Bayern / Rosenheim – Sobald der Kuckuck in Bayern zu hören ist, beginnt der Frühling sichtbar Fahrt aufzunehmen. Der LBV bittet Bürger, ihre erste Kuckuck-Beobachtung des Jahres zu melden – und liefert zugleich wichtige Hinweise zur Bestimmung und zum Schutz der Art.
Mit seinem markanten „ku kuu“-Ruf gilt der Kuckuck als einer der bekanntesten Frühlingsboten in Bayern. In der Regel ist er ab Anfang April zu hören, wenn die Tiere aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika zurückkehren. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) ruft auch 2026 wieder dazu auf, die erste Wahrnehmung des Kuckucks zu melden und so zur Datensammlung beizutragen.
„Sein namensgebender Ruf dient dem Männchen dazu, sein Revier abzustecken und ist in Bayern meist ab Anfang April zu hören, wenn die Kuckucke aus ihren Überwinterungsquartieren in Afrika zurückkehren“, erklärt LBV-Vogelexpertin Dr. Angelika Nelson. Besonders gut lassen sich die Tiere an sonnigen und windstillen Tagen hören, wenn ihre Rufe weithin durch Wälder und Landschaften schallen.
Meldungen zeigen Zugbewegung
Die gesammelten Meldungen werden auf einer Karte dokumentiert und zeigen jedes Jahr aufs Neue, wie sich die Rückkehr der Kuckucke von Süden nach Norden ausbreitet. „Besonders an sonnigen, windstillen Tagen sind Kuckucke aktiv. Dann sind ihre Rufe weithin zu hören und die Karte der ersten Kuckucksmeldungen auf der LBV-Webseite füllt sich rasch. Es ist jedes Jahr wieder spannend mitzuverfolgen, wie sich die Meldungen von Süden nach Norden hin ausbreiten“, so Nelson.
Verwechslungsgefahr mit Türkentaube
Allerdings ist bei der Bestimmung Vorsicht geboten. Der charakteristische Ruf kann mit anderen Vogelarten verwechselt werden. „Der kurze, prägnante Reviergesang des Kuckucks kann manchmal mit dem ähnlich klingenden, langgezogenen Balzruf der Türkentaube verwechselt werden“, erklärt die Vogelexpertin.
Bestände gehen zurück
Neben der Freude über den Frühlingsboten gibt es auch Anlass zur Sorge: Der Bestand des Kuckucks ist in Deutschland rückläufig und wird seit 2020 auf der Roten Liste der Brutvögel als „gefährdet“ geführt. Die Gründe dafür sind vielfältig und betreffen sowohl Brutgebiete als auch Zug- und Überwinterungsrouten.
„Verschiedene Faktoren im Brutgebiet, während dem Vogelzug sowie in den Rast- und Überwinterungsgebieten sind dafür verantwortlich, dass es auch in Bayern immer weniger Kuckucke gibt“, sagt Nelson. Ein entscheidender Faktor könnte auch der Klimawandel sein: Einige Zugvögel kehren inzwischen früher zurück und beginnen eher mit der Brut, was den Fortpflanzungszyklus des Kuckucks stören kann.
Fortpflanzung unter Zeitdruck
„Der Kuckuck legt sein Ei gezielt in das Nest anderer Vogelarten – idealerweise der Art, von der er selbst aufgezogen wurde. Dabei muss das Ei zeitlich genau abgestimmt sein, sonst entwickelt sich der Kuckuck nicht rechtzeitig neben den Wirtsjungen. Kommt der Kuckuck zu spät aus seinem Winterquartier in Afrika, findet er keinen passenden Wirtsvogel und seine Fortpflanzung ist gefährdet“, erklärt die Ornithologin.
Um diese Entwicklungen besser zu verstehen, sind langfristige Beobachtungen entscheidend. Der LBV setzt dabei auch auf die Mithilfe der Bevölkerung: Wer den ersten Kuckuck des Jahres hört, kann seine Beobachtung online melden und so einen Beitrag zum Artenschutz leisten.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)


0 Kommentare