimmen ausgezählt, aber der Zwischenstand zeigt:
- CSU: 24
- Freie Wähler: 9
- AfD: 10
- Grüne: 10
- SPD: 5
- Parteifreie / ÜWG: 5
- ÖDP / PU: 2
- Bayernpartei: 2
- FDP: 1
- Die Linke: 2
Auch im Kreistag können AfD und Linke zulegen, während CSU und Grüne Mandate verlieren. Auffällig ist, dass die AfD bei Urnenwählern stärker abschneidet als bei Briefwählern (Urnenwahl: 19,9 %, Briefwahl: 10,3 %).
Bürgermeisterwahlen: Parteienlandschaft wird vielfältiger
Die Bürgermeisterwahlen im Landkreis zeigen keine dominierende Partei. Vielmehr stellen unterschiedliche Parteien, Wählergruppen oder parteifreie Kandidaten die Bürgermeister, was die politische Vielfalt auf kommunaler Ebene weiter erhöht.
Fazit
- CSU bleibt stärkste Kraft, verliert aber Mandate.
- SPD und AfD legen zu.
- Linke erstmals vertreten
- .Stichwahlen am 22. März in Stadt und Landkreis.
- Wahlbeteiligung in der Stadt leicht gestiegen, im Landkreis vergleichsweise hoch.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild: Innpuls.me)


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