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München auf dem Weg zur europäischen Innovationsschmiede

Beruf, Wirtschaft, Schattenfiguren vor Grafik mit Pfeil nach oben. Grafik: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

18. März 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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München / Bayern – Die Startups in der Region München verzeichnen einen neuen Rekord und machen die Landeshauptstadt mit ihrem Umland zunehmend zu einer europäischen Innovationsschmiede. Im vergangenen Jahr gründeten sich in München 290 Startups neu – ein Plus von 43 Prozent gegenüber 2024 und damit deutlich über dem bundesweiten Zuwachs von 29 Prozent. Das geht aus dem ersten „Startup und Scaleup Monitor“ der bayerischen IHKs und des Startup-Verbands hervor. Mehr als ein Drittel des Startup-Booms in Bayern entfällt demnach auf München.

Rekord bei Finanzierung und Wachstum

Nicht nur bei Neugründungen zeigt sich Münchens Stärke, auch bei der Finanzierung liegen die Jungunternehmen weit vorne. Das Investitionsvolumen in Münchner Startups stieg zwischen 2023 und 2025 auf 6,4 Milliarden Euro – eine Verdoppelung gegenüber 2018–2020. Zum Vergleich: In Berlin sanken die Investitionen im gleichen Zeitraum um 19 Prozent. Anders als im Bundesdurchschnitt finanzieren sich die Münchner Startups zu mehr als einem Drittel über Wagniskapital (Venture Capital) und strategische Investoren. Fast die Hälfte der Unternehmen erhielt staatliche Fördermittel.

Besonders stark sind die Münchner Startups im Sicherheits- und Verteidigungsbereich sowie im Bereich Deeptech, also bei Innovationen auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Im bundesweiten Verteidigungssektor flossen im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Euro – der Großteil davon in die Region München. Zwischen 2023 und 2025 lag das Investmentvolumen in Münchner Verteidigungs-Startups bei über 1,7 Milliarden Euro, europäische Spitze vor London (230 Millionen Euro).

Dynamik auch im Umland

Die Innovationskraft beschränkt sich nicht auf die Landeshauptstadt. Der Landkreis München verzeichnet 475 aktive Startups – deutschlandweit die höchste Startup-Dichte pro Kopf. Auch die Landkreise Starnberg (142), Fürstenfeldbruck (75) und Rosenheim (75) zählen zu den bayerischen Top-10-Regionen für Startups.

„Die Entwicklung der Münchner Startup-Szene ist nicht nur deutschlandweit spitze, sondern in ganz Europa. Wir erleben eine neue Gründungsepoche in der gesamten Region. Ein nachhaltiger Aufbruch mit unbändiger Lust auf Neues ist das A und O. Dafür braucht es ausreichend Finanzierung, Risiko und Freiraum für gelebtes Unternehmertum“, erklärt Manfred Gößl. Er betont die günstige Ausgangslage: „Eine gründungsfreundliche und aktive Startup-Politik, Talente aus aller Welt sowie die Nähe zu bestehenden Industrieunternehmen und zu Bundeswehreinrichtungen, wie der Universität in Neubiberg und dem Innovationszentrum in Erding. Dazu kommt, dass fast 90 Prozent der heimischen Startups die Nähe zu den Hochschulen schätzen. Darauf müssen wir weiter bauen, den Startups den roten Teppich ausrollen und ihnen die Finanzierung mit einer vollendeten europäischen Kapitalmarktunion erleichtern sowie sie noch viel mehr bei öffentlichen Aufträgen zum Zug kommen lassen. Denn sie haben das Potenzial, unsere Wirtschaft in der ganzen Breite wieder mitanzukurbeln.“

„Die deutsche Wirtschaft steht unter enormem Druck – Wachstumsschwäche, geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Herausforderungen bremsen unsere Wettbewerbsfähigkeit. Startups sind in dieser Situation kein Nice-to-have, sondern ein entscheidender Motor für Innovation, neue Industrien und nachhaltiges Wachstum“, sagt Heike Freund. „Sie bringen neue Technologien schneller in den Markt und schaffen damit die Grundlage für zukünftige Wertschöpfung. Umso wichtiger sind starke Ökosysteme wie in Bayern und dynamische Standorte wie München.“

Herausforderungen bleiben

Die IHK und der Startup-Verband weisen zugleich auf bestehende Herausforderungen hin: So liegt der Anteil von Gründerinnen in München mit 13,5 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt von 20 Prozent. Außerdem bleibt das Finanzierungsvolumen im internationalen Vergleich hinter Top-Standorten wie der Bay Area rund um San Francisco oder Boston zurück.
(Quelle: Pressemitteilung IHK für München und Oberbayern / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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