Rosenheim / München – München/Rosenheim – Der Bundestag hat am 5. Dezember 2025 das Rentenpaket der Bundesregierung beschlossen. Es soll das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent stabilisieren. Die Reaktionen aus Wirtschaft und Politik fallen kontrovers aus.
Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, kritisierte das Paket in einem Pressestatement scharf: „Mit diesem Rentenpaket steuert die Bundesregierung mit Vollgas in die falsche Richtung! Der Nachhaltigkeitsfaktor, der den Rentenanstieg abdämpfte und die Lasten der Demografie generationengerecht auf Jung und Alt verteilte, ist damit komplett demontiert. Die Sozialversicherungsbeiträge steigen in der Folge noch schneller, von aktuell 42 Prozent des Bruttolohns auf voraussichtlich fast 50 Prozent in nur zehn Jahren. Alternativ explodieren die Rentenzuschüsse aus dem Bundeshaushalt. Ersteres steigert die Arbeitskosten und reduziert die Nettolöhne, zweiteres erhöht die Steuerbelastung für alle. In jedem Fall wird die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe in Deutschland weiter geschwächt und der Abbau von Jobs beschleunigt. Selbstständige profitieren anders als Beschäftigte nicht von der Aktivrente, werden also klar benachteiligt. Fazit: Das Rentenpaket ist ein schwerer Fehler. Es schädigt den Standort Deutschland, es zementiert den Status quo und verschlechtert damit die Aussichten auf eine nötige Rentenreform. Zudem begeht die Bundesregierung den gleichen Kardinalfehler wie schon beim Sondervermögen für Infrastruktur: Sie sichert sich erst die Steuergelder in Milliardenhöhe und vertagt die grundlegenden Strukturreformen. Genau andersrum müsste es sein!“
Victoria Broßart, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Rosenheim, bewertet das Paket als kurzfristige Stabilisierung mit langfristigen Problemen: „Was die Junge Gruppe der Union in den vergangenen Tagen gefordert hat, ist das absolute Gegenteil von Generationengerechtigkeit. Sie fiel ihrer eigenen Generation in den Rücken: Die jungen Menschen von heute hätten für das kurzzeitig stabile Rentenniveau zahlen, später aber immer weniger Rente erhalten sollen. Die jungen Abgeordneten der Unionsfraktion haben gefordert, dass die Renten immer tiefer fallen dürfen ohne jedes Auffangnetz. Das suggeriert, die gesetzliche Rente wäre für die Menschen optional, dabei ist sie für sehr viele existenzsichernd. Was die Junge Gruppe vergisst: Nicht alle Menschen haben das Glück, ein prall gefülltes Aktiendepot zu haben. Ein stabiles Rentenniveau ist bezahlbar! Dafür braucht es längeres gesundes Arbeiten der Älteren, mehr Erwerbsmöglichkeiten für Frauen durch bessere Kinderbetreuung, mehr Fachkräftezuwanderung, bessere Arbeitsförderung und gute Löhne mit Tarifbindung. Außerdem schlagen wir Grünen einen öffentlichen Fonds für die gesetzliche Rente vor. Langfristig wollen wir die gesetzliche Rente schrittweise in eine Bürgerversicherung umwandeln, in die dann auch Selbstständige, aber auch Abgeordnete und Beamt*innen einzahlen. Versicherungsfremde Leistungen wollen wir über Steuern finanzieren. Wirklich generationengerecht ist eine sichere Rente nur mit bezahlbaren Beiträgen.“
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Infos: Abgeordnetenbüro Victoria Broßart und IHK / Beirtragsbild: Symbolfoto ai)


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