Wie berichtet, war es nach Angaben der Polizeiinspektion Rosenheim gegen 11 Uhr zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen, nachdem mehrere Personen ein Banner vor dem AfD-Infostand hochgehalten hatten. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung ein. Der AfD-Kreisverband Rosenheim sprach in einer Mitteilung von einer „gezielten Attacke auf unseren Wahlkampfstand“.
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Ein beteiligter Aktivist schildert den Vorfall so: „Ich sah nur, wie eine Person neben mir das Transparent ausrollen wollte – und sofort mehrere Leute auf ihn zustürmten und versuchten, es ihm zu entreißen.“
Nach Angaben der Aktivisten stürzte der Mann während des Gerangels um das Transparent zu Boden und blieb dort einige Zeit liegen. Die Redaktion von Innpuls.me erhielt von der OAP Rosenheim ein Video, das den Vorfall aus der Perspektive der Aktivisten zeigt. Darauf ist zu sehen, wie sich eine Gruppe junger Menschen mit dem Banner dem Infostand nähert und es zu einem Gerangel kommt. Ebenfalls ist zu erkennen, dass eine Person aus dem Umfeld des AfD-Standes das Geschehen filmte. Aus dieser Perspektive lässt sich nicht eindeutig erkennen, wodurch der Sturz genau ausgelöst wurde.
Eine Sprecherin der OAP äußerte Besorgnis über die Vorgänge: „Wir beobachten mit großer Sorge die zunehmende offene Gewalt, die vom Umfeld des AfD-Standes ausgeht.“
Auch Linke-Kreisverband meldet sich zu Wort
Auch der Kreisverband Rosenheim der Die Linke veröffentlichte eine Stellungnahme. Khando Ronge, Kandidat der Linken für den Kreistag Rosenheim, schildert: „Als ich ankam, sah ich, dass es eine Art Tauziehen zwischen circa 5 AfD-Mitgliedern und ebenso vielen jungen Menschen gab, die ein blaues Banner hielten, während die AfD-Mitglieder versuchten, es zu entreißen. Ich rief mehrmals, dass sie das Transparent loslassen und sich zurückziehen sollten. Zu einem Zeitpunkt hob ein AfD-Mitglied die Hände und schubste mich leicht gegen die Brust, ich stolperte rückwärts.“
Die Polizei teilte auf Nachfrage mit, dass die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Vorfalls weiterhin andauern.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Pressemitteilungen OAP Rosenheim, Die Linke Kreisverband Rosenheim, Polizeiinspektion Rosenheim / Video: OAP Rosenheim)


Der Vorfall am Infostand der AfD in Rosenheim, bei dem es offenbar auch zu einer Körperverletzung kam, ist die traurige Konsequenz einer zunehmenden Respektlosigkeit gegenüber dem demokratischen Diskurs.
Dass politische Auseinandersetzung in physischer Gewalt endet, ist in einem Rechtsstaat durch nichts zu rechtfertigen.
Würden Polizei oder das Ordnungsamt endlich auf konsequent Einhaltung von Mindestabständen zwischen politischen Akteuren und Protestierenden bestehen, wäre dieser Übergriff höchstwahrscheinlich zu verhindern gewesen.
Die Versammlungsfreiheit erlaubt zwar durchaus denGegenprotest in Sicht- und Hörweite, sie darf jedoch nicht als Freibrief für körperliche und territoriale Bedrängung missverstanden werden.
Eines muss klargestellt werden:
Ein Infostand benötigt eine geschützte Zone von wenigstens fünf Metern, um die Sicherheit des Personals und der Bürger zu gewährleisten, die das Gespräch suchen.
Wo dieser Puffer fehlt, werden Provokationen und tätliche Angriffe billigend in Kauf genommen.
Wir fordern für die Zukunft klare Abstandsregeln bei angemeldeten Informationsständen, damit der öffentliche Raum ein Ort des Wortes und nicht der Gewalt bleibt.
Wieder einmal ein Märchen der AfD. Ein existierendes Video zeigt etwas komplett anderes. Wobei ein Punkt in dem Video pikant ist und genau für das steht, was die AfD macht und tut.
Plötzlich taucht ein Mann im Video auf, der auf den gestolperten Bürgermeisterkandidaten zugeht. Augenscheinlich würde ich sagen: @Andreas Winhart MdL. Dieser hilft dem am Boden Liegenden jedoch nicht, wie es eigentlich geboten wäre. Nein, er zückt sein Smartphone und macht Bilder von dem Liegenden.
Es ging also in erster Linie um Bilder, und den Rest der Geschichte haben sich die Leute der AfD dann wohl noch dazugedichtet. Nur blöd, dass es dieses Video gibt.
Ach ja, ich gehöre zu den Menschen, die zuerst helfen – egal, um wen es geht. Bei der AfD und augenscheinlich Herrn Winhardt ist dies offenbar anders. Für mich ist das ein menschenverachtendes Vorgehen zugunsten eines Bildes.
Im Gegensatz dazu blieb einer der Anti-AfD-Demonstranten auf dem Boden sitzen, weil der Kopf des gestolperten Bürgermeisterkandidaten auf seinen Füßen lag. Dieser junge Mann zeigte mehr Verständnis, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft für den Bürgermeisterkandidaten als dessen Parteikollege Herr Winhhardt. Dieser Demonstrant zückte kein Smartphone, sondern ließ den Kopf des gestolperten AfD-Politikers ruhig auf seinen Beinen liegen.