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Landkreis Rosenheim verlieh Kulturpreise

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich fĂŒr die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.
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1. Mai 2022

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Lesezeit: 4 Minute(n)

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Bad Aibling / Landkreis Rosenheim – Der Landkreis Rosenheim verlieh die Kulturpreise 2021. Der Festakt fand im Kurhaus von Bad Aibling statt. Ausgezeichnet wurden das Immling Festival Zudem ehrte Rosenheims Landrat Otto Lederer die jugendlichen Musikerinnen Aurelia Noichl aus Aschau und Emma Huber aus Feldkirchen-Westerham mit dem Kulturförderpreis (unser Beitragsbild) sowie den Kunstverein Bad Aibling mit dem Kultursonderpreis. Die Laudationes hielt Christoph Maier-Gehring, Kulturreferent des Landkreises Rosenheim.

von links: Landrat Otto Lederer mit Cornelia von Kerssenbrock  und Intendant Ludwig Baumann von Immling-Festival

Rosenheims Landrat Otto Lederer mit der musikalischen Leiterin Cornelia von Kerssenbrock und Immling-Intendant Ludwig Baumann. Foto: Landkreis Rosenheim

Eigentlich hĂ€tte die Verleihung der Kulturpreise schon im November vergangenen Jahres stattfinden sollen. Dann kam Corona dazwischen. „Ich bin froh, dass wir die Kulturpreisverleihung 2021 nachholen können“, sagte Landrat Otto Leder in seiner BegrĂŒĂŸung. „Die Kultur hatte es in den vergangenen zwei Jahren nicht einfach. Wir, das Publikum, haben die persönliche Begegnung mit KĂŒnstlern und der Kultur vermisst.“
Ähnlich Ă€ußerte sich Bad Aiblings BĂŒrgermeister Stephan Schlier. Kunst und Kultur brĂ€uchten das GesprĂ€ch. Es sei schön, dass man sich wieder unter normalen Bedingungen treffen könne. Zur Liste der PreistrĂ€ger meinte Schlier, „da schlackert man mit den Ohren, wie breit der Landkreis aufgestellt ist.“

Das Immling-Festival entwickelte sich zu einem
der wichtigsten Sommerfestivals in Bayern

Sein 25-jĂ€hriges JubilĂ€um feierte der KulturpreistrĂ€ger 2021 des Landkreises Rosenheim, das „Festival auf dem grĂŒnen HĂŒgel des Chiemgaus“, im vergangenen Jahr. Laudator Christoph Maier-Gehring erinnerte an die AnfĂ€nge von Immling, aus denen sich „eines der wichtigsten Sommerfestivals in Bayern, ja, im gesamten sĂŒddeutschen Raum entwickelte.“ Nach einem BĂŒhnenunfall fand der in Happing groß gewordene OpernsĂ€nger Ludwig Baumann auf Gut Immling ein „wunderbares Zuhause“. 1997 wollte Baumann Mozarts „Die Zauberflöte“ auf einer SeebĂŒhne bei Halfing auffĂŒhren. Schwere Regenschauer verhinderten dies und so wurde „Die Zauberflöte“ in der rasch eingerichteten Reithalle von Immling fĂŒnf Mal aufgefĂŒhrt. Nur einmal gelang es, auf der SeebĂŒhne zu spielen.
Ein wiederkehrendes Festival war fĂŒr Ludwig Baumann zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema. Erst als immer mehr Menschen mit der Bitte kamen, „so etwas wieder zu machen“, nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf. „Das Immling Festival wurde zu einem professionell gefĂŒhrten mittelstĂ€ndischen Unternehmen mit bis zu 250 fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den drei bis vier Sommermonaten“, resĂŒmierte Kulturreferent Maier-Gehring. Zudem ist es ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, „seit 1997 mögen es in den etwa 500 Vorstellungen circa 500.000 Besucher gewesen sein.“
In seiner Dankesrede betonte Baumann die Wichtigkeit des gesamten Teams: „Manche sind seit 25 Jahren dabei, ich möchte euch ein riesenherzliches Dankeschön sagen fĂŒr eure Arbeit.“ Die pandemiebedingte Pause war auch fĂŒr die Festival-Organisatoren nicht einfach, „aber dank unserer Sponsoren haben wir es geschafft.“ Die musikalische Bedeutung, die sich das Immling-Festival inzwischen erarbeitet hat, umschreibt Ludwig Baumann mit einem Satz: „Die OpernhĂ€user haben die Stars und wir machen sie in Immling.“ Der Intendant schĂ€tzt, dass es rund 100 SĂ€ngerinnen und SĂ€nger von dort auf die großen BĂŒhnen geschafft haben.
Musikalisch gab es einen kleinen Ausblick auf das Programm des Immling-Festivals in diesem Sommer. Jessica SchĂ€fer, Fiona Kent, Anja Benedikt und Elisa Unterseher sangen und tanzten den Song „I need a hero“ aus dem Musical Footloose. Der SĂ€nger Kangyoon Shine Lee prĂ€sentierte „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ aus der Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart und Margarita Polonskays begeisterte das Publikum mit „‘Ah! Je ris de me voir si belle“ aus der Oper „Faust“ von Charles Gounod.

Aurelia Noichl und Emma Huber
eröffneten den Festabend musikalisch

Den Festabend im Kurhaus von Bad Aibling hatten die beiden KulturförderpreistrĂ€gerinnen Aurelia Noichl aus Aschau und Emma Huber aus Feldkirchen-Westerham musikalisch eröffnet. Die 13-jĂ€hrige Aurelia prĂ€sentierte auf ihrer Harfe eine Serenade von Alphonse Hasselmans und die 17-jĂ€hrige Emma folgte mit einem Andantino aus der Sonate C-Dur von Melchior Chiesa. Nach der Preisverleihung gab es von Emma Huber noch den 2. Satz aus den vier Mandalas von Martin Torp und von Aurelia Noichl einen „Baroque Flamenco“.
Christoph Maier-Gehring hatte die beiden Familien der PreistrĂ€gerinnen im Vorfeld besucht. Er konnte berichten, dass Aurelia Noichl schon im Kindergarten viel sang, Flöte spielte und Orff-Instrumente zum Klingen brachte. Außerdem war sie mit ihrer Mutter im Mutter-Kind-Chor und spĂ€ter im Kinderchor. Zur Harfe kam sie zufĂ€llig, weil eine zuhause stand. Erst seit vier Jahren spielt sie dieses Instrument und sie hatte das GlĂŒck, als eine von drei PrivatschĂŒlerinnen von Professor Margit-Anna SĂŒĂŸ aufgenommen zu werden. Die Harfen-KoryphĂ€e wohnt in Sachrang und hat eine Professur an der Musikhochschule in Graz inne.
2020 erspielte sich Aurelia Noichl bei „Jugend musiziert“ einen regionalen 1. Preis. Im vergangenen Jahr wurde sie beim Wettbewerb des „Verbands deutscher Harfenisten“ Dritte bei den Jugendlichen und erst kĂŒrzlich, am Osterwochenende siegte sie beim Landeswettbewerb Bayern von „Jugend musiziert“ in Ingolstadt im Wettbewerb Harfe Duo. Sie darf deshalb beim Bundeswettbewerb in Oldenburg antreten.
Emma Huber begann ihre musikalische Karriere ebenfalls im Kinderchor. Vor etwa zehn Jahren, Emma war damals sieben, „verliebte“ sie sich in das Hackbrett. Ausschlaggebend war ihre Hackbretterlehrerin Angelika Weber, bei der sie heute noch Unterricht hat. Seit 2018 lernt sie noch Harfe und Gitarre bringt sie sich selbst bei, weil sie das Instrument fĂŒr ihren zukĂŒnftigen Beruf als Realschullehrerin braucht. 2018, mit 13 Jahren, wurde sie beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ fĂŒr Hackbrett solo Zweite. Ein Jahr spĂ€ter, 2019, wurde es Platz eins beim Bundeswettbewerb fĂŒr Hackbrett-Duo. 2020 trat Emma Huber erneut fĂŒr Hackbrett solo an und diesmal wurde es Platz eins beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Der Kulturreferent Christoph Maier-Gehring schloss, „der Kulturausschuss des Landkreises Rosenheim hat wieder einmal hervorragende PreistrĂ€gerinnen ausgewĂ€hlt.“

Kurpark in Bad Aibling:
Ort moderner Kunst

Ein Ort moderner Kunst war im vergangenen Jahr der Kurpark in Bad Aibling. AnlĂ€sslich seines 70-jĂ€hrigen JubilĂ€ums wollte der Kunstverein Bad Aibling schon 2020 den Skulpturenpfad verwirklichen. Wegen Corona musste das Projekt auf 2021 verschoben werden. Christoph Maier-Gehring zitierte Karl Valentin mit „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Die investierten die Mitglieder des Kunstvereins im Kurpark. „Mit Plastiken, Skulpturen und Objekten in den unterschiedlichsten Formen, Materialien und Farben von insgesamt 17 renommierten KĂŒnstlern aus der Region und weit darĂŒber hinaus.“ 30 Objekte wurde ĂŒber den gesamten Kurpark verteilt. „Teilweise, wie wir gesehen haben, an ungewöhnlichen Orten wie im Wasser oder in BĂ€umen.“ Auch das Thema Moor war laut Maier-Gehring kĂŒnstlerisch behandelt worden, „denn schließlich konnte Bad Aibling 2020 auch 175 Jahre Moorbad und 125 Jahre Heilbad feiern.
Der Landkreis Rosenheim vergibt die Kulturpreise jĂ€hrlich, um BĂŒrgerinnen und BĂŒrger oder Gruppen zu ehren, die sich besondere Verdienste um die Kultur im Landkreis erworben haben. Der Kulturpreis ist mit 5.000 Euro dotiert, der Kulturförderpreis mit 2.500 Euro und der Kultursonderpreis mit 1.500 Euro.

Kunstverein Bad Aibling: Martina Thalmayer, Richard Lindl und Huge von Oertzen vom Kunstverein Bad Aibling mit Landrat Otto Lederer

Kunstverein Bad Aibling: Martina Thalmayer, Richard Lindl und Huge von Oertzen vom Kunstverein Bad Aibling mit Rosenheims Landrat Otto Lederer. Foto: Landratsamt Rosenheim.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild, Fotos: Landratsamt Rosenheim. Beitragsbild zeigt die beiden KulturförderpreistrÀgerinnen Aurelia Noichl und Emma Huber, dazwischen Landrat Otto Lederer)

 

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